Diplomarbeit, 2007
144 Seiten, Note: 1
0. Einleitung
0.1 Einführung in die Thematik
0.2 Motivation und Zielsetzung
0.3 Aufbau der Arbeit
1. Grundlagen
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Definitionen
1.3 Symptomatik und Erscheinungsform
1.3.1 Komplexität der Symptomatik
1.3.2 Übersicht der Erscheinungsformen
1.3.3 Offene Selbstverletzung
1.3.4 Heimliche Selbstverletzung (artifizielle Krankheiten)
1.3.4.1 Artifizielle Krankheit im engeren Sinne
1.3.4.2 Das Münchhausen – Syndrom
1.3.4.3 Das Münchhausen – by – proxy – Syndrom bei Kindern
1.3.5 Selbstverletzung in Wechselwirkung mit anderen psychischen Störungen
1.4 Diagnostik
1.4.1 Persönlichkeitsstörungen
1.4.2 Borderline – Persönlichkeitsstörung
1.4.3 Narzisstische – Persönlichkeitsstörung
1.4.4 Diagnostische Überschneidung
1.5 Epidemiologie
1.6 Ursachen und Hintergründe
1.6.1 Erklärungsansätze
1.6.2 Auslöser
1.6.2.1 Vernachlässigung
1.6.2.2 Körperliche Misshandlung
1.6.2.3 Sexueller Missbrauch
1.6.2.4 Persönlichkeitsstruktur
1.7 Motive, Ablauf und Erleben
1.7.1 Funktionen
1.7.2 Spannungsbogen
1.7.3 Endorphine – körpereigene Schmerzmittel und Glückshormone
2. Untersuchungsdesign
2.1 Fragestellung der Untersuchung
2.2 Methodische Einordnung der Untersuchung und Problematik
2.2.1 Beschreibung der angewandten Erhebungsmethode - das narrative Interview
2.2.2. Vorgehensweise bei der Erhebung der Daten
2.2.2.1 Die Befragungspersonen
2.2.2.2 Das Interview
2.2.3 Vorgehensweise bei der Auswertung der gewonnenen Daten
2.2.4 Kritische Auseinandersetzung mit der Erhebung
3. Präsentation der Untersuchungsergebnisse: Funktion und Dynamik von Selbstverletzendem Verhalten
3.1 Funktionen
3.1.1 Intrapsychische Funktionen
3.1.1.1 Spannungsabbau (Ventil)
3.1.1.2 Mittel gegen Gefühlsarmut und Leblosigkeit
3.1.1.3 Suchtmittel
3.1.1.4 Antidepressivum
3.1.1.5 Selbstbestrafung
3.1.1.6 Ablenkung von Erinnerungen
3.1.2 Interpsychische Funktionen
3.1.2.1 Kommunikationsmittel (Hilfeschrei)
3.2 Personenbedingte Faktoren
3.2.1 Angst (-störungen)
3.2.2 Negatives Selbstkonzept
3.2.3 Depression
3.3. Kindheitsbelastende Faktoren
3.3.1 Trennung und Scheidung der Eltern
3.3.2 Tod eines Elternteiles
3.3.3 Sexueller Missbrauch
3.3.4 Vernachlässigung
3.4 Umfeldbedingte Faktoren
3.4.1 Soziale Unterstützung
3.4.1.1 Soziale Unterstützung A
3.4.1.2 Soziale Unterstützung B
3.4.1.3 Effekte der Sozialen Unterstützung
3.4.2 Soziales Stigma
3.4.3 Konflikte in der Familie und weibliche Adoleszenz
4. Zusammenfassende Ergebnisdiskussion
5. Soziale Arbeit und Selbstverletzendes Verhalten
5.1 Grundlagen der Sozialen Arbeit
5.1.1 Definition und Begriffsbestimmung
5.1.2 Arbeitsfelder
5.1.2.1 Kinder- und Jugendhilfe
5.1.2.2 Altenhilfe
5.1.2.3 Soziale Arbeit mit Mädchen und Frauen
5.1.2.4 Soziale Arbeit - Armut und Randgruppen
5.1.2.5 Soziale Arbeit in spezifischen Bereichen
5.2 Kooperation Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie
5.2.1 Hilfen und Angebote für junge Frauen mit Selbstverletzendem Verhalten
5.2.1.1 Der Paragraph § 35a SGB VIII
5.2.1.2 Partizipation sichern. Sozialpädagogische Konzepte am Beispiel des "Jugendhilfezentrums Margaretenhort" nach § 35a SGB VIII
5.2.1.3 Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der "seelischen Behinderung"
5.2.2 Therapiekonzepte für junge Frauen mit Selbstverletzendem Verhalten
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die psychologischen Funktionen und die Dynamik selbstverletzenden Verhaltens bei jungen Frauen. Ziel ist es, durch narrative Interviews zu ergründen, welche Rolle biografische Belastungen und das soziale Umfeld spielen und wie das Verhalten als Bewältigungsstrategie eingesetzt wird.
