Magisterarbeit, 2008
84 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Problemstellung
2.1 Forschungsstand
2.2 Begriffsbestimmung
2.2.1 Internet-Forum
2.2.2 Kommunikation
2.2.3 Dienstleistung
3 Vorgehen der Arbeit
4 Das Internet: Dimensionen eines Kommunikationsraumes
4.1 Das Internet als Kommunikationsraum
4.2 Das Internet als Handlungsraum
4.3 Das Internet als virtueller Raum
4.4 Zusammenfassung: Die Problemdimensionen des Internets
5 Identität im Internet
5.1 Anerkennung als motivationale Grundlage der Vergemeinschaftung
5.2 Prosoziales Verhalten
6 Vergemeinschaftung im Internet: Virtuelle Gruppen
6.1 Die Bedingungen virtueller Gruppenbildung
6.1.1 Identität im anonymisierten Raum
6.1.2 Der emotionale Charakter der Kommunikationen
6.1.3 Vertrauen als Basis der Stabilisierung von virtuellen Gruppen
6.1.4 Zusammenfassung der Bedingungen virtueller Gruppenbildung
6.2 Kritik der Theorien Virtueller Vergemeinschaftung
6.3 Zusammenfassung der Forschungshypothesen
7 Methode
7.1 Forschungsdesign des problemzentrierten Interviews
7.2 Der Leitfaden
7.3 Stichprobe
7.4 Durchführung der Interviews
7.5 Auswertung
8 Ergebnisse
8.1 Fall 1
8.2 Fall 2
8.3 Fall 3
8.4 Fall 4
8.5 Kernkategorien
8.6 Typenbildung
8.7 Charakterisierung der Idealtypen
9 Diskussion der Ergebnisse
9.1 Beschreibungen des Untersuchungsgegenstandes
9.2 Schlussfolgerungen hinsichtlich der Ausgangsfrage
Diese Arbeit untersucht die motivationalen Grundlagen, die Internet-Nutzer dazu veranlassen, in Internet-Foren aktiv Wissen bereitzustellen und anderen bei Problemen zu helfen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Bedingungen, unter denen solche freiwilligen Dienstleistungen in einem technisch vermittelten Kommunikationsraum entstehen.
1 Einleitung
Durch die in den letzten Jahren exponentiell ansteigende Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien, beispielsweise der drahtlosen Vernetzung mobiler Telefone, Digitalisierung der Fernsprechnetze, die Entwicklung neuer Medien im Internet und der digitalen Verbraucherelektronik, ist es möglich geworden jederzeit mit anderen Menschen zu kommunizieren, wobei irrelevant ist wo sich die Gesprächspartner befinden. Das Internet stellt heute aufgrund der weiten Verbreitung von Personalcomputern und anderen technischen Zugangsmöglichkeiten ein globales, dezentrales, technisch gebundenes Kommunikationsnetzwerk dar. Es ist eine Plattform für verschiedenste mediale Kommunikationsmöglichkeiten, also der kommunikativen Verbindung von Menschen über Orts-, Zeit-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Dabei ist hervorzuheben, dass das Internet nicht mehr wie das Telefon nur eine direkte Verbindung zweier Menschen zulässt, sondern die Verbindungsgrenzen offen sind, das heißt als mögliche Adressaten von mittelbaren Kommunikationen kann jeder Nutzer dieser Kommunikationstechnologien potentiell gelten.
Es ist also möglich im Internet bereitgestellte Inhalte Internet-Nutzern der ganzen Welt zu präsentieren und sich mit ihnen mittelbar kommunikativ zu verbinden. Daher lässt sich zusammenfassen: „Ein rasant expandierendes System von Netzen, die in ihrer Gesamtheit als Internet bezeichnet werden, verbindet Millionen von Menschen in neuen Räumen, die unsere Denkweise, den Charakter unserer Sexualität, die Form der Gemeinschaftsbildung, ja unsere Identität selbst verändern“ (Turkle 1998: 9).
Mit der explosionsartigen Verbreitung des Internets in der 90er Jahren stiegen die Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung stark an. Damit war es immer mehr Menschen möglich eigenes Wissen im Internet anzubieten beziehungsweise zu verbreiten und dafür auch quasi im Tausch das bereitgestellte Wissen der anderen Nutzer zu erreichen. Dass diese Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden, ist an der sprunghaften Entwicklung des sogenannten ‚web 2.0’ zu erkennen (vgl. Alby 2007). Der Begriff ‚web 2.0’ steht dabei vor allem für ‚user generated content’, also der Bereitstellung von Inhalten durch die Nutzer selbst. Diese Selbstorganisation der Form und Inhalte des aus dessen Selbstverständnis heraus sogenannten ‚neuen’ Internets soll der Internet-Gemeinschaft selbst dienen und damit der Vereinnahmung des Internets in das Wirtschaftssystem unter kommerzieller Nutzung, etwa als virtueller Marktplatz von Waren und Dienstleistungen, entgegenwirken.
1 Einleitung: Einführung in die technologische Entwicklung des Internets und die wachsende Bedeutung von User-Generated-Content als Basis für neue Formen der Vergesellschaftung.
2 Problemstellung: Definition des Internet-Forums als spezifischer Kommunikationsraum und Formulierung der Forschungsfrage zur Motivation der Wissensweitergabe.
3 Vorgehen der Arbeit: Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes zur Untersuchung von Handlungsintentionen in Internet-Foren.
4 Das Internet: Dimensionen eines Kommunikationsraumes: Theoretische Auseinandersetzung mit den strukturellen Bedingungen (CMC) sowie dem Internet als Kommunikations-, Handlungs- und virtueller Raum.
5 Identität im Internet: Analyse der identitätstheoretischen Grundlagen, einschließlich Anerkennungstheorie und Altruismusforschung, im Kontext virtueller Umgebungen.
6 Vergemeinschaftung im Internet: Virtuelle Gruppen: Diskussion soziologischer Ansätze zur virtuellen Gruppenbildung, deren Bedingungen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Theorien.
7 Methode: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns des problemzentrierten Interviews, des Leitfadens und der Stichprobenauswahl.
8 Ergebnisse: Präsentation und Auswertung der empirischen Daten sowie Identifikation von Kernkategorien und Bildung von Idealtypen.
9 Diskussion der Ergebnisse: Zusammenführung der empirischen Befunde mit den theoretischen Überlegungen und Schlussfolgerungen bezüglich der Ausgangsfrage.
Internet-Forum, Vergemeinschaftung, Computer mediatisierte Kommunikation, CMC, Identität, Anerkennung, Altruismus, Virtuelle Gruppen, Qualitative Sozialforschung, Problemzentriertes Interview, Typenbildung, Wissensaustausch, Soziale Netzwerke, User Generated Content, Community.
Die Magisterarbeit untersucht die soziologischen und motivationalen Grundlagen für das freiwillige Erbringen von Dienstleistungen – wie Hilfestellungen und Wissensweitergabe – in Internet-Foren.
Die Arbeit verknüpft Theorien der computervermittelten Kommunikation (CMC), Identitätstheorien (nach Mead und Turkle), Anerkennungstheorien (nach Honneth) und Ansätze zur Vergemeinschaftung im Internet.
Die zentrale Frage lautet: „Aus welchen Motivationen heraus schreiben Mitglieder eines Internet-Forums eigene Beiträge in dasselbe?“
Die Autorin nutzt das problemzentrierte Interview nach Andreas Witzel, um durch qualitative Erhebung und Auswertung Idealtypen der Nutzeraktivität zu konstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Kommunikationsraums Internet und virtuelle Gruppen sowie einen empirischen Teil, der durch die Auswertung von Experteninterviews Typen wie „Persönlichkeitsgestaltung“ oder „Informelles Netzwerk“ entwickelt.
Zu den Kernbegriffen gehören neben dem Internet-Forum vor allem Begriffe wie Identität, Anerkennung, Altruismus und die soziologische Beschreibung virtueller Gruppen.
Im Unterschied zu rein anonymen Foren pflegen die Mitglieder hier teilweise persönliche Kontakte außerhalb des Internets, was die soziale Struktur des Forums und die Verbindlichkeit der Interaktionen beeinflusst.
Die Nutzer verwenden häufig ihre echten Namen oder langjährig geführte Nutzernamen als identitätsstiftendes Element, um die Glaubwürdigkeit ihrer Beiträge zu erhöhen und sich als verlässliche Akteure im Kommunikationsprozess zu etablieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

