Diplomarbeit, 2008
315 Seiten, Note: 2
1. Einleitung und Definitionen
1.1 Wiener Klarinette
1.2 Entwicklung der Klarinetten
1.2.1 Geschichtliche Hintergründe
1.3 Grundsätze des Blasinstrumental-Spiels
1.4 Körper und Instrument als harmonische Einheit
1.5 Körperliche Voraussetzungen und Griffschwere
1.6 Haltung
1.7 Haltung im Stehen
1.8 Stärkung der Ausdauer
1.9 Drei Normen der aufrechten Haltung:
1.10 Mund- und Kieferbau (Ansatz) vs. Kontrollierte Finger-Koordination
1.11 Entwicklungsstand der Hände und Finger
1.12 Lotgerechte Haltung
1.13 Kindgerechte Instrumente
1.14 Der Begriff
1.15 Psychische Voraussetzungen des Instrumental-Unterrichts
1.16 Atmung, „Luft“
1.17 Fingergröße, Klappen- oder Lochgröße
1.18 Ausbildungsgrad, Alter, Reife
1.19 Blattlesefähigkeit
1.20 Körperlicher Entwicklungsstand, Muskulatur der Finger und Hände
1.21 Körpergröße / Instrumentengröße - Relation
2. Die Fragestellungen der Arbeit und ihre Relevanz
2.1 Ist der Schwierigkeitsgrad von Griffen und Grifffolgen berechenbar?
2.2 Der Beweis der subjektiven Griffschwere
2.3 Ist es möglich eine Vorhersage des Schwierigkeitsgrades eines Stückes zu machen und dabei die optimale Grifffolge zu berechnen?
2.4 Ist es möglich eine ästhetische Vorhersage des Spiels der Klarinette zu generieren?
2.5 Eine modellierte Klarinette kann ein Werkzeug für Komponisten oder auch für den Instrumentenbau sein.
3. Voruntersuchung 1: Explorativ
3.1 Frage 1: Methoden des Übens im Kopf. Welche Methoden gibt es und welche sind optimal?
3.2 Frage 2: Wie wird der Schweregrad eines Stückes festgestellt?
3.3 Voruntersuchung 2: Quantitativ, Qualitativ
3.4 These 1: Zusammenhang zwischen Schweregrad und Anzahl der verwendeten Finger
3.5 Voruntersuchung 3: Qualitativ
3.6 Hauptuntersuchung : Quantitative Untersuchung an Klarinettistinnen und Klarinettisten und an Saxophonistinnen und Saxophonisten. Auswertung der gewonnen Daten.
3.7 These 2: Zusammenhang zwischen Schweregrad und Fingerposition
3.8 These 3: Korrelation zwischen „Schwere-Akzeptanz“ und musikästhetischen Entscheidungen
3.9 Mögliche weitere Untersuchung: Einzelfallstudie, Stückanalyse
3.10 Fehler-Ursachen
4. Hauptuntersuchungen
4.1 Einleitung
4.2 Methode
4.2.1 TeilnehmerInnen (Auswahl, Eigenschaften)
4.2.2 Versuchsplanung
4.2.3 Technische Mittel
4.2.4 Prozedere
4.2.5 Auswertung
4.3 Ergebnisse beider Befragungen
4.3.1 Ergebnisse: Klarinette
4.3.2 Ergebnisse: Saxophon
4.4 Diskussion
5. Beschreibung des Modells
5.1 Theorie
5.2 Mathematische Beschreibung
5.3 Vergleich zwischen Ergebnissen und Vorhersagen des Modells
5.4. Diskussion
6. Schluss
6.1 Versuchsplanung
6.2 Auswertungsmethoden (insb. Erklärung der angewendeten qualitativen Methoden)
6.3 methodenbezogene Ergebnisse
6.4. Generalisierbarkeit
6.5. Qualitative Analysen mit Zitaten, Kategorien
7. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
7.1 Erweiterung des Modells
8. Implikationen
8.1 Implikation für die Übetechnik
8.2 Implikation für Komposition und Verlagswesen
8.3 Implikation für Musikschulsysteme
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein empirisch fundiertes Modell zur Bewertung und Vorhersage des Schwierigkeitsgrades von Griffen und Grifffolgen auf der Klarinette zu entwickeln. Durch die mathematische Umwandlung von Griffmustern in Vektoren soll ein Werkzeug geschaffen werden, das objektive Aussagen über die technische Spielbarkeit ermöglicht und somit zur Optimierung von Lernprozessen, Kompositionen und dem Instrumentenbau beiträgt.
