Masterarbeit, 2007
75 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 VORBEMERKUNGEN
1.1 TUFTS’ REKONSTRUIERTE SPRACHLERNBIOGRAPHIE
1.2 INDIVIDUELLE UND GESELLSCHAFTLICHE MEHRSPRACHIGKEIT
2 „DINGLISCH“: KUNSTSPRACHE UND INTERLANGUAGE
2.1 DIE INTERLANGUAGE-HYPOTHESE UND „DINGLISCH“
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Prozesse in Interlanguages
2.1.3 Fossilisierung und systemische Variabilität
2.2 „DENGLISCH“ VERSUS „DINGLISCH“ - EIN DIFFERENZIERUNGSVERSUCH
2.3 TUFTS’ „DINGLISCH“ ALS HYBRIDE KUNSTSPRACHE
2.4 „DINGLISCH“ ALS INTERLANGUAGE - EIN ANALYSEVERSUCH
3 DIDAKTISCHE POTENTIALE
3.1 LERNERMOTIVATION UND FEHLERTOLERANZ
3.1.1 Lerneremotionen
3.1.2 Erfolg trotz Fehler
3.2 TRAINING DER SPRACHLICHEN GRUNDKOMPETENZEN
3.3 TRAINING SOZIALER UND INTERKULTURELLER SCHLÜSSELKOMPETENZEN
3.4 INHALTLICHE EIGNUNG - KULTURVERGLEICHENDE LANDESKUNDE
3.5 STRUKTURELLE EIGNUNG
3.5.1 Satzbau und Wortwahl
3.5.2 „Denglisch“ versus „Dinglisch“: - ein Didaktisierungsvorschlag
3.5.3 Storytelling
4 „DINGLISCH“ IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT - EIN FAZIT
5 AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktischen Potentiale der von Gayle Tufts geprägten hybriden Kunstsprache „Dinglisch“ für den DaF-Unterricht, insbesondere mit US-amerikanischen Lernern. Ziel ist es, die Qualität des „Dinglischen“ als Interlanguage zu analysieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Texte zur Förderung der Lernermotivation, der interkulturellen Kompetenz und der Reflexion über Sprachstrukturen eingesetzt werden können.
3.4 Inhaltliche Eignung - Kulturvergleichende Landeskunde
Tufts reflektiert in vielen ihrer Texte gewonnene Erfahrungen ihres Alltagslebens. Auch Sprachlerner leben in einem gewissen Alltag und haben eigene Erfahrungen gesammelt. Alltagssituation zu thematisieren ist vor allem im Unterricht mit Anfängern nützlich; einerseits, um Grundwortschatz aufzubauen und andererseits, um von Beginn an die Toleranz gegenüber kultureller Diversität zu fördern. Fremd und damit unverständlich und bedrohlich erscheinen nur solche Situationen, die unbekannt sind und nicht aus einem fremdkulturellen Standpunkt heraus diskutiert wurden. Hier bietet sich also die Möglichkeit, alltägliche Situationen vor ihrem jeweils eigenen kulturellen Hintergrund zu betrachten um so das Fremdheitsempfinden zu relativieren.
Der Text „Polite“ bietet gleich zwei Möglichkeiten, alltägliche Situationen zu thematisieren. Zum einen wird die Phrase „Wie geht’s“ hinsichtlich ihrer kulturellen Reaktionen beleuchtet, und zum anderen beschreibt Tufts ihre Erfahrungen sowohl mit amerikanischen als auch mit deutschen Kellnern. Beide Themen werden vor dem Hintergrund des Konzeptes der Höflichkeit angesprochen, die in den meisten Fällen von verschiedenen kulturellen Konzepten abhängig ist. Vor diesem Hintergrund kann der „Polite“-Text als Grundlage für Gespräche und Reflexionen über kulturelle Unterschiede im Fremdsprachenunterricht Deutsch genutzt werden, wobei einleitend folgende Frage gestellt werden könnte, um die Meinungen der Lerner zu sammeln.
Wie höflich sind die Deutschen im Vergleich zu Amerikanern auf einer Skala von 1 bis 10?
1 VORBEMERKUNGEN: Einführung in die Thematik der Texte von Gayle Tufts und Begründung der Relevanz für den DaF-Unterricht mit Amerikanern.
2 „DINGLISCH“: KUNSTSPRACHE UND INTERLANGUAGE: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Interlanguage und Hybridität zur Einordnung des „Dinglischen“.
3 DIDAKTISCHE POTENTIALE: Untersuchung konkreter Einsatzmöglichkeiten der Tufts-Texte zur Förderung von Motivation, sprachlichen Fertigkeiten und interkultureller Kompetenz.
4 „DINGLISCH“ IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT - EIN FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Nutzens hybrider Texte für die Konstruktion einer Zielsprachen-Interlanguage.
5 AUSBLICK: Aufruf zur weiteren Erforschung der Potentiale hybrider Texte in konkreten Unterrichtsversuchen.
Dinglisch, Denglisch, Interlanguage, Fremdsprachenunterricht, DaF, Hybridität, Kunstsprache, Landeskunde, Sprachlernbiographie, Motivation, Fehlertoleranz, Storytelling, kulturelle Identität, Sprachbewusstsein, Mehrsprachigkeit.
Die Arbeit analysiert die sprachliche Qualität und die didaktischen Einsatzmöglichkeiten der von Gayle Tufts entwickelten Kunstsprache „Dinglisch“ im Deutschunterricht für US-amerikanische Lerner.
Die Schwerpunkte liegen auf der linguistischen Einordnung des „Dinglischen“ als Interlanguage sowie auf der didaktischen Nutzbarmachung von Tufts' Texten für den Spracherwerb und die interkulturelle Landeskunde.
Das Ziel ist es, zu rechtfertigen, dass die Verwendung von „dinglischen“ Texten – trotz ihrer hybriden Form – eine wertvolle Brücke zwischen zwei Sprachen schlagen kann und den Spracherwerb durch Reflexion fördert.
Die Autorin kombiniert linguistische Theorien zur Interlanguage (nach Selinker) mit fachdidaktischen Konzepten zur Landeskunde und zum interkulturellen Lernen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des „Dinglischen“ und einen umfangreichen didaktischen Teil, der Vorschläge zur Förderung der Lernermotivation, der Grundkompetenzen und der interkulturellen Schlüsselkompetenzen bietet.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Dinglisch“, „Interlanguage“, „Hybridität“, „DaF-Unterricht“, „Sprachbewusstsein“ und „Landeskunde“ zusammenfassen.
Sie betont, dass „Dinglisch“ eine von Tufts vorsätzlich geschaffene Kunstsprache ist, die bewusst und reflektiert eingesetzt wird, während „Denglisch“ oft eine negativ konnotierte, unreflektierte Vermischung darstellt.
Durch die Thematisierung der hybriden Sprachmischung im Unterricht werden Hemmungen abgebaut, da die Lerner verstehen, dass gelungene Kommunikation in der Fremdsprache nicht zwangsläufig perfekte grammatikalische Korrektheit erfordert.
Die Biografie dient als authentischer Hintergrund, um zu erklären, wie Tufts ihr „Dinglisch“ als Strategie entwickelte, um Identität und Verständigung zwischen ihrer amerikanischen Heimat und ihrer Wahlheimat Deutschland zu verknüpfen.
Das Storytelling fungiert als Methode, um persönliche Erfahrungen in einen narrativen Rahmen zu setzen, der den Lernern hilft, über kulturelle Unterschiede zu reflektieren und diese durch das Schreiben eigener Geschichten aktiv zu verarbeiten.
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