Masterarbeit, 2024
70 Seiten, Note: 2,5
1. Thematische Einführung
2. Terminologische Klärung
2.1. Angewandte Ethik: Tierethik
2.2. Moralische Dilemmata
2.3. Unterscheidung Nutztiere, Wildtiere und domestizierte Tiere
3. Der anthropozentrische Ansatz nach Carl Cohen
3.1. Warum Tiere keine Rechte haben
3.2. Kritiken an Cohens anthropozentrischem Ansatz
4. Der pathozentrische Ansatz nach Peter Singer
4.1. Das Prinzip der gleichen Interessenabwägung
4.2. Das Prinzip der Gleichheit der Tiere
4.3. Die Tötung von Lebewesen
4.4. Speziesismus im heutigen Kontext
4.5. Kritiken an Singers pathozentrischem Ansatz
5. Der pathozentrische Ansatz nach Tom Regan
5.1. Die Rechte der Tiere
5.2. The Principle of Respect for Individuals
5.3. Animal Welfare
5.4. Kritiken an Regans pathozentrischem Ansatz
6. Der biozentrische Ansatz nach Albert Schweitzer
6.1. Ehrfurcht vor allem Leben
6.2. Das sittliche Grundprinzip
6.3. Förderung und Errettung vom heiligen Leben
6.4. Kritiken an Schweitzers biozentrischem Ansatz
7. Diskussion und Anwendung der tierethischen Ansätze
7.1. Vergleich der tierethischen Positionen
7.2. (Moralische) Rechte von Tieren im aktuellen Kontext
7.3. Kritik an Tierrechten und tierethische Positionen im Allgemeinen
8. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den moralischen Status von Tieren unter Berücksichtigung zentraler tierethischer Positionen. Das primäre Ziel ist es, die philosophische Debatte über die Rechte von Tieren zu analysieren, die wichtigsten Argumente für und wider diese Rechte herauszuarbeiten und zu erforschen, wie sich diese auf gesellschaftliche Praktiken auswirken.
3.1. Warum Tiere keine Rechte haben
Carl Cohens Ansatz ist beispielhaft für speziesistische Vorstellungen. Sie basieren auf Cohens Annahme, dass Tiere aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu der nichtmenschlichen Spezies legitimiert benachteiligt werden dürfen (vgl. Bode 2018: 232). Aus diesem Grund lehnt Cohen den Begriff der moralischen Rechte ab.
Cohen sagt, dass Tiere keine Rechte haben (können), dass nur Menschen Träger von Rechten sein können und Rechte sich immer auf den Menschen beziehen. Rechte entstehen aus „der moralischen Welt des Menschen und [haben] […] nur innerhalb dieser Welt Geltung und Anwendbarkeit“ (Cohen 2019: 51). Tiere nehmen seiner Ansicht nach an der menschlichen Welt nicht teil. Zwar begreift Cohen Menschen als Tiere beziehungsweise als “eine natürliche Spezies, ein Produkt der Evolution, wie alle Tiere es sind“ (2019: 51), dennoch unterscheiden sie sich von allen anderen Tieren in ihrem moralischen Status.
Doch nicht nur darin unterscheiden sie sich seiner Ansicht nach von den Menschen, sondern generell als Lebewesen. Um das zu erläutern, nimmt er eine Unterscheidung der Handlungsweise von Menschen und Tieren vor: So bezieht sich Cohen auf Immanuel Kants Verständnis der kritischen Vernunft, von der Menschen in ihrem Handeln geleitet werden und die ihm „einen einzigartig moralischen Willen enthüllt; […] die einzigartige menschliche Fähigkeit […], moralische Prinzipien zu formulieren, die unser Verhalten leiten soll“ (2019: 53). Dadurch erhalten Menschen den Vorteil, Leitsätze zu formulieren, die sie innerhalb der Gesellschaft für sich selbst und ihren Gegenübern anwenden. Nach Cohen ist dies Ausdruck ihres freiheitlichen, menschlichen Willens. Moralische Prinzipien können – so Cohen – aber niemals von Tieren bestimmt werden; nur Menschen sind dazu befähigt, sich selbst Gesetze zu geben, also „moralisch autonom“ (2019: 53) zu agieren. Dazu gehört neben der Freiheit des menschlichen Willens, als moralisch Handelnder Restriktionen zu akzeptieren und einzuhalten, die durch Gesetze und Prinzipien zustande kommen. Als vernünftig denkende Menschen haben wir die Möglichkeit, uns in unseren Interessen einzuschränken und diese Begrenzung nachzuvollziehen, da wir sie als moralisch falsch einordnen können. Dieses Verständnis sieht Cohen bei Tieren nicht und spricht ihnen nicht die Fähigkeit zu, ihre Interessen für allgemeine moralische Prinzipien zurückzustellen bzw. zwischen moralisch richtig und falsch zu unterscheiden (vgl. 2019: 54).
