Examensarbeit, 2010
60 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 Einleitung
2 Die Forschungslage
2.1 Die Literatur vor dem Jahr 2000
2.2 Die Literatur nach der Jahrtausendwende
3 Der DFB in der Zeit vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus
3.1 Der Aufstieg des DFB im Kaiserreich
3.2 Der DFB in der Weimarer Republik
3.3 Die Gleichschaltung des DFB im Dritten Reich
4 Die Sportpresse als Instrument der NS-Propaganda
4.1 Die Entstehungsphasen der deutschen Sportpresse
4.2 Die Fußballberichterstattung in der Zeit von 1920 bis 1932 am Beispiel „Der Kicker“
4.3 Die Gleichschaltung der (Sport-)presse im Nationalsozialismus
4.4 Die Fußballberichterstattung in der deutschen Sportpresse zu Beginn des Dritten Reiches
4.5 Die Fußballberichterstattung zwischen der Machtergreifung und den Kriegsjahren
4.6 Die Fußballberichterstattung ab 1939
4.7 Der Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Fußballberichterstattung in der NS-Sportpresse“
4.8 Die spezifisch nationalsozialistischen Elemente des Fußballs und dessen Berichterstattung in der Zeit des Nationalsozialismus
5 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der deutschen Fußballberichterstattung in der Zeit des Nationalsozialismus und analysiert, inwiefern der Sport sowie die Sportpresse gezielt für propagandistische Zwecke des Regimes instrumentalisiert wurden. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich die Berichterstattung in der Fachzeitschrift „Der Kicker“ von 1932 bis 1943 veränderte und welche Rolle der DFB in diesem Prozess einnahm.
4.2 Die Fußballberichterstattung in der Zeit von 1920 bis 1932 am Beispiel „Der Kicker“
„Der Kicker“ wurde 1920 von Walther Bensemann gegründet. Damit erschien das Fachblatt bereits 13 Jahre lang, bevor die Nationalsozialisten 1933 die politische Führung übernahmen. Nachfolgend soll zunächst erläutert werden, welche inhaltlichen Schwerpunkte die Fußball-Illustrierte vor der Gleichschaltung aufwies, um anschließend Unterschiede darstellen zu können, die sich durch die Einflussnahme des Regimes ergaben. Zunächst muss erwähnt werden, dass Walther Bensemann jüdischer Abstammung war. Aufgrund seiner Herkunft wurde er daher einige Jahre später im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten seines Amtes als Herausgeber des „Kicker“ enthoben und emigrierte daraufhin in die Schweiz. Spätestens ab diesem Zeitpunkt vollzog die Fachzeitschrift einen inhaltlichen Wandel, den es im Folgenden zu untersuchen gilt.
Vom äußeren Erscheinungsbild lässt sich bei den Ausgaben des „Kicker“ aus den Jahren von 1920 bis 1933 festhalten, dass jede Ausgabe unter dem großen Schriftzug „Der Kicker“ den Namen des Herausgebers, Walther Bensemann, abbildete. Dabei ist nicht die Rede von der Titelseite. Diese zeigte im Fall derjenigen „Kicker“-Ausgaben, die eine Berichterstattung zu deutschen Länderspielen beinhalteten, in der Regel einen Szenenausschnitt aus dem jeweiligen Spiel. Darauf folgend widmete sich die Zeitschrift auf den drei nachfolgenden Seiten der Darstellung des Länderspiels. An dieser Stelle wurden Illustrationen der Tore sowie andere Eindrücke des Spiels dargestellt. Bei den Ausgaben aus dem Jahr 1933, die keine Länderspielberichterstattung als Themengegenstand aufgreifen konnten, wurden in der Regel auf den ersten zwei Seiten Bilder von den Spielen deutscher Vereinsmannschaften gezeigt. Bemerkenswert ist an dieser Stelle die Tatsache, dass meist auf der dritten bebilderten Seite ein Szenenfoto eines Spiels von zwei englischen Teams veröffentlicht wurde.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Instrumentalisierung des Fußballsports und der Fußballberichterstattung durch das NS-Regime ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Die Forschungslage: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsstand zum Thema Fußball im Nationalsozialismus und hebt den Wandel von älteren, teils euphemistischen Publikationen zu moderner, kritischer Historiographie hervor.
3 Der DFB in der Zeit vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus: Hier wird die historische Entwicklung des DFB nachgezeichnet, wobei insbesondere die zunehmende Verflechtung von Verbandsinteressen, militärischem Einfluss und ideologischer Anpassung im Kontext der nationalsozialistischen Diktatur beleuchtet wird.
4 Die Sportpresse als Instrument der NS-Propaganda: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert detailliert die Gleichschaltung der Sportmedien am Beispiel des „Kicker“, die propagandistische Nutzung von Länderspielen und die damit einhergehende Veränderung journalistischer Standards.
5 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und resümiert, wie die Sportpresse im Rahmen ihrer Möglichkeiten als „Auszeit des Regimes“ fungierte, während der Fußball gleichzeitig als Werbeträger für ein friedfertiges Bild des Dritten Reiches missbraucht wurde.
Fußballberichterstattung, Nationalsozialismus, Der Kicker, NS-Propaganda, DFB, Gleichschaltung, Sportpublizistik, Nationalmannschaft, Walther Bensemann, Sportpolitik, Länderspiele, Ideologie, Medienforschung, Zweiter Weltkrieg, Sportgeschichte
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und inhaltliche Transformation der deutschen Fußballberichterstattung in der Zeit des Nationalsozialismus, mit einem speziellen Fokus auf die Fachzeitschrift „Der Kicker“.
Zentrale Themen sind die Gleichschaltung der Medien, die Rolle des DFB, die politische Instrumentalisierung von Länderspielen und die Frage, wie Propaganda den Fußball als Ablenkung und Werbeträger für das NS-Regime nutzte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Sportpresse ihre Funktion wandelte und inwieweit Berichterstattung zur propagandistischen Selbstdarstellung des NS-Staates beitrug.
Die Untersuchung basiert primär auf einer detaillierten Quellenanalyse von Jahrgängen der Fußballfachzeitschrift „Der Kicker“ zwischen 1932 und 1943, ergänzt durch den Abgleich mit aktueller sportgeschichtlicher Literatur.
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen – von der Weimarer Republik über die Machtergreifung bis zum Totalen Krieg –, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Sportpublizistik und die Funktion des Fußballs im NS-Staat stellten.
Neben Begriffen wie Fußballberichterstattung, NS-Propaganda und Gleichschaltung sind Sportgeschichte, Verbandsgeschichte und Medienanalyse essenziell.
Das Thema Berufsfußball wurde zunehmend im Kontext antisemitischer Rhetorik und unter dem Deckmantel des sportlichen „Idealismus“ diskutiert, um Spieler und Vereine ideologisch auf Linie zu bringen.
Die Nationalmannschaft diente als „Botschafter des Dritten Reiches“, wobei ihre Auftritte im Ausland dazu genutzt wurden, ein Bild von Normalität, Gastfreundschaft und Friedfertigkeit zu vermitteln, um außenpolitisches Misstrauen abzubauen.
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