Masterarbeit, 2024
160 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Motivation
1.2 Gliederung der Arbeit
1.3 Forschungsinteresse und Relevanz
1.4 Forschungsfrage und Eingrenzung des Themas
2. Konzeptioneller Rahmen zu Cancel Culture
2.1 Definition und begriffliche Einordnung
2.2 Einordnung der relevanten Merkmale
2.3 Bekannte Beispiele und Diskurs
2.4 Forschungsstand zur Cancel Culture
3 Theoretische Einbettung
3.1 Klassische soziale Protestbewegungen
3.2 Digitaler Aktivismus
3.2.1 Theoretische Konzepte im Wandel
3.2.2 Merkmale sozialer Bewegungen im digitalen Zeitalter
3.3 Hashtag-Aktivismus
3.4 Protestkommunikation im digitalen Raum
3.5 Zwischenfazit
4 Empirische Studie
4.1 Erschließung des Untersuchungsfeldes
4.1.1 Untersuchungsgegenstand: Der Fall Luke Mockridge
4.1.2 Methodische Rahmenbedingungen
4.2 Datenerhebung und Aufbereitung
4.2.1 Zugang und Generierung der Daten
4.2.2 Methodische Reflexion
4.2.3 Auswahl des Samples
4.3 Erhebungsmethode
4.3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4.3.2 Begründung der Methodenwahl
4.3.3 Festlegung und Begründung der Analyserichtung
4.3.4 Basismethode: Die inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse
4.3.5 Gütekriterien und Limitation
5. Analyse und Ergebnispräsentation
5.1 Entwicklung des Kategoriensystems
5.2 Darstellung und Interpretation der Kategorien
5.2.1 Urteilsbildung
5.2.2 Aufforderung
5.2.3 Solidarisierung
5.2.4 Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung
5.2.5 Mobilisierung
5.3 Interpretation der Ergebnisse
5.3.1 Zusammenfassung und Interpretation
5.3.2 Wie charakterisiert sich die Cancel Culture als digitale Protestbewegung?
6 Fazit
7. Ausblick
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der Cancel Culture als Phänomen des digitalen Aktivismus und als soziokulturelle Erscheinung. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie charakterisiert sich Cancel Culture als digitale Protestbewegung in ausgewählten Posts auf Twitter, unter Bezugnahme des Hashtags #KonsequenzenFürLuke?”. Dabei wird mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse analysiert, ob das Phänomen der Cancel Culture Strukturen einer Protestbewegung aufweist und welche spezifischen Kommunikations- sowie Positionierungspraktiken dabei zum Einsatz kommen.
1.1 Hintergrund und Motivation
„Ich habe das Gefühl, Social Media hat die Deutungshoheit über meinen Fall, der Justiz entzogen” (Mockridge 2023: 28:31-28:36)
In einer Ära, in der soziale Medien zu einem bedeutenden Schauplatz öffentlicher Debatten geworden sind, verweisen diese Worte von dem deutschen Comedian Luke Mockridge, auf ein Phänomen, das in den Schlagzeilen und Diskussionen immer präsenter wird und nun eigene Dynamiken angenommen hat: die sogenannte “Cancel Culture”. Dieses Phänomen ist nun in den sozialen Medien omnipräsent und aus der aktuellen Medienlandschaft nicht wegzudenken. Seit den 1960er Jahren wurden in den USA durch verschiedene soziale Bewegungen, die sich für mehr Gerechtigkeit und Gleichberechtigung einsetzten, die Ursprünge für Cancel Culture geschaffen (vgl. Ng 2022). Die Digitalisierung führte zu neuen Ausdrucksformen von Protesten, welche die Möglichkeiten politischer Mobilisierung erweiterten. Durch die Verwendung digitaler Plattformen hat „sich ein Eigenleben des digitalen Aktivismus heraus[gebildet], das auch das Protestgeschehen auf der Straße beeinflusst" (Fielitz/Staemmler 2020: 245), welches aber auch vollständig online stattfinden kann. Mit dem Aufkommen von sozialen Medienplattformen wie Twitter oder Instagram, die es den Nutzenden ermöglichen öffentlich Kritik zu üben, konnten sich auch bereits bestehende Bewegungen ausweiten und verstärkten Druck aufbauen. Seit Beginn der #MeToo Debatte im Jahr 2017 auf Twitter, hat der Terminus der Cancel Culture eine wichtige Rolle in der heutigen Medienlandschaft eingenommen. Hashtags wie #MeToo oder #BlackLivesMatter wurden zu Symbolen des digitalen Aktivismus, die dazu beigetragen haben, vorherrschende Narrative zu verändern und in Fällen wie Bill Cosby und Harvey Weinstein zu rechtlichen Konsequenzen zu führen (Romano 2021: o.S.). Seit dem Jahr 2019 ist die Cancel Culture auch in Deutschland vermehrt in den Medien vertreten und wird als kontroverses Thema diskutiert (vgl. Toll 2019; Lühmann 2019; Vahabzadeh 2019).
Genau diese Kontroversen zeigen auf, dass sich im Diskurs um die Cancel Culture verschiedene Meinungen und Positionen herausgebildet haben. Dabei reicht die Bandbreite der Ansichten von der kritischen Auseinandersetzung mit Machtstrukturen und der Stärkung von Betroffenen bis hin zu Bedenken bezüglich möglicher Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der Gefahr von überstürzten, unreflektierten Reaktionen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel liefert den Hintergrund und die Motivation der Arbeit, erläutert das Forschungsinteresse sowie die Relevanz des Themas und legt die zentralen Forschungsfragen fest.
2. Konzeptioneller Rahmen zu Cancel Culture: Das Kapitel bietet eine detaillierte Definition sowie eine begriffliche Einordnung der Cancel Culture und analysiert deren relevante Merkmale im Diskurs.
3 Theoretische Einbettung: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung über soziale Protestbewegungen, deren Wandel durch den digitalen Aktivismus und die Bedeutung des Hashtag-Aktivismus im digitalen Raum.
4 Empirische Studie: Dieses Kapitel widmet sich der konkreten Untersuchung des Falls Luke Mockridge, der Datenerhebung sowie der Begründung der gewählten qualitativen Inhaltsanalyse als Methode.
5. Analyse und Ergebnispräsentation: In diesem Hauptteil wird das Kategoriensystem detailliert beschrieben und die Ergebnisse der Analyse interpretiert, um die Forschungsfragen zu beantworten.
6 Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Beantwortung der Forschungsfragen.
7. Ausblick: Der letzte Abschnitt diskutiert das Potenzial für zukünftige Forschungen und hebt die Bedeutung einer weiteren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Dynamiken digitaler Proteste hervor.
Cancel Culture, digitale Protestbewegung, Hashtag-Aktivismus, qualitative Inhaltsanalyse, soziale Bewegungen, Twitter, #KonsequenzenFürLuke, Internetaktivismus, Protestkommunikation, Identitätspolitik, Machtstrukturen, Meinungsfreiheit, Online-Diskurs, Mobilisierung, Framing.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der „Cancel Culture“ und untersucht, wie dieses in sozialen Medien auftritt und ob es als eine Form der digitalen Protestbewegung verstanden werden kann.
Die Arbeit verknüpft Theorien zu sozialen Bewegungen und digitalem Aktivismus mit einer empirischen Analyse von Protestpraktiken im Internet, konkret am Beispiel des Falls Luke Mockridge auf Twitter.
Das Ziel ist die Analyse der Cancel Culture als soziokulturelles Konzept. Im Kern steht die Frage, wie sich die Cancel Culture als digitale Protestbewegung in ausgewählten Posts auf Twitter charakterisiert.
Die Verfasserin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, um Twitter-Beiträge zu systematisieren und die darin enthaltenen Positionierungs- und Mobilisierungspraktiken zu verstehen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der empirischen Erhebung und der detaillierten Auswertung der Daten mittels eines deduktiv-induktiv entwickelten Kategoriensystems, das die verschiedenen Protestpraktiken abbildet.
Die zentralen Schlagworte umfassen Cancel Culture, digitale Protestbewegung, Hashtag-Aktivismus, Protestkommunikation und Positionierungspraktiken.
Die Daten stammen aus einer Vollerhebung von Twitter-Beiträgen zum Hashtag #KonsequenzenFürLuke im Zeitraum vom 15. März 2021 bis zum 24. Oktober 2021, die nach spezifischen Bereinigungskriterien auf n=978 relevante Tweets reduziert wurden.
Der Fall dient als repräsentatives Anschauungsmaterial, da er alle charakteristischen Merkmale der Cancel Culture erfüllt – von der öffentlichen Verurteilung bis hin zu Boykottaufrufen – und damit eine fundierte Einzelfallanalyse ermöglicht.
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