Diplomarbeit, 2008
96 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Der Motivationsbegriff
2.1 Intrinsische Motivation
2.2 Extrinsische Motivation
3 Das Motiv „Streben nach sozialer Anerkennung“
3.1 Streben nach sozialer Anerkennung als intrinsische Motivation
3.2 Abgrenzung und Zusammenhang mit verwandten Begriffen
3.2.1 Abgrenzung zum Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
3.2.2 Zusammenhang mit dem Selbstkonzept und dem Selbstwert
4 Ansätze zur sozialen Entwicklung des Menschen
4.1 Der psychoanalytische Ansatz
4.2 Behaviorismus und soziale Lerntheorie
4.3 Die Ethologie
4.4 Die ökologische Systemtheorie
4.5 Zwischenfazit
5 Entwicklungspsychologische Bestimmungsfaktoren des Anerkennungsstrebens
5.1 Der Einfluss der Familie auf die Entwicklung
5.1.1 Die Bindungstypen und ihre Implikationen für das Anerkennungsstreben
5.1.1.1 Sichere Bindung
5.1.1.2 Unsichere Bindung
5.1.2 Die Erziehungsstile und ihre Folgen für das Anerkennungsstreben
5.1.2.1 Autoritative Erziehung
5.1.2.2 Permissive Erziehung
5.1.2.3 Autoritäre Erziehung
5.1.2.4 Vernachlässigende Erziehung
5.1.2.5 Inkonsequente und inkongruente Erziehung
5.1.3 Einflussfaktoren auf die Erziehung
5.1.3.1 Soziodemographische Merkmale
5.1.3.2 Erfahrungen der Eltern
5.1.3.3 Temperament und biologische Grundlagen
5.1.3.4 Besondere Ereignisse
5.1.4 Zwischenfazit der Erziehungsstile
5.2 Der Einfluss der Peers auf die Entwicklung
5.2.1 Bedeutung der Peergroup für die Entwicklung
5.2.2 Zusammenhang zwischen Bindung und Peerakzeptanz
5.2.3 Zusammenhang zwischen Erziehung und Peer-Akzeptanz
5.2.4 Zwischenfazit der Peerakzeptanz
5.3 Das Bedürfnis „Streben nach sozialer Anerkennung“ beim Erwachsenen
5.3.1 Stabile Selbstakzeptanz
5.3.2 Egozentrische Selbstaufwertung
5.3.3 Instabil-abhängige Selbstwertschätzung
5.3.4 Stabil-abhängige Selbstwertschätzung
6 Wirkungen des Anerkennungsstrebens
6.1 Die Bezugsgruppe
6.2 Auswirkungen auf das Kaufverhalten
6.2.1 Der Prestigekonsum als Bedürfnisbefriedigung
6.2.2 Der Bezugsgruppeneinfluss auf den Prestigekonsum
6.2.3 Entwicklungspsychologische Begründung des Prestigekonsums
6.3 Auswirkungen auf das Online-Kommunikationsverhalten
6.3.1 Die Vorzüge des Internets
6.3.2 Synchrone vs. asynchrone Kommunikation
6.3.3 Virtuelle Gemeinschaften als bedeutendes Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
6.3.3.1 Motive zur Nutzung von virtuellen Gemeinschaften
6.3.3.2 Entwicklungspsychologische Begründung der Nutzung virtueller Gemeinschaften
7 Fazit
8 Implikationen für Forschung und Wirtschaft
Die Arbeit untersucht das intrinsisch motivierte Streben nach sozialer Anerkennung, analysiert dessen entwicklungspsychologische Ursachen in der Kindheit und Jugend und zeigt dessen Auswirkungen auf das Konsum- sowie Online-Kommunikationsverhalten auf.
3.1 Streben nach sozialer Anerkennung als intrinsische Motivation
Die Selbstbestimmungstheorie klassifiziert alle Aktivitäten als intrinsisch motiviert, sollten sie aufgrund eines übergeordneten Interesses durchgeführt werden. Unterstellt man nun, die Anerkennung durch andere Personen sei ein übergeordnetes Interesse, sind alle Handlungen intrinsisch motiviert, welche dazu führen, dass Anerkennung erhält. Extrinsisch motiviertes Streben nach sozialer Anerkennung würde laut dieser Definition alle Aktivitäten beinhalten, welche zwar zu Anerkennung führen, diesen aber nicht das übergeordnete Interesse des Individuums darstellt. Das hat zur Folge, dass dieselbe Handlung, je nach Person, einmal intrinsisch motiviert, ein anderes Mal extrinsisch motiviert ist, abhängig davon, wie stark das Anerkennungsstreben ausgeprägt ist. Die nachfolgende Betrachtung würde also nur Individuen mit einem hohen Streben nach sozialer Anerkennung zum Bestandteil haben, was nicht beabsichtigt ist. Darüber hinaus muss eine derartige Interpretation dieser Theorie mit großer Vorsicht genossen werden, da diese Konzeption für greifbare Gegenstandsfelder, wie Autos und Fußball geschaffen wurde und nicht für menschliche Bedürfnisse.
