Diplomarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Überblick
1.2 Autor, Medientechnologie und Paradigmenwechsel – inhaltliche Gliederung
1.3 Methode, theoretische Grundlagen
1.4 Zusammenfassung
2 Die Entstehung und Entwicklung der Buchkultur ab dem 15. Jahrhundert
2.1 Vor dem Buchdruck
2.2 Die Buchkultur und die Bedeutung des Urhebers in der frühen Neuzeit
2.2.1 Von der Medientechnologie...
2.2.2 ...zum Autor
3 Die Entstehung des geistigen Eigentums
3.1 Das geistige Eigentum in seiner historischen Entstehung bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts
3.1.1 Der Weg zu neuen Rechtsnormen in der Buchkultur
3.1.2 Von unrechtmäßigen Nachdrucken...
3.1.3 ...und einem neuen Ursprung von Wissen
3.2 Der Autor in seiner Erhabenheit und Wirkungskraft
4 Die Implikationen der technischen Medien vom 19. bis ins 20. Jahrhundert
4.1 Das Aufschreibesystem der technischen Medien
4.2 Die Krise des Autors in der Moderne
4.3 Ausweitung, Internationalisierung und Standardisierung geistiger Eigentumsrechte: Asymmetrien als Folgen der technischen Reproduktion
4.3.1 Technische Reproduktivität
4.3.2 Asymmetrien
4.3.3 Ausweitungen
5 Digitale Medien, technische Demokratisierungen und kulturelle Monopolisierungen
5.1 Materialität und das Wesen des Digitalen
5.2 Kontrolle und Unterwanderung
5.2.1 Urheberrecht als Schutz für kreatives Schaffen?
5.2.2 Der Markt des geistigen Eigentums
6 Schlussbetrachtungen, Ausblick
Die Arbeit untersucht den Status des "Mythos" vom geistigen Eigentum, insbesondere des Urheberrechts, und dessen medienhistorische Entwicklung von der frühen Neuzeit bis in das digitale 21. Jahrhundert. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das Konzept des geistigen Eigentums an die Buchkultur gebunden ist und ob dieses Konzept in der heutigen, durch digitale Vernetzung geprägten Medienumwelt noch Bestand haben kann oder eine Transformation erfahren muss.
Die Buchkultur und die Bedeutung des Urhebers in der frühen Neuzeit
Die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert brachte erstmals die Möglichkeit der technischen Reproduzierbarkeit von Schrift, womit die Informationseinheit ihren exklusiven Status verlor. Ein und dieselbe Information konnte sich in ein und derselben Form nun gleichzeitig an mehreren verschiedenen Orten befinden. Um an die gewünschte Information zu gelangen, musste man nun eine Kopie des Werkes A auffinden, welches von Druckerei C oder Verleger D herausgegeben worden war. Druckerei oder Verleger hatten das Manuskript, das als Vorlage von Werk A diente, von Verfasser B erstanden. Der Adressat war also nicht mehr der Inhaber der Informationseinheit, da diese ja nicht mehr exklusiv war – man suchte die Kopie einer Auflage, für die Druckerei C, Verleger D oder letztlich auch Verfasser B verantwortlich zeigten – somit wurde dieser zum Adressaten der gewünschten Information.
Es wurde aus ideologischen, ökonomischen und politischen Gründen im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts zur gesellschaftlichen Norm, dass der Verfasser eines Buches immer angeführt wird (auch wenn es sich um ein Pseudonym handelt).
„Die soziale Gemeinschaft hat sich daran gewöhnt, nach Autoren zu Büchern zu suchen.“
1 Einleitung: Einführung in die medienhistorische Betrachtung des "Mythos" geistiges Eigentum und Erläuterung der Forschungsaspekte.
2 Die Entstehung und Entwicklung der Buchkultur ab dem 15. Jahrhundert: Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche durch den Buchdruck und die beginnende Bedeutung des Autors.
3 Die Entstehung des geistigen Eigentums: Darstellung der historischen Entwicklung rechtlicher Regulierungsversuche bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
4 Die Implikationen der technischen Medien vom 19. bis ins 20. Jahrhundert: Untersuchung der Auswirkungen technischer Medien auf Urheberrechte und das Rollenverständnis des Autors.
5 Digitale Medien, technische Demokratisierungen und kulturelle Monopolisierungen: Analyse des Paradigmenwechsels durch digitale Netzwerke und die damit verbundenen Konflikte zwischen Kontrolle und freier Information.
6 Schlussbetrachtungen, Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Prognose zur Transformation des Konzepts geistiges Eigentum.
Geistiges Eigentum, Urheberrecht, Copyright, Buchkultur, Medientechnologie, Autorschaft, Digitale Medien, Informationsgesellschaft, Diskursanalyse, Transformation, Informationsdistribution, Rechtsnormen, Wissensvermehrung, Poststrukturalismus, Schutzfristen
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Konzepts vom geistigen Eigentum und hinterfragt dessen heutige Geltung im digitalen Zeitalter.
Zentrale Themen sind die Rolle des Autors, der Einfluss von Medientechnologien (von der Buchdruck- bis zur digitalen Ära) und die damit einhergehende Entwicklung von Rechtsnormen.
Das Ziel ist zu prüfen, inwieweit das geistige Eigentum legitim an die Buchkultur gebunden ist und ob eine Transformation dieses Phänomens angesichts digitaler Strukturen notwendig ist.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Diskursanalyse (nach Michel Foucault) sowie medienhistorische Analysen und Theorien von Michael Giesecke und Friedrich Kittler.
Der Hauptteil gliedert sich in historische Phasen: Von der frühen Buchkultur über die Etablierung des Urheberrechts im 19. Jahrhundert bis hin zum digitalen Paradigmenwechsel und der damit verbundenen Krise traditioneller Kontrollmodelle.
Die wichtigsten Schlagworte sind geistiges Eigentum, Urheberrecht, Autorschaft, Medientechnologie, Buchkultur, Transformation und Informationsgesellschaft.
Die Digitalisierung führt zur Transformation und Zerlegung der Autorfunktion, wobei kollaborative Schöpfungsmodi an Bedeutung gewinnen und der Autor als "geniales Schöpferindividuum" in Frage gestellt wird.
Der Begriff dient dazu, die verborgene, technologische Strukturierung von Informationssystemen zu beschreiben, die den Diskurs maßgeblich mitgestaltet, ohne im Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu stehen.
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