Examensarbeit, 2009
88 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung/Thesen
1.4 Theoretische Prämissen
1.5 Methode/Quellen
2. Historische Einführung
2.1 Sport in der Weimarer Republik
2.2 Sport im nationalsozialistischen Deutschland
3. Sportverständnis der Nationalsozialisten
3.1 Adolf Hitler
3.2 Alfred Baeumler
3.3 Reichsbundideologie (Hans von Tschammer und Osten)
3.4 Zusammenfassung
4. Sportverständnis der Münsteraner
4.1 Sport als „Selbstzweck“
4.2 (Volks-)Gemeinschaft
4.2.1 Einheit im Sport
4.3 Gesundheit
4.4 Wehrfähigkeit
4.5 Zusammenfassung
5. Instrumentalisierung des Sports
5.1 Sport als Mittel nationalsozialistischer (Selbst-)Darstellung
5.1.1 Sport: Positive Assoziationen nutzen
5.1.2 Sport im Dienste politischer Kundgebungen
5.2 Vermittlung (und Verwirklichung) nationalsozialistischer Ziele und Ideale
5.2.1 Volksgemeinschaft
5.2.2 Rassenreinheit und Rassenbewusstsein
5.2.3 Wehrfähigkeit
5.2.4 Führungsanspruch
5.2.4.1 Alternative Denkmuster
5.3 Zusammenfassung
6. Popularität des Sports
6.1 Zusammenfassung
7. Schlussbetrachtung
7.1 Zusammenfassung
7.2 Schlussfolgerung/Ergebnis
7.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Sport im nationalsozialistischen Münster als Instrument des Regimes fungierte und ob dies von der Bevölkerung akzeptiert wurde, wobei der Münsterische Anzeiger als primäre Quelle dient.
3.1 Adolf Hitler
Hitler stellt Sport nicht nur als Prophylaxe gegen Gesundheitsschäden heraus, sondern erkennt ihn auch als mögliches Therapiemittel gegen bestehende Leiden an. Er preist die durch Sport erworbene „körperliche Widerstandskraft“ als ein probates Mittel, sich „den ungesunden Verlockungen des Lebens“ zu widersetzen. Sein Verständnis der „Volksgesundheit“ bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf körperliche Aspekte. Er bezeichnet denjenigen als gesund, der das deutsche Postulat „Reinerhaltung und Stärken der Rasse“ anerkennt. Er betont, dass davon im Wesentlichen das Schicksal des Volkes abhängt, wenn er die Zusammenhänge zwischen „Rassenreinheit“ und den zu erwartenden „großen Umwälzungen“ darlegt. Die physische Verfassung steht in ursächlicher Verbindung zu den psychisch-intellektuellen Fähigkeiten. („Ein gesunder, kraftvoller Geist“ kann nur in einem „gesunden, kraftvollen Körper“ wohnen). Die Gesundheit des einzelnen Menschen ist nach Hitlers Auffassung notwendige Voraussetzung der Wehrtauglichkeit.
Die Verwirklichung von Hitlers imperialistischen Plänen ist nur mit „entsprechendem Menschenmaterial“ sowie einer Wehrmacht, die sich durch quantitative und qualitative Vorteile gegenüber den Armeen der übrigen europäischen Staaten auszeichnet, zu erreichen. Neben der von Hitler propagierten Rassenungleichheit lässt sich hieraus die für die Nationalsozialisten immanente Bedeutung des Sports herleiten. Die Bedeutung des Sports in diesem Kontext wird klar, wenn Hitler herausstellt, dass Sport als Vorbereitung auf den Wehrdienst die Zeit der soldatischen Ausbildung um ein Vielfaches verlängert. Schließlich geht es im Sport nicht um das „einpumpen bloßen Wissens“, sondern um das „Heranzüchten kerngesunder Körper“.
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage und methodischen Vorgehensweise, basierend auf der Analyse des Münsterischen Anzeigers zur Bedeutung des Sports im NS-Regime.
2. Historische Einführung: Überblick über die Entwicklung des Sports vom 18. Jahrhundert bis zur Situation in der Weimarer Republik und dem Beginn der NS-Herrschaft.
3. Sportverständnis der Nationalsozialisten: Analyse der ideologischen Grundlagen des Sports durch Ausführungen von Hitler, Baeumler und Tschammer und Osten.
4. Sportverständnis der Münsteraner: Erarbeitung der lokalen Wahrnehmung des Sports, geprägt durch die NS-Ideologie, in Münster vor dem Zweiten Weltkrieg.
5. Instrumentalisierung des Sports: Untersuchung, wie Sport als Mittel zur Selbstinszenierung und Vermittlung nationalsozialistischer Ziele in Münster genutzt wurde.
6. Popularität des Sports: Bewertung der Bedeutung des Sports für die Münsteraner Bevölkerung anhand von Berichterstattung und Teilnahme an Veranstaltungen.
7. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Instrumentalisierung des Sports und Einordnung in das politische System des Nationalsozialismus.
Nationalsozialismus, Münster, Sport, Sportverständnis, Instrumentalisierung, Volksgemeinschaft, Wehrfähigkeit, Propaganda, Leibesübungen, Münsterischer Anzeiger, Ideologie, Vereine, Wehrtüchtigkeit, Rassenreinheit, NS-Regime
Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Sports für das nationalsozialistische Regime in der Stadt Münster unter besonderer Berücksichtigung der Berichterstattung des "Münsterischen Anzeigers".
Im Fokus stehen das nationalsozialistische Sportverständnis, die Instrumentalisierung des Sports für parteipolitische Zwecke, der Aspekt der Volksgemeinschaft und die Förderung der Wehrtüchtigkeit.
Das Ziel ist es, den Sinn- und Wirkungszusammenhang des Sports in Münster im Kontext des nationalsozialistischen Regimes vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert primär auf der Methode der Zeitungsanalyse, wobei der "Münsterische Anzeiger" als bürgerlich-konservative Tageszeitung als Hauptquelle dient.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Sportverständnisses, die Analyse der lokalen Umsetzung in Münster sowie die Untersuchung von Sport als Propagandamittel.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Instrumentalisierung, Volksgemeinschaft, Wehrtüchtigkeit, NS-Propaganda und das spezifische lokale Beispiel Münster geprägt.
Die Idee der Volksgemeinschaft dient als zentraler Bezugspunkt; der Sport sollte die Bevölkerung einheitlich prägen und den Einzelnen in den Dienst des Staates stellen.
Schützenvereine wurden explizit auf die Förderung der Wehrhaftmachung und den Schießsport ausgerichtet, um zur nationalsozialistischen Wehrbereitschaft beizutragen.
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