Bachelorarbeit, 2022
47 Seiten
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Forschungsstand
1.3. Zielsetzung und Methode
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Gewalt
2.1.1. Gewalt nach Popitz
2.2. Die Familie als soziales System
2.2.1. Diffuse Sozialbeziehungen
2.2.2. Die Familie als soziales System
3. Konfliktdynamiken in der Familie als soziales System
4. Mikrosoziologie nach Collins
4.1. Gewaltsituationen
4.2. Vorwärtspanik
4.3. Gewaltsituationen innerhalb der Familie
4.3.1. Milde und rohe Gewalthandlungen
4.3.2. Konfliktdynamiken in gewaltsamen Partnerschaften
4.3.3. Konfliktdynamik bei gewaltsamen Handlungen gegen Kinder
5. Anwendung der mikrosoziologischen Theorie von Collins
5.1. Fallbeispiel 1
5.2. Fallbeispiel 2
5.3. Fallbeispiel 3
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern gewaltsame Konflikte innerhalb der Familie als soziales System mithilfe von Randall Collins’ Mikrosoziologie der Gewalt erklärt werden können. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von Gewalt als situationsbezogene Interaktion und der Identifikation von Eskalationsmustern.
4.1. Gewaltsituationen
Gewalt entsteht gemäß Collins’ Mikrosoziologie der Gewalt innerhalb der Interaktionsordnung. Hauptmerkmal von Situationen, welche zu Gewalt führen können, ist eine sich aufbauende Konfrontationsanspannung. Ob Gewalt gegen den anderen Akteur angewendet wird hängt von der Konfrontationssituation ab. Auch wenn der Situationsteilnehmer motiviert ist gewaltsam zu handeln, so muss er trotzdem einen Weg finden, die Konfrontationsanspannung und Angst zu überwinden oder für einen Angriff zu nutzen (Collins, 2011, S. 9).
Gewalthandlungen sind nach Collins jedoch eher unwahrscheinliche Handlungen innerhalb der menschlichen Interaktion. Ausschlaggebend für menschliche Interaktionen ist die gegenseitige Einbindung von Akteuren in deren Körperrhythmen und emotionale Stimmungen (Collins, 2011, S. 124). Collins Verständnis von menschlichen Interaktionen ist an Erving Goffman angelehnt. Goffman erklärt die Zusammenkunft von Menschen als etwas, wo sich die Akteure gegenseitig wahrnehmen und aneinander anpassen.
Collins ist der Auffassung, dass Menschen in Interaktionen danach streben, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden, um eine emotionale Stabilität herzustellen. Denn der Mensch ist laut ihm so gemacht, dass er sich wohlfühlt, wenn mit dem Gegenüber eine Übereinstimmung besteht und ein ausgeprägter mikrointeraktiver Rhythmus entsteht. Dieser Rhythmus führt zu einem Gemeinschaftsgefühl und zu moralischer Solidarität (Collins, 2011, S. 124). Die emotionale Energie ist nach ihm etwas, was in menschlichen Interaktionen entsteht, sie bestimmt die Handlungsdynamik.
1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Relevanz der Untersuchung von familialer Gewalt und definiert die Forschungsfrage, die mittels der Mikrosoziologie nach Collins beantwortet werden soll.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie häusliche Gewalt nach Heinrich Popitz und erläutert die Konzeption der Familie als soziales System.
3. Konfliktdynamiken in der Familie als soziales System: Der Abschnitt analysiert, warum die spezifische Struktur familialer Beziehungen als diffuse Sozialbeziehungen Konflikte emotional aufladen und gefährlicher machen.
4. Mikrosoziologie nach Collins: Das Kapitel führt Randall Collins’ Theorie ein, die den Fokus auf die situativen Konfrontationsprozesse auf der Mikroebene legt.
5. Anwendung der mikrosoziologischen Theorie von Collins: Hier wird der theoretische Rahmen auf drei reale Fallbeispiele angewandt, um Gewaltmechanismen wie die „Vorwärtspanik“ nachzuweisen.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass sich der Ansatz von Collins hervorragend zur Analyse von Gewaltprozessen in der Familie eignet, jedoch ergänzender Makro-Perspektiven bedarf.
Mikrosoziologie, Randall Collins, häusliche Gewalt, Konfliktdynamik, Vorwärtspanik, soziale Systeme, Machtausübung, Aktionsmacht, Interaktionsordnung, familiale Gewalt, Gewaltforschung, Konfrontationsspannung, Dyaden, Triaden, Gewalthandlungen
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der soziologischen Erklärung von Gewalt innerhalb familialer Strukturen auseinander und nutzt dazu den spezifischen Ansatz der Mikrosoziologie der Gewalt von Randall Collins.
Die zentralen Felder umfassen die Gewaltsoziologie, die Mikrodynamik von Interaktionsritualen, die Analyse der Familie als soziales System sowie die Eskalationsfaktoren bei häuslicher Gewalt.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie lassen sich gewaltsame Konflikte in der Familie als soziales System mithilfe von Randall Collins’ Mikrosoziologie der Gewalt erklären?“
Die methodische Grundlage bildet eine Literaturrecherche basierend auf dem Werk „Dynamik der Gewalt“ von Randall Collins, ergänzt durch eine Fallbeispielanalyse zur Anwendung der Theorie.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung der Gewalt-Theorie nach Collins, der Klärung von Gewaltbegriffen sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf drei konkrete Fallanalysen.
Zentrale Begriffe sind Mikrosoziologie, Randall Collins, häusliche Gewalt, Vorwärtspanik, Konfliktdynamik und soziale Systeme.
Der Begriff beschreibt einen Zustand der „Tunnelbildung“ und des Kontrollverlusts bei Aggressoren. Die Arbeit zeigt auf, wie in familialen Konflikten eine hohe Konfrontationsanspannung in solch eine zerstörerische Eigendynamik umschlagen kann.
Gemäß der Einordnung von Collins werden milde Gewalt (als eher begrenzte Form der Partnergewalt) und rohe Gewalt (als terroristische/folterähnliche Aktionsmacht) gegenübergestellt, um unterschiedliche Eskalationsgrade zu identifizieren.
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