Bachelorarbeit, 2018
74 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Theoretischer Teil der Arbeit
1.1 Geschichte der Integration in Deutschland
1.2 Integrationsleitbild der führenden Politik
2. Migration und Muslime
2.1 Geschichtlicher Kontext der Lebenssituation junger Muslime
2.2 Analyse der heutigen Bildungssituation junger Muslime
2.3 Einkommenssituation der muslimisch geprägten Haushalte
2.4 Bedeutung der Lebenswelt junger Muslime für die Bildungs- und Berufsintegration
2.5 Rolle der Religion in der Lebenswelt junger Muslime
2.6 Erkenntnisse aus der Wechselbeziehung zwischen Integrationspolitik und Lebenssituation junger Muslime in Deutschland
3. Zielgruppenspezifische Jugendarbeit im Projekt Ma'an - Miteinander
3.1 Jugendarbeit gesondert für Muslime?
3.2 Ziegruppe des Projektes
3.2.1 Arbeitsweise der Jugendgruppe
3.3 Das Spektrum der Angebote
4. Empirischer Teil der Arbeit
4.1 Gruppendiskussion als Forschungsmethode
4.2 Darstellung der Auswertungsmethodik
4.3 Durchführung der Gruppendiskussion
4.4 Erster Überblick über den thematischen Verlauf der Forschung
5. Ergebnisdarstellung
5.1 Identifikation mit den Peers
5.2 Die Kapazität der Peers als Gemeinschaft
5.3 Peers bestärken soziales Engagement
5.4 Peers zwischen religiöser und allgemeiner Bildung
5.5 Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Forschung
6. Rückbezug zu den Ergebnissen der Literaturarbeit
Fazit
Die vorliegende Bachelor Thesis untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit der muslimischen Jugendarbeit am Beispiel des Modellprojekts "Ma'an – Miteinander". Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, welche Rolle religiös orientierte Jugendarbeit für die Integration junger Muslime spielt, wie sie ihre Lebenssituation beeinflusst und ob sie als Ressource für das gesamtgesellschaftliche Zusammenleben fungieren kann, wobei insbesondere die Rolle von Peers und religiöser Identität analysiert wird.
3.1. Jugendarbeit gesondert für Muslime?
Eine zielgruppenorientierte Sozialarbeit für Muslime kann nicht begründet werden mit der Behauptung, dass es keine gängige Jugendarbeit gäbe, die muslimische Jugendliche ansprechen würde. Das beweisen die zahlreichen offenen Kinder- und Jugendangebote, die oft Menschen mit Migrationshintergrund erreichen, ergo auch muslimische Jugendliche. Diese Annahme bestätigt ein in der Nähe des Projektstandortes gelegenes Jugendzentrum, welches nach eigenen Angaben 90 Prozent muslimische Jugendliche als Besucher aufweist. Das wirft die Frage auf, warum eine Jugendarbeit speziell für Muslime angeboten werden sollte.
Für die Beantwortung der Frage muss in die Praxis geschaut werden. Im Bereich der Jugendarbeit wird der Alltag erschwert durch das „Missverhältnis zwischen den gesellschaftlich bedingten Problemlagen, von denen Jugendliche betroffen sind, und der Reichweite des pädagogischen Handelns“ (vgl. Scherr 1997, S.7). Folglich besteht das Problem, dass Jugendarbeit nur begrenzt auf die tatsächlichen Belange der Jugendlichen eingehen kann (vgl. ebd. S. 8). Aus diesem Grund kann die Jugendarbeit des Projektes, die gezielt auf muslimische Jugendliche abgestimmt ist, viel eher auf die speziellen Belange der Heranwachsenden eingehen.
Von Vorteil sind hierbei pädagogische Fachkräfte, die selbst den Islam praktizieren, als Vertrauen entgegenbringende Komponente einerseits und als Zugangsgarant zur muslimischen Gemeinschaft andererseits. Im Projektrahmen konnte beobachtet werden, dass die Projektteilnehmer nicht von alternativen Angeboten der Jugendarbeit abgehalten werden. Zum einen nehmen die Jugendlichen, die bereits vor Beginn des Ma'an-Projektes weitere Angebote der Jugendarbeit nutzten, diese obendrein in Anspruch. Zum anderen, weil ein Teil dieser muslimischen Jugendlichen vorher noch nicht von einem Angebot offener Jugendarbeit profitierte.
1. Theoretischer Teil der Arbeit: Vermittlung des historischen Integrationskontextes in Deutschland und der politischen Leitbilder.
2. Migration und Muslime: Analyse der Lebenssituation, Bildungschancen und Einkommensverhältnisse muslimisch geprägter Haushalte in Deutschland.
3. Zielgruppenspezifische Jugendarbeit im Projekt „Ma'an – Miteinander“: Vorstellung des Modellprojekts und dessen strukturelle Ansätze bei der Arbeit mit muslimischen Jugendlichen.
4. Empirischer Teil der Arbeit: Erläuterung der Forschungsmethode, hier der Gruppendiskussion, sowie der Datenauswertung.
5. Ergebnisdarstellung: Präsentation der empirischen Ergebnisse zur Bedeutung der Peergroups, des sozialen Engagements und religiöser Bildung.
6. Rückbezug zu den Ergebnissen der Literaturarbeit: Reflexion der empirischen Befunde im Kontext der theoretischen Vorüberlegungen.
Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zum Stellenwert muslimischer Jugendarbeit.
Jugendarbeit, Muslime, Migration, Integration, Identität, Religion, Peer-Education, Bildungsbeteiligung, Soziales Engagement, Radikalisierungsprävention, Lebenswelt, Deutschland, Modellprojekt Ma'an, Miteinander
Die Bachelor Thesis befasst sich mit der Bedeutung muslimischer Jugendarbeit in Deutschland und untersucht, welchen Einfluss das Projekt "Ma'an – Miteinander" auf die Lebenswelt und Integration junger Muslime hat.
Thematisiert werden die Bildungs- und Berufssituation muslimischer Jugendlicher, die Rolle der Religion im Alltag, soziale Ausgrenzungserfahrungen sowie die Bedeutung von peer-orientierten Angeboten.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob eine zielgruppenspezifische Jugendarbeit für Muslime eine notwendige Unterstützung darstellt und wie sie zur gesellschaftlichen Teilhabe beitragen kann.
Es wurde ein empirischer Ansatz gewählt, wobei die Gruppendiskussion als Forschungsmethode diente, ergänzt durch eine literaturbasierte Analyse und statistische Daten des Mikrozensus.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Hintergründe zur Integration in Deutschland als auch der empirische Teil beleuchtet, in dem die Erfahrungen der Teilnehmer des Projekts "Ma'an" ausgewertet werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Jugendarbeit, Migration, Integration, Identität, Religion, Bildungsbenachteiligung und Radikalisierungsprävention.
Peers fungieren als Identifikationsfiguren und Gemeinschaftsbildner, die den Zugang zur muslimischen Gemeinschaft erleichtern und ein positives Gruppenidentitätsgefühl fördern.
Die Teilnehmer sehen die förderliche Rolle des Projekts als wichtigen Schutzraum, kritisieren jedoch teilweise, dass der Aspekt der "Radikalisierungsprävention" als Finanzierungsgrundlage ein Stigma oder Misstrauen gegenüber dem Projekt erzeugen könnte.
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