Die erweiterte klassische Sicht klassifiziert das Streben nach sozialer Anerkennung als intrinsisch motiviert, wenn die Ergebnisse und Folgen einer Handlung unmittelbar mit dieser in Zusammenhang stehen. Die Klassifikation der Anerkennung als Ergebnis, das unmittelbar mit der Handlung in Zusammenhang steht, würde unterstellen, dass Personen aus einem inneren Bedürfnis heraus Handlungen vollziehen, welche ihnen Anerkennung verschaffen (Ergebnis) woraufhin sich ihr Selbstwert erhöht (Folge). Intrinsisch motiviert wären also sämtliche Tätigkeiten, deren Ergebnis und Folgen mit Anerkennung im Zusammenhang stehen. Dies kommt der gewünschten Betrachtung bereits sehr nahe, die Überlegung zum extrinsisch motivierten Streben nach sozialer Anerkennung ist allerdings paradox. Handlung und Folge fallen in diesem Fall auseinander, eine Person erhält also Anerkennung (Ergebnis), obwohl sie das mit der Handlung nicht beabsichtigt hatte und diese Handlung aus keinem inneren Bedürfnis entspringt. Somit würden alle Aktivitäten, welche zu sozialer Anerkennung führen, aber nicht dem Streben entspringen, als extrinsisch motiviert klassifiziert werden.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit im Kontext des Strebens nach sozialer Anerkennung.
2 Der Motivationsbegriff: Klärung der theoretischen Grundlagen von intrinsischer und extrinsischer Motivation.
3 Das Motiv „Streben nach sozialer Anerkennung“: Theoretische Einordnung des Anerkennungsstrebens und Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie Selbstverwirklichung und Selbstwert.
4 Ansätze zur sozialen Entwicklung des Menschen: Überblick über entwicklungspsychologische Theorien wie Psychoanalyse, Behaviorismus, Ethologie und Systemtheorie.
5 Entwicklungspsychologische Bestimmungsfaktoren des Anerkennungsstrebens: Detaillierte Analyse des Einflusses von Familie, Bindungstypen, Erziehungsstilen und Peers auf die Anerkennungsbedürfnisse.
6 Wirkungen des Anerkennungsstrebens: Untersuchung der Konsequenzen für das Konsumverhalten (Prestige) und die Nutzung virtueller Gemeinschaften.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der theoretischen Erkenntnisse und der entwicklungspsychologischen Zusammenhänge.
8 Implikationen für Forschung und Wirtschaft: Ableitung von praktischen Anwendungsmöglichkeiten für Unternehmen und Impulse für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Soziale Anerkennung, Intrinsische Motivation, Selbstwert, Bindungstheorie, Erziehungsstile, Peergroup, Prestigekonsum, Online-Kommunikationsverhalten, Virtuelle Gemeinschaften, Selbstkonzept, Sozialisation, Konsumverhalten, Entwicklungspsychologie, Identitätsbildung, Bedürfnisbefriedigung.
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse des Strebens nach sozialer Anerkennung. Ziel ist es zu verstehen, welche Ursachen dieses Bedürfnis hat und welche Auswirkungen es auf das Handeln, insbesondere im Konsum und in der Kommunikation, ausübt.
Die zentralen Themen umfassen Motivationspsychologie, Bindungs- und Erziehungstheorien, die Bedeutung sozialer Einflüsse (Peers) sowie die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse im Marketing und der Internetnutzung.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, homogene Entwicklungsmuster zu identifizieren, die zur Ausprägung eines bestimmten Niveaus an Anerkennungsstreben führen, um daraus Rückschlüsse auf das resultierende Verhalten der Individuen ziehen zu können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert. Die Autorin verknüpft psychologische Theorien mit empirischen Befunden, um ein Modell für die Entstehung und Wirkung des Anerkennungsstrebens zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in eine entwicklungspsychologische Analyse der Kindheit und Jugend (Einfluss von Eltern und Peers) und eine anschließende Betrachtung der Auswirkungen auf das Erwachsenenalter, speziell auf Prestigekonsum und Online-Kommunikation.
Wichtige Begriffe sind Soziale Anerkennung, Intrinsische Motivation, Selbstwert, Bindungstheorie, Peergroup und Prestigekonsum.
Die Arbeit zeigt, dass Erziehungsstile (autoritativ, permissiv, autoritär, vernachlässigend) die Entwicklung des Selbstwerts und damit die Stärke des Anerkennungsstrebens maßgeblich beeinflussen, da sie die Art der sozialen Rückmeldungen an das Kind prägen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass das Internet neue Wege bietet, das Bedürfnis nach Anerkennung zu befriedigen, besonders wenn reale soziale Kontakte oder soziale Kompetenzen fehlen oder gehemmt sind.
Virtuelle Gemeinschaften fungieren als Plattform, auf der Individuen mit hohem Anerkennungsstreben ihre Expertise demonstrieren und durch positive Rückmeldungen in Form von Beiträgen ihren Selbstwert steigern können.
Unternehmen können die Erkenntnisse nutzen, um in sozialen Netzwerken und Foren "Information-Supplier" zu identifizieren und durch gezielte Anreizsysteme und Qualitätskontrollen langfristig an ihre Plattform zu binden.
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