Diplomarbeit, 2009
156 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung und Fragestellung
2 Theorieteil
2.1 Begriffsklärung: arbeitsbezogene Beanspruchung und Belastung
2.1.1 Das Belastungs- und Beanspruchungskonzept
2.1.2 Handlungsregulatorische Aspekte
2.1.3 Der Stressbegriff: Stressoren und Stressreaktionen
2.1.4 Gruppierung von stressrelevanten Aspekten der Arbeit
2.1.5 Terminologische Schlussfolgerungen
2.2 Erklärungsansätze von arbeitsbezogenen Beanspruchungsfolgen
2.2.1 Transaktionales Stress-Konzept und Coping
2.2.2 Arbeitspsychologische (Im-) Balancemodelle
2.2.2.1 Anforderungs-Kontroll-Modell
2.2.2.2 Modell der beruflichen Gratifikationskrisen
2.2.2.3 Vergleich der beiden Modelle
2.2.3 Ressourcenfokussierte Sichtweise
2.2.3.1 Salutogenesekonzept
2.2.3.2 Systemisches Anforderungs-Ressourcen-Modell
2.2.4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die eigene Erhebung
2.3 Gesundheitsverhalten: Sportliche Aktivität in der Freizeit
2.3.1 Begriffsklärung und Definition
2.3.2 Theoretische Einordnung: SAR-Modell und Konzept der Erholung
2.3.3 Klassifikationsmöglichkeiten körperlicher Aktivitäten
2.3.4 Methoden zur Erfassung körperlich-sportlicher Aktivität
2.3.5 Zusammenhang zwischen körperlich-sportlicher Aktivität und Gesundheit
2.3.6 Intentionalität der körperlich-sportlichen Aktivität
2.4 Wohlbefinden als Dimension von Gesundheit
2.4.1 Definition von Gesundheit und Wohlbefinden
2.4.2 Differenzierungsmöglichkeiten des Wohlbefindens
2.4.2.1 Subjektives Wohlbefinden nach Diener
2.4.2.2 Strukturmodell des Wohlbefindens nach Becker
2.4.2.3 Arbeitsspezifisches und Kontextfreies Wohlbefinden nach Warr
2.4.2.4 Eingrenzung und Schlussfolgerung für die eigene Erhebung
2.4.3 Beziehungen zwischen Arbeit und Wohlbefinden
2.4.4 Vitamin-Modell und arbeitsbezogene Determinanten des Wohlbefindens
2.4.5 Psychische Befindensbeeinträchtigungen
2.4.5.1 Irritation
2.4.5.2 Depressivität
2.4.5.3 Psychosomatische Beschwerden
2.4.6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung für die eigene Erhebung
2.5 Untersuchungsannahmen
3 Methodenteil
3.1 Idealdesign
3.1.1 Stichprobe
3.1.2 Erhebungszeitpunkte
3.1.3 Art der Datenerhebung
3.1.4 Einsatz von Erhebungsinstrumenten
3.1.5 Datenanalyse
3.2 Realdesign
3.2.1 Stichprobe
3.2.2 Erhebungszeitpunkte
3.2.3 Art der Datenerhebung
3.2.4 Einsatz von Erhebungsinstrumenten
3.2.5 Datenanalyse
3.3 Wesentliche Abweichungen zwischen Ideal- und Realdesign
4 Ergebnisse
4.1 Moderation der Beziehung Arbeitsbedingungen-Befinden: Hypothesenkomplex 1
4.2 Moderation der Beziehung ERI-Befinden: Hypothesenkomplex 2
4.3 Explorative Analysen zu Motiven der Sportpartizipation
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Kritische Reflexion des Untersuchungsdesigns
5.2.1 Stichprobe
5.2.2 Erhebungszeitpunkte
5.2.3 Art der Datenerhebung
5.2.4 Einsatz von Erhebungsinstrumenten und Datenanalyse
5.3 Bedeutsamkeit der Ergebnisse für Forschung und Praxis
Die Arbeit untersucht, inwiefern sportliche Freizeitaktivität als eine Form des Gesundheitsverhaltens den Zusammenhang zwischen ausgewählten Arbeitsbedingungen und verschiedenen psychischen Befindensvariablen im Sinne der Stress-Pufferhypothese moderieren kann. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob sportliche Aktivität einen positiven Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastungen und Befindensbeeinträchtigungen abschwächen kann.
2.1.1 Das Belastungs- und Beanspruchungskonzept
Erstmals wurden die Begriffe Beanspruchung und Belastung im arbeitspsychologischen Kontext in den vierziger Jahren verwandt. Zu dieser Zeit wurden sie als austauschbar angesehen und sowohl zur Beschreibung eines Vorgangs als auch eines Zustands genutzt. Eine klare Trennung der Begriffe wurde in den siebziger Jahren durch Rohmert und Rutenfranz herbeigeführt (Schönpflug, 1987). Sie verstehen unter Belastung die Gesamtheit der objektiv erfassbaren Größen und Faktoren, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Dies entspricht inhaltlich dem englischen Begriff (work-) load. Weiterhin unterscheiden die AutorInnen zwischen Belastungsgrößen und Belastungsfaktoren. Um Belastungsgrößen handelt es sich dann, wenn Dauer, Schwere und Zusammensetzung der Belastungen objektiv auf metrischen Skalen messbar sind, wie es zum Beispiel bei Lärmwerten der Fall ist. Belastungsfaktoren hingegen sind nur qualitativ beschreibbar, wie beispielsweise Kundenverhalten. Unter Beanspruchung (strain) werden die subjektive Folgen verstanden, die im Menschen als unmittelbare Auswirkungen der psychischen Belastung entstehen. Dabei wird zwischen physischen und psychischen Beanspruchungen differenziert (Rohmert & Rutenfranz, 1975). Hervorzuheben ist, dass die Begriffe Belastung und Beanspruchung inhaltlich neutral sind, da sie nicht mit der Konnotation des Negativen oder Unangenehmen verbunden sind. Die Relevanz dieser Begriffe drückt sich in ihrer Aufnahme als DIN-Norm aus, was die Anerkennung in der deutschen, europäischen und internationalen Normung bedeutet (DIN EN ISO 10075-1, 2000).
1 Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Untersuchung, den moderierenden Einfluss sportlicher Aktivität auf den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und psychischem Wohlbefinden zu erforschen.
2 Theorieteil: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffsdefinitionen zu Stress und Belastung dargelegt, gefolgt von relevanten psychologischen Stressmodellen und einer Einordnung sportlicher Aktivität als Gesundheitsverhalten.
3 Methodenteil: Dieser Abschnitt beschreibt sowohl das Idealdesign der Untersuchung als auch das tatsächlich realisierte Studiendesign mit den eingesetzten Fragebogeninstrumenten.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der moderierten multiplen Regressionsanalysen zur Hypothesenprüfung werden hier detailliert dargestellt und auf statistische Signifikanz untersucht.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch reflektiert und in den Kontext der aktuellen arbeitspsychologischen Forschung sowie der praktischen Anwendung gesetzt.
Arbeitsbedingungen, Psychisches Befinden, Sportliche Aktivität, Gesundheitsverhalten, Stress-Pufferhypothese, Beanspruchung, Irritation, Depressivität, Effort-Reward Imbalance, Arbeitsbelastung, Moderatoranalyse, Psychosomatische Beschwerden, Wohlbefinden, Arbeitspsychologie, Gesundheitsförderung
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von sportlicher Freizeitaktivität als Ressource, die den Zusammenhang zwischen Arbeitsstress und dem psychischen Wohlbefinden beeinflussen kann.
Zu den Kernbereichen gehören Arbeitsstressoren, Modelle zur Beanspruchungsregulation, der Einfluss von Sport auf die Gesundheit und verschiedene psychische Befindensindikatoren wie Irritation und Depressivität.
Das Hauptziel ist zu prüfen, ob Sport als Moderator fungiert, um die negativen Folgen von Arbeitsbelastungen auf das Befinden von Erwerbstätigen abzuschwächen.
Die Autorin nutzt einen quantitativen Ansatz mit einer querschnittsorientierten Fragebogenuntersuchung und führt für die statistische Auswertung moderierte multiple Regressionsanalysen durch.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zur Definition von Beanspruchung und Ressourcen sowie einen Methodenteil, der die empirische Durchführung der Befragung und die statistischen Voraussetzungen erläutert.
Wichtige Begriffe sind Arbeitsbelastung, ERI (Effort-Reward Imbalance), sportliche Aktivität, Irritation, psychische Befindensbeeinträchtigungen und das Anforderungs-Kontroll-Modell.
Der ERI-Ansatz dient zur Messung von Ungleichgewichten zwischen erbrachter Arbeitsleistung und der erhaltenen Belohnung; die Arbeit untersucht, ob Sport dieses Ungleichgewicht abfedern kann.
Obwohl eine Längsschnittstudie ideal wäre, konnte aufgrund begrenzter persönlicher und zeitlicher Ressourcen im Rahmen der Diplomarbeit nur eine Querschnittserhebung realisiert werden.
Die Ergebnisse mahnen zur Vorsicht vor pauschalen Sportangeboten im Unternehmen, da Sport nicht unter allen Bedingungen als Puffer für Arbeitsstress wirkt und strukturelle Arbeitsbedingungen vorrangig zu behandeln sind.
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