Magisterarbeit, 2000
112 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kommunikationstheorie
2.1 Massenkommunikation
2.2 Interpersonale Kommunikation
2.3 Interdependenzen
2.3.1 Stimulus-Response-Theorie
2.3.2 Two-Step Flow of Communication
2.3.3 Kommunikationsrollen
2.3.3.1 Opinion Leader
2.3.3.2 Opinion Follower
2.3.4 Multi-Step Flow of Communication
2.3.4.1 Lokale und kosmopolitische Meinungsführer
2.3.4.2 Virtuelle Meinungsführer
2.3.4.3 Isolierte
2.3.5 Agenda Setting
2.3.6 Die Schweigespirale
3. Der ländliche Raum
3.1 Das Sozialsystem
3.2 Begriffsklärung
3.3 Interpersonale Kommunikation in dörflichen Gemeinschaften
3.3.1 Entstehung sozialer Kontakte
3.3.2 Entstehung sozialer Netzwerke
3.3.3 Die soziale Gruppe
3.4 Analyse durch Netzwerkanalyse
4. Netzwerkanalyse
4.1 Theorie der Netzwerkanalyse
4.1.1 Grundlagen und Elemente
4.1.2 Einteilung von Netzwerken
4.1.3 Burt- und Fischer-Instrument
4.1.4 Struktur und Qualität
4.1.5 Maßzahlen
4.2 Von der Gemeindestudie zur Netzwerkanalyse
4.2.1 Marienthal
4.2.2 Euskirchen
4.2.3 Studie „Mittlerer Neckar“
5. Studienkonzept
5.1 Die Entwicklung der Gemeinden Ardagger und Viehdorf
5.2 Methodenbeschreibung
5.2.1 Inhaltsanalyse
5.2.2 Interviews
6. Ergebnisse
6.1 Demographische Merkmale
6.2 Mediennutzung
6.3 Informationswege
6.4 Kommunikationsnetzwerke
6.4.1 Die Netzgröße
6.4.2 Homogenität und Heterogenität
6.4.3 Multiplexität
6.4.4 Qualität der Relationen
6.4.5 Politische Kommunikation
6.4.6 Meinungsführerschaft
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht Kommunikationsprozesse in dörflichen Gemeinschaften, insbesondere in den Gemeinden Ardagger und Viehdorf. Ziel ist es, formale und informelle Kommunikationsstrukturen zu identifizieren und die Wirkung von Massenmedien im Vergleich zur interpersonalen Kommunikation zu bestimmen, wobei der Schwerpunkt auf der Netzwerkanalyse liegt.
2.1 Massenkommunikation
Schon beim Begriff „Massenkommunikation“ treten in der Kommunikationswissenschaft die ersten Unsicherheiten auf. Silbermann erkennt ob der Vielfalt der Inhalte dieses Begriffs, daß die Forschung schon an der Basis auf ein Problem stößt, nämlich für das Erkenntnisobjekt seiner Disziplin eine geeignete Definition zu finden. Dies ist ein Aspekt, ein anderer ist - nach Silbermann - die negativistische Belegung des Begriffs „Masse“, der so wertfrei mit „Kommunikation“ in Verbindung gesetzt wird. Masse legt immer etwas Großes, Unüberschaubares nahe, das – einmal in Bewegung – nur schwer wieder gestoppt werden kann. Diese Betrachtungsweise impliziert einen negativen Charakter der Massenkommunikation, dem sich auch die aktuelle Forschung nicht immer entziehen kann.
So weist etwa Eisenstein auf die „problematische Verwendung des Begriffes Masse“ in Zusammenhang mit Definitionsversuchen des Terminus Massenkommunikation hin. Bei Rezipienten handelt es sich letztlich nicht um eine undefinierbare Masse, sondern um Individuen, die durch vielfältige demographische Merkmale zu unterscheiden sind, und die in den meisten Fällen frei über die subjektive Informationsaufnahme entscheiden können.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Medienwirkungsforschung und die Relevanz interpersonaler Kommunikation im ländlichen Raum.
2. Kommunikationstheorie: Theoretische Auseinandersetzung mit Massen- und interpersonaler Kommunikation sowie deren Interdependenz durch verschiedene Modelle.
3. Der ländliche Raum: Untersuchung der soziologischen Strukturen dörflicher Gemeinschaften und deren Wandel durch äußere Einflüsse.
4. Netzwerkanalyse: Darstellung der theoretischen Grundlagen und methodischen Instrumente der modernen Netzwerkanalyse.
5. Studienkonzept: Beschreibung der untersuchten Gemeinden sowie der angewandten Methoden (Inhaltsanalyse und Interviews).
6. Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der empirischen Daten zu demographischen Merkmalen, Mediennutzung und Kommunikationsnetzwerken.
7. Zusammenfassung: Fazit der Untersuchung hinsichtlich der Bedeutung interpersonaler Netzwerke im ländlichen Raum und deren Zusammenspiel mit Medieninhalten.
Massenkommunikation, Interpersonale Kommunikation, Ländlicher Raum, Netzwerkanalyse, Meinungsführer, Soziale Netzwerke, Mediennutzung, Kommunikationsstrukturen, Politische Kommunikation, Dorfentwicklung, Gemeinde, empirische Sozialforschung, Multiplexität.
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Massenkommunikation und interpersonaler Kommunikation im ländlichen Raum anhand einer empirischen Studie in Ardagger und Viehdorf.
Die zentralen Themen umfassen Kommunikationstheorie, die Struktur des ländlichen Raums, die Methoden der Netzwerkanalyse sowie die Ergebnisse der spezifischen Gemeindestudie.
Das Ziel ist die Identifizierung von Kommunikationsprozessen in dörflichen Gemeinschaften sowie die Bestimmung ihrer Wirkung und der Bedeutung informeller versus formaler Strukturen.
Es wird ein Zweimethodendesign angewandt, das eine standardisierte Inhaltsanalyse regionaler Medien mit mündlichen Interviews zur Erhebung ego-zentrierter Netzwerke kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Kommunikationsrollen und Netzwerktheorien sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten zu Mediennutzung, Netzwerkgröße und politischer Kommunikation in den Zielgemeinden.
Zu den Kernbegriffen gehören Netzwerkanalyse, Massenkommunikation, Meinungsführer, ländlicher Raum und soziale Netzwerke.
Meinungsführer werden als Informationsknotenpunkte innerhalb einer Gruppe definiert, die aufgrund demographischer oder intellektueller Eigenschaften häufig um Rat gefragt werden oder aktiv den Kommunikationsprozess initiieren.
Die Autorin stellt fest, dass in den untersuchten Netzwerken eine starke familiäre und verwandtschaftliche Bindung vorherrscht, die traditionelle Werte und Vertrauensbeziehungen festigt, was das Auftreten von "Weak Ties" (flüchtigen Kontakten) minimiert.
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