1. Einleitung und Definitionen
„Du musst nur mit dem nächsten Finger das nächste Loch zuhalten, dann kommt der nächst tiefere Ton.“, ist ein Satz den ich sinngemäß sehr oft zu meinen Schülern sagte. Hinter dieser scheinbar sehr leichten Übung versteckt sich ein Prozess, der sehr viel interdisziplinäres Denken verlangt. Diese Logik ist bei sehr wenigen Tönen tatsächlich anwendbar. Die entwickelte Vorstellung dahinter und die daraus folgende Griff-Verknüpfung werden für einen heranwachsenden Holzbläser zur entscheidenden Frage bei der Wahl der Übe-Strategien. Die Möglichkeit der freien Wahl von Griffvarianten ist nicht immer gegeben, weil klangliche oder ideologische Gründe oder das Nicht-Wissen behindernd sind.
Griffe und Tonerzeugung lassen sich mit physikalischen Modellen gut veranschaulichen. Die daraus folgenden Griffbilder können schematisch mit Hilfe der Logik dargestellt und mathematisch umgewandelt werden. Die daraus entstehenden Vektoren ermöglichen die Griffbilder zu bewerten und miteinander zu vergleichen. Die Steuerung der Griffe kann anatomisch mit Hilfe der Medizin und deren Bewegungsabläufe mit Hilfe der Sport- und Bewegungswissenschaft erklärt werden. Die verbleibenden Fragen zum Holzblasinstrumentalspiel können mit den Techniken der Gehirnforschung geklärt und erklärt werden und die Griffkombinatorik kann psychologisch modelliert werden.
Die Klarinette sei das komplizierteste Holzblasinstrument, weil sie das einzige Instrument in seiner Familie ist, das nicht oktaviert, sondern in die Duodezim überbläst. Der Vorteil dieses Umstandes ist, dass die B-Klarinette bei einer relativ
1. Einleitung und Definitionen: Einführung in die Problematik der Grifflogik bei der Klarinette und Abgrenzung zu bestehenden Disziplinen.
2. Die Fragestellungen der Arbeit und ihre Relevanz: Erörterung, inwiefern Schwierigkeitsgrade von Grifffolgen berechenbar sind und welchen Nutzen ein solches Modell bietet.
3. Voruntersuchung 1: Explorativ: Präsentation explorativer Beobachtungen zur Unterrichtspraxis und den ersten Ansätzen zur Identifikation von Schwierigkeiten.
4. Hauptuntersuchungen: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und Auswertung der quantitativen Daten von Klarinetten- und Saxophonbefragungen.
5. Beschreibung des Modells: Detaillierte Darstellung des mathematischen Modells zur Quantifizierung von Fingerbewegungen.
6. Schluss: Zusammenfassung der methodischen Erkenntnisse und der theoretischen Griffmaxima.
7. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
8. Implikationen: Diskussion der Anwendungsmöglichkeiten für die Übetechnik, Komposition und Musikschulsysteme.
Klarinette, Grifflogik, Griffschwere, Holzblasinstrumente, Music Performance Research, Empirische Untersuchung, Modellierung, Vektoranalyse, Fingerkoordination, Musikpädagogik, Instrumentenbau, Schwierigkeitsgrad, Registerwechsel, Spieltechnik, Angststellen.
Die Diplomarbeit untersucht die Schwierigkeit von Griffen und Grifffolgen auf der Klarinette aus empirischer und theoretischer Sicht, um ein systematisches Verständnis für spieltechnische Anforderungen zu gewinnen.
Zentrale Themen sind die Grifflogik von Holzblasinstrumenten, die Physiologie des Spielens, die Entwicklung von Schwierigkeitsberechnungen und die interdisziplinäre Anwendung musikpsychologischer Erkenntnisse.
Das Ziel ist die Erstellung eines mathematischen Vorhersage-Modells, das optimale Grifffolgen berechnet und Schwierigkeitsgrade in Musikstücken für Musiker, Lehrer und Komponisten messbar macht.
Die Arbeit nutzt einen empirischen Ansatz mit Befragungen von KlarinettistInnen und SaxophonistInnen, kombiniert mit einer mathematischen Vektoranalyse zur Modellierung von Griffkombinationen.
Der Hauptteil umfasst explorative Voruntersuchungen, eine groß angelegte Hauptuntersuchung, die mathematische Beschreibung des Modells sowie die Diskussion von Ergebnissen und deren Validität.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Klarinette, Griffschwere, Modellierung, Vektoranalyse, Spielbarkeit, Music Performance Research und empirische Forschung beschreiben.
„Rutschen“ bezeichnet eine oft notwendige, aber unsaubere Spieltechnik, um unspielbare Tonverbindungen zu umgehen, welche im Modell als Indikator für Griffschwierigkeiten dient.
Der entscheidende Unterschied ist, dass die Klarinette in die Duodezim überbläst, was zu einer deutlich komplexeren und andersartigen Griffsystematik in den verschiedenen Lagen führt.
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