Magisterarbeit, 2007
111 Seiten, Note: 2
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1 Einleitung
1.1 Quellenlage und Probleme
1.2 Vorgehensweise
2 Bosnien-Herzegowina - Von den Anfängen bis zum Abkommen von Dayton
2.1 Titos Puffer-Republik
2.2 Probleme und Konfliktvoraussetzungen
2.2.1 Wirtschaft
2.2.2 Ethnische Verhältnisse
2.2.3 Zerfall der Einheitspartei
2.3 Kriegsverlauf
2.3.1 Serbische Übermacht
2.3.2 Krieg der Verbündeten
2.3.3 Die Folgen und das Abkommen von Dayton
3 Bugojno - Ein Überblick
3.1 Bevölkerung
3.2 Wirtschaft und Wohnen
3.3 Der Konflikt
3.3.1 Erste Phase
3.3.2 Zweite Phase
3.3.3 Dritte Phase
4 Kriegsberichterstattung
4.1 Kriegsberichterstattung allgemein
4.1.1 Die Tageszeitung Oslobođenje
4.1.2 Die Tageszeitung Slobodna Dalmacija
4.1.3 Weitere Medien in BiH
5. Die Berichterstattung aus Bugojno
5.1 Gemeinsame Sache
5.2 Kroatisch-muslimischer Krieg
5.2.1 Beruhigung
5.2.2 Der Jahreswechsel 1992/93
5.2.3 Über Gornji Vakuf nach Bugojno
5.2.4 Erneute Beruhigung
5.2.5 Erneute Vorwürfe
5.2.6 Anheizen
5.3 Offener Ausbruch
5.4 Die Eroberung oder der Fall Bugojnos
5.5 Abnahme der Intensität
5.6 Reduzierung der Berichterstattung
5.7 Kroatisch-muslimischer Frieden
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kriegsberichterstattung im Bosnienkrieg (1992–1995) am konkreten Beispiel der Gemeinde Bugojno. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Leitmedien über den Konflikt berichteten und welche Rolle sie bei der Konstruktion von Feindbildern und der Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung spielten.
4.1 Kriegsberichterstattung allgemein
Eine Prämisse journalistischer Arbeit ist die Objektivität. Journalistische Berichte werden allerdings von Menschen verfasst – ein gewisses Maß an subjektiver Betrachtung ist deshalb wohl nie zu vermeiden. Das Ziel sollte aber zumindest eine „innere Objektivität“ sein. Formale Verhaltenskriterien müssen dabei eingehalten werden. Die gemeldeten Fakten müssen stimmen. Die geschilderte Darstellung muss vollständig und ausgewogen sein und darf keine Erkenntnisse weglassen.97
Die Praxis zeigt oft ein anderes Bild. Objektivität zu bewahren ist in stark emotional geprägten Situationen wie etwa einem Krieg schwierig. Der Berichterstatter unterliegt hier der Gefahr oder vielleicht auf der Versuchung der Selektion. Auf der einen Seite fordert die Öffentlichkeit ein genaues Bild über die Lage, den Frontverlauf, die Erfolge und Verluste. Der Journalist will dieBevölkerung nicht enttäuschen, schließlich ist sie Abnehmer und auch Geldgeber. Andererseits haben die jeweilige Kriegspartei und die Regierung im „eigenen Medium“ ein Interesse daran, die Bevölkerung und die Weltöffentlichkeit mit zensierten Informationen gezielt zu beeinflussen, und ein Feindbild gegenüber der anderen Seite aufzubauen.
Die Kriegsberichterstattung bewegt sich zwischen Regierung, Kapital und Gesellschaft - und jeder stellt seine eigenen Forderungen. Der Berichterstatter hat die Möglichkeit, ein Ereignis medial nicht zu verkünden, sollte es ihm oder seiner Interessengruppe nicht entsprechen. Genauso besteht die Möglichkeit etwas Positives in übermäßiger Weise darzustellen und auszuschmücken.98 Besonders in Krisenzeiten wächst der Einfluss der Medien.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors, den Forschungsgegenstand und die methodische Herangehensweise bei der Untersuchung der Berichterstattung.
2 Bosnien-Herzegowina - Von den Anfängen bis zum Abkommen von Dayton: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung Jugoslawiens, die Ursachen des Nationalitätenproblems und den allgemeinen Kriegsverlauf in Bosnien-Herzegowina.
3 Bugojno - Ein Überblick: Es werden demografische, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen der Gemeinde Bugojno sowie die drei Phasen des dortigen Konflikts skizziert.
4 Kriegsberichterstattung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftlichen Grundlagen der Kriegsberichterstattung ein und stellt die beiden untersuchten Tageszeitungen sowie weitere Medien vor.
5. Die Berichterstattung aus Bugojno: Der Hauptteil analysiert detailliert die mediale Darstellung des Konflikts in Bugojno, angefangen von der gemeinsamen Verteidigung bis hin zur Eskalation zwischen Kroaten und Muslimen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert über die Subjektivität und Manipulierbarkeit der Medien im Kriegskontext.
Bosnienkrieg, Bugojno, Kriegsberichterstattung, Medienanalyse, Slobodna Dalmacija, Oslobođenje, Ethnische Säuberung, Kroatisch-muslimischer Konflikt, Propaganda, Journalistische Objektivität, Jugoslawien, Bürgerkrieg, Medienmanipulation, Feindbilder, Kriegsfolgen.
Die Arbeit analysiert kritisch, wie die Medien über die kriegerischen Ereignisse in der bosnischen Gemeinde Bugojno berichtet haben und inwieweit diese Berichte die Wahrnehmung der Konfliktparteien prägten.
Im Fokus stehen die Rolle der Medien als "Vierte Gewalt", der Einfluss von Politik und Militär auf die Berichterstattung sowie die Transformation von Verbündeten zu Gegnern im Kontext des Bosnienkrieges.
Die Arbeit untersucht, wie zwei gegensätzliche Leitmedien (Oslobođenje und Slobodna Dalmacija) ein und denselben Konflikt unterschiedlich darstellten, um die eigene Bevölkerung zu mobilisieren und den Gegner zu diskreditieren.
Der Autor führt eine inhaltsanalytische Betrachtung der journalistischen Texte durch, wobei er die Berichterstattung über den Zeitraum von 1992 bis 1995 vergleicht und in den historischen Kontext einordnet.
Der Hauptteil widmet sich chronologisch der Darstellung des Krieges in Bugojno, von der anfänglichen Kooperation gegen serbische Truppen bis hin zum erbitterten Kampf zwischen kroatischen und muslimischen Einheiten.
Wichtige Begriffe sind Bosnienkrieg, Bugojno, Kriegsberichterstattung, Propaganda, ethnische Säuberung sowie die beiden Zeitungen Oslobođenje und Slobodna Dalmacija.
Der Autor berichtet von einem tiefgreifenden Verdrängungsprozess vor Ort und einem katastrophalen Zustand der Gemeindearchive, was die Beschaffung schriftlicher Quellen vor Ort erheblich erschwerte.
Während Oslobođenje stärker die Perspektive der muslimischen Regierungsseite wiedergab, stand Slobodna Dalmacija hinter den Interessen der kroatischen Seite und nutzte die Berichterstattung gezielt für das Image der eigenen Truppen.
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