0.1 Einführung in die Thematik
Das Selbstverletzende Verhalten in der von mir untersuchten Form kann in seinem Umfang als ein Phänomen des 20. Jahrhunderts angesehen werden. Jedoch hat diese Aggression die gegen den eigenen Körper gerichtet ist viele Gesichter und findet bereits in der Geschichte in diversen Kulturen seinen Platz. „Sehr häufig entstellten die Menschen sich das Gesicht freiwillig, um ihren Kummer oder ihre Trauer kundzutun. Als deutlich sichtbares Zeichen ihres Schmerzes kratzten sich im alten Griechenland und in Rom die Frauen mit den Fingernägeln ihre Wangen blutig – bis es per Gesetz verboten wurde. Manchmal hatten Hauteinritzungen auch religiöse Hintergründe; sie sollten zeigen, dass jetzt die richtige Beziehung zu Göttern und Geistern hergestellt sei“ (Liggett und Liggett 1989: 90). In ihrem Gemälde berichtet Elisabetta Sirani, wie sich die römische Stoikerin Porcia und Frau von Brutus mit Hilfe eines Messers die Beine verletzt. Dies stellt ein bildhaftes Zeugnis dar, dass Selbstverletzungen auch schon im römischen Reich verübt wurden.
„Im Christentum ist Jesus als ‚Vorbild’ zu nennen. Er hat mit seinen körperlichen Verletzungen das Leiden auf sich genommen. Daraufhin haben sich immer wieder Märtyrer und Märtyrerinnen extremen Leiden ausgesetzt, um sich über weltliche Dinge hinwegzusetzen und eine höhere Daseinsform zu erreichen“ (Schmeißer 2000: 13).
Bei vielen Völkern Afrikas aber auch Asiens sind es die Initiationsriten, bei denen sich junge Frauen und Männer meist sehr schmerzvollen Verletzungen im Genitalbereich aber auch anderen Körperregionen aussetzen. Diese Riten sollen den Übergang vom Kindes- zum Erwachsennenalter darstellen und sind in unserer westlichen Kultur nicht ganz unumstritten.
0. Einleitung: Stellt das Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens in einen historischen Kontext und erläutert die Forschungsintention sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
1. Grundlagen: Bietet eine theoretische Fundierung durch Begriffsdefinitionen, Diagnostik, Epidemiologie und neurobiologische Erklärungsansätze für selbstverletzendes Verhalten.
2. Untersuchungsdesign: Beschreibt die methodische Vorgehensweise mittels narrativer Interviews mit zwölf betroffenen jungen Frauen zur Erhebung empirischer Daten.
3. Präsentation der Untersuchungsergebnisse: Funktion und Dynamik von Selbstverletzendem Verhalten: Analysiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der verschiedenen Funktionen des Verhaltens sowie personen- und umfeldbedingter Faktoren.
4. Zusammenfassende Ergebnisdiskussion: Verknüpft die identifizierten Faktoren und diskutiert die Dynamik des selbstverletzenden Verhaltens als komplexe Antwort auf individuelle Lebensbelastungen.
5. Soziale Arbeit und Selbstverletzendes Verhalten: Beleuchtet das interdisziplinäre Arbeitsfeld der Jugendhilfe und Psychiatrie und diskutiert Ansätze für therapeutische Hilfen.
6. Fazit: Reflektiert die Studienergebnisse und betont die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit und einem sensibleren Umgang der Gesellschaft mit betroffenen Personen.
Selbstverletzendes Verhalten, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Narzisstische Störung, psychisches Trauma, Kindesmisshandlung, Sozialpsychologie, Jugendhilfe, narrative Interviews, Emotionsregulation, Endorphine, Soziale Unterstützung, Stigmatisierung, Adoleszenz, Traumaforschung, Eingliederungshilfe
Die Diplomarbeit befasst sich mit den psychologischen Funktionen und der Dynamik von selbstverletzendem Verhalten bei jungen Frauen und untersucht, wie dieses Verhalten in biografische Kontexte und soziale Interaktionen eingebettet ist.
Die Arbeit fokussiert auf Funktionen wie Spannungsabbau und Emotionsregulation, die Rolle von frühen traumatischen Erfahrungen sowie die Reaktionen des sozialen Umfelds und der Gesellschaft auf Betroffene.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, welches Ausmaß das selbstverletzende Verhalten einnimmt und welche psychischen sowie sozialen Faktoren dieses Verhalten bedingen und verstärken.
Der Autor nutzt das narrative Interview als qualitative Erhebungsmethode, um tiefgehende Einblicke in die subjektive Lebenswelt von zwölf betroffenen jungen Frauen zu erhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, ein detailliertes Untersuchungsdesign, die Präsentation der empirischen Ergebnisse sowie eine abschließende Diskussion über die Rolle der Sozialen Arbeit.
Zentrale Begriffe sind Selbstverletzendes Verhalten, Emotionsregulation, Trauma, Kindheitsbelastungen, soziale Isolation und die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie.
Weil selbstverletzendes Verhalten oft mit tiefgreifenden seelischen Beeinträchtigungen einhergeht, die eine interdisziplinäre Versorgung durch Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie notwendig machen.
Die familiäre Dynamik, insbesondere durch Vernachlässigung, Missbrauch oder Konflikte, wird als wesentlicher Auslöser und Hintergrund für die Entwicklung selbstverletzender Verhaltensmuster identifiziert.
Da der Zugang zu Betroffenen in Kliniken oft schwierig war, ermöglichten Internet-Foren und Homepages einen direkten und für die Betroffenen anonymen Kontakt.
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