Masterarbeit, 2019
132 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Systemische Ansätze, Methodenvielfalt für Familientherapeuten
1.2 Systemische Familientherapie als Praxiskonzept
1.2.1 Entstehungslinien der systemischen Therapie
1.2.2 Spielbegriff im Kontext der systemischen Familientherapie
1.3 Systemische Beratung oder geteilte Familientherapie
1.4 Systemische Supervision oder geteilte Familientherapie
1.5 Systemisches Arbeiten, ein Praxiskonzept für soziale Berufe
2. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann und ihre Bedeutung für Beratung und Supervision
2.1 System
2.2 Kybernetik 2. Ordnung
2.3 Kommunikation
2.4 Selbstreferenz
2.5 Subjekt
2.6 Systemtheorie, eine deskriptive Theorie
3. Theoretische Paradigmen der Beratung
3.1 Aufklärung und Beratung
3.2 Integrität und Beratung
3.3 Vernunft und Beratung
3.4 Kommunikation und Beratung
4. Handeln in sozialen Situationen
4.1 Ordnungssystem des Handelns
4.2 Handeln in Routinen
4.3 Gesellschaftliches Ordnungssystem
4.4 Ordnungsprobleme
4.5 Situationsauslegung
5. Reflexive Supervision
6. Skizze eines Handlungsbegriffes
7. Praxis der systemischen Supervision
Die Arbeit untersucht kritisch die Anwendung der Systemtheorie nach Niklas Luhmann auf die soziale Praxis der Supervision und Beratung. Dabei wird das Ziel verfolgt, die Grenzen einer rein systemtheoretischen Perspektive aufzuzeigen, die soziale Handlungen und psychische Systeme oft ausblendet, und durch eine Integration sozialwissenschaftlicher Theorien zu erweitern.
1. Einleitung
Die Methodenkonzepte und das Denkgerüst vieler systemisch arbeitender Menschen in Deutschland haben ihre Wurzeln in der Familientherapie der 1950er und der 1960er Jahre und haben bis heute in modifizierter Art Bestand. „In konzeptioneller Hinsicht berufen sich diese Therapeutinnen und Therapeuten in der Regel auf modernisierte Versionen der traditionellen Familientherapie, wie sie von den ‚Pionieren‘ der fünfziger und sechziger Jahre erarbeitet wurde (vgl. Hofmann 1981)“, (Ludewig 2003, S. 1). Die systemische Arbeitsweise ist eine aus der Praxis kommende und nach wie vor praxisorientierte Arbeitsweise, die sich weit verbreitet hat und international unter Fachleuten anerkannt ist.
„Mittlerweile bilden die Familientherapeutinnen und -therapeuten in vielen Ländern ein angesehenes soziales System“, (Ludewig 2003, S. 1). Konzeptionell hat sich das systemische Arbeiten insofern entwickelt, dass mittlerweile verschiedenste soziale Systeme beziehungsweise verschiedenste Beratungskonstellationen Teil des Settings sind. „Anders als die traditionellen Familientherapeuten arbeiten sie nicht nur mit Mehr-Personen-Systemen wie Paaren und Familien sondern auch mit einzelnen Menschen und mit den unterschiedlichsten sozialen Systemen“, (Ludewig 2003, S. 1). Die Ambiguitätstoleranz bezüglich der Settings ist Teil der konzeptuellen Ausrichtung der systemischen Therapie, durch die die praxisorientierten Denkweisen transparent werden.
1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung systemischer Konzepte von der Familientherapie hin zu einer international anerkannten, theoriegeleiteten Praxis für diverse soziale Systeme.
2. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann und ihre Bedeutung für Beratung und Supervision: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Luhmannschen Systemtheorie, insbesondere Konzepte wie Autopoiesis, operative Schließung und die Rolle des Beobachters.
3. Theoretische Paradigmen der Beratung: Analysiert verschiedene Paradigmen, die für die Beratungskontexte relevant sind, wobei der Fokus auf der Verbindung von Kommunikation, Aufklärung und Integrität liegt.
4. Handeln in sozialen Situationen: Thematisiert die Bedeutung des Habitus nach Bourdieu und Schützs Alltagshandeln, um zu erklären, wie Routinen und soziale Ordnung das Handeln prägen.
5. Reflexive Supervision: Definiert die reflexive Supervision als ein Kompetenzmodell, das durch offenen Diskurs und die Integration von Verstehensdimensionen gekennzeichnet ist.
6. Skizze eines Handlungsbegriffes: Bietet einen Entwurf für einen Handlungsbegriff an, der die habituelle Einbindung des Individuums in soziale Kontexte stärker berücksichtigt.
7. Praxis der systemischen Supervision: Reflektiert konkrete Supervisonserfahrungen anhand einer Fallvignette und setzt diese in Bezug zu den theoretischen Ausführungen der vorangegangenen Kapitel.
Systemtheorie, Supervision, Systemische Beratung, Niklas Luhmann, Soziales System, Habitus, Pierre Bourdieu, Kommunikation, Reflexivität, Autopoiesis, Soziale Praxis, Handlungsbegriff, Alltagshandeln, Fallvignette, Interaktion.
Die Arbeit untersucht kritisch, wie die Systemtheorie von Niklas Luhmann auf die beraterische und supervisorische Praxis angewendet werden kann und wo deren konzeptionelle Grenzen in Bezug auf das menschliche Individuum und soziale Handlungen liegen.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der systemischen Therapie, die theoretischen Ansätze zur Systemtheorie, die Bedeutung des Habitus-Konzepts nach Bourdieu für das Handeln sowie der theoretische Rahmen reflexiver Supervision.
Das Ziel ist es, die einseitige Perspektive der Systemtheorie, die das Subjekt und menschliches Handeln zugunsten systeminterner Operationen vernachlässigt, durch soziologische Handlungstheorien zu ergänzen, um eine umfassendere Praxisreflexion zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und synthesiert diese mit einer fallbezogenen Reflexion (Fallvignette), um die Anwendbarkeit der Konzepte in der supervisionspraktischen Arbeit zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine intensive Auseinandersetzung mit Luhmanns Systemtheorie (inklusive Kybernetik 2. Ordnung und Kommunikation) und einer Gegenüberstellung mit handlungstheoretischen Ansätzen sowie der praktischen Anwendung in der Supervision.
Das untersuchte Verständnis weitet den Fokus von klassischen Mehr-Personen-Systemen wie Familien auf abstrakte soziale Systeme, Organisationen und Teams aus, was neue Anforderungen an die Beobachtung und Intervention stellt.
Die "Black Box" symbolisiert das Problem der Undurchschaubarkeit systeminterner Prozesse zwischen Input und Output, welches die Unmöglichkeit einer vollständig objektiven Beratung durch den Supervisor verdeutlicht.
Kritisiert wird, dass die strenge Systemtheorie den vernünftigen, moralisch handelnden Professionellen ausschließt, indem sie ihn lediglich als externen Beobachter definiert, was in der realen supervisiorischen Praxis als ethisch unzureichend empfunden wird.
Die Fallvignette dient dazu, die theoretischen Überlegungen zur Supervision in der Realität zu erproben und aufzuzeigen, wie lösungsorientierte Ansätze in Organisationen durch bestehende Konfliktlagen und Machtstrukturen herausgefordert werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