1. Thematische Einführung: Einführung in die historische Wandlung der Mensch-Tier-Beziehung und die daraus resultierende Notwendigkeit, moralische Grundrechte für Tiere zu debattieren.
2. Terminologische Klärung: Definition zentraler Begriffe wie Tierethik, moralische Dilemmata sowie verschiedene Kategorisierungen von Tieren als Voraussetzung für die ethische Analyse.
3. Der anthropozentrische Ansatz nach Carl Cohen: Darstellung der Position, die Tieren Rechte abspricht, da sie keine moralisch autonomen Individuen innerhalb einer moralischen Gemeinschaft sind.
4. Der pathozentrische Ansatz nach Peter Singer: Untersuchung der Leidensfähigkeit als zentrales moralisches Kriterium und Vorstellung des utilitaristischen Prinzips der Interessenabwägung.
5. Der pathozentrische Ansatz nach Tom Regan: Erläuterung der Tierrechtsposition, die Tieren aufgrund ihrer Eigenschaft als Subjekt-eines-Lebens inhärente Werte zuschreibt.
6. Der biozentrische Ansatz nach Albert Schweitzer: Analyse der Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, welche jeden Lebensform an sich einen moralisch schutzwürdigen Wert beimisst.
7. Diskussion und Anwendung der tierethischen Ansätze: Synthese und Vergleich der Positionen sowie deren Anwendbarkeit in aktuellen Kontexten wie Tierversuchen oder Nutztierhaltung.
8. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der ethischen Debatte und Ausblick auf die Notwendigkeit, tierische Interessen in gesellschaftlichen Normen zu berücksichtigen.
Tierethik, Tierrechte, Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Biozentrismus, Speziesismus, Leidensfähigkeit, moralische Gemeinschaft, Inhärenter Wert, Interessenabwägung, Tiernutzung, Tierversuche, moral status, Albert Schweitzer, Peter Singer.
Die Masterarbeit befasst sich mit der philosophischen Frage, ob Tieren Rechte zukommen, und untersucht dazu zentrale tierethische Ansätze, die den moralischen Status von Tieren bestimmen.
Die zentralen Themen sind der moralische Status von Tieren, die Definition von Tierrechten, der Speziesismus, das Konzept der Leidensfähigkeit und die moralische Vertretbarkeit von Tiernutzung durch den Menschen.
Die Forschungsfrage lautet, welche die wichtigsten tierethischen Positionen in der philosophischen Literatur sind und mit welchen Argumenten diese ihre Standpunkte zu Tierrechten verteidigen bzw. inwiefern sie den Nutzen von Tieren rechtfertigen oder ablehnen.
Das methodische Vorgehen basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, um Argumente aus verschiedenen philosophischen Werken zu identifizieren, diese gegenüberzustellen und systematisch zusammenzutragen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der vier Grundansätze: Cohens Anthropozentrismus, Singers und Regans Pathozentrismus sowie Schweitzers Biozentrismus, gefolgt von einer kritischen Diskussion und Anwendung auf aktuelle Fragestellungen.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Speziesismus, inhärenter Wert, Leidensfähigkeit, Subjekt-eines-Lebens und moral agents bzw. moral patients charakterisiert.
Cohen argumentiert, dass moralische Rechte nur innerhalb einer moralischen Welt existieren, in der Individuen fähig sind, sich selbst Gesetze zu geben und moralisch autonom zu handeln – eine Fähigkeit, die Tiere nach seiner Ansicht nicht besitzen.
Während Singer einen Präferenzutilitarismus vertritt, der sich am Prinzip der gleichen Interessenabwägung orientiert, plädiert Regan für einen egalitären Tierrechtsansatz, welcher Tieren einen inhärenten Wert zuschreibt, der nicht gegen andere Interessen aufgewogen werden darf.
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