Examensarbeit, 2009
56 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Caesar – Familie mit politischen Ansprüchen
3 Der politische Aufstieg
4 Aedil oder Tyrann?
5 Pontifex Maximus
6 Der Fall Catilina – Cicero gegen Caesar
7 59 v. Chr.: Entscheidung für das Volkswohl oder gegen die res publica
8 Das Proconsulat
9 Caeser in Gallien – Blick auf Rom
10 Die Krise von 50/49 v. Chr. – Caeser gegen den Senat
11 Politische Verwirrungen in Rom – Bürgerkrieg, Afrika-Feldzug und Ideale
12 Die Dictatur und ihre Folgen
13 Die Iden des März – Hintergründe, Tatsachen und Mutmaßungen
14 Ausblick auf Augustus „Erbe“
15 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Kalkül von Gaius Julius Caesar und beleuchtet kritisch die historiographische Diskussion, ob Caesar gezielt ein monarchisches System anstrebte oder ob sein Handeln eine situative Reaktion auf die politischen Umstände der ausgehenden Römischen Republik war.
Die Iden des März – Hintergründe, Tatsachen und Mutmaßungen
Die Leitfiguren der Verschwörung – Gaius Cassius Longinus und Marcus Iunius Brutus – hätten gleichwohl nicht gegensätzlicher sein können. Doch genau hierin liegt ihre bindende Wirkung auf andere Mitwisser. Während im Falle Cassius, allemal auch persönliche Motive vorausgesetzt werden können, so sind sich die Historiker hinsichtlich Brutus Beweggründen nahezu einig, indem sie ihm das hohe und löbliche Ziel der Rettung der römischen Republik unterstellen, das freilich etwas ausgeschmückt, auch in der Literatur Erwähnung findet. Außerdem erklärt dessen Verwandtschaft mit dem eingeschworenen Republikaner Marcus Porcius Cato die beharrlichen Bemühungen Cassius um einer Beteiligung des Brutus’ willen. Schenkt man den detaillierten Schilderungen des Plutarchs Glauben, so ergibt sich ein erstes Zusammentreffen der beiden Galionsfiguren der Verschwörung lange vor dem 1. März des Jahres 44 v. Chr., dem Tag, an dem Caesar offiziell der Königstitel verliehen werden sollte. Stein des Anstoßes war wohl bereits der 15. Februar 44 v. Chr. auf dem Lupercalienfest, als durch Marcus Antonius die Königswürde an den Julier herangetragen wurde, woraus sich
1 Einleitung: Vorstellung der wissenschaftlichen Debatte um Caesars politische Motivation und die quellenkritische Herangehensweise der Arbeit.
2 Caesar – Familie mit politischen Ansprüchen: Beleuchtung der familiären Herkunft Caesars und seiner frühen politischen Positionierung nach der Ära Sulla.
3 Der politische Aufstieg: Darstellung des frühen politischen Werdegangs und der rhetorischen sowie militärischen Entwicklung Caesars.
4 Aedil oder Tyrann?: Untersuchung der Aedilität Caesars und der damit verbundenen ersten Vorwürfe tyrannischer Ambitionen.
5 Pontifex Maximus: Analyse der erfolgreichen Bewerbung Caesars um das Amt des obersten Priesters im Jahr 63 v. Chr.
6 Der Fall Catilina – Cicero gegen Caesar: Diskussion der Rolle Caesars während der Catilinarischen Verschwörung und der Konfrontation mit Cicero.
7 59 v. Chr.: Entscheidung für das Volkswohl oder gegen die res publica: Bewertung der politischen Initiativen Caesars während seines Konsulats.
8 Das Proconsulat: Untersuchung der Bedeutung des militärischen Oberkommandos für die Karriereentwicklung.
9 Caeser in Gallien – Blick auf Rom: Analyse der Auswirkungen der gallischen Statthalterschaft auf Caesars Machtbasis.
10 Die Krise von 50/49 v. Chr. – Caeser gegen den Senat: Eskalation des Konflikts zwischen Caesar und dem Senat, die zum Bürgerkrieg führte.
11 Politische Verwirrungen in Rom – Bürgerkrieg, Afrika-Feldzug und Ideale: Darstellung der militärischen Auseinandersetzungen und der moralischen Argumentation der Kriegsparteien.
12 Die Dictatur und ihre Folgen: Analyse der diktatorischen Machtausübung und deren Konsequenzen für die römische Ordnung.
13 Die Iden des März – Hintergründe, Tatsachen und Mutmaßungen: Untersuchung der Motive und Umstände der Verschwörung gegen Caesar.
14 Ausblick auf Augustus „Erbe“: Betrachtung der Nachfolgeproblematik und des Aufstiegs von Octavianus.
15 Resümee: Synthese der Ergebnisse zur Frage nach Caesars monarchischem Kalkül.
Gaius Julius Caesar, Römische Republik, Politik, Bürgerkrieg, Senat, Monarchie, Diktatur, Iden des März, Augustus, Pompeius, Catilina, cursus honorum, Historische Quellenkritik, Machtpolitik, Tyrannenmord
Die Arbeit analysiert das politische Wirken Caesars und prüft, ob sein Handeln auf ein langfristiges, tyrannisches Ziel zur Errichtung einer Monarchie oder auf situative politische Notwendigkeiten zurückzuführen ist.
Im Zentrum stehen die Ämterlaufbahn Caesars, seine Bündnispolitik, seine Rolle in der Catilinarischen Verschwörung, der Bürgerkrieg und die Ereignisse bis zur Ermordung an den Iden des März.
Das Ziel ist eine differenzierte Bewertung von Caesars politischem Kalkül unter Einbeziehung sowohl antiker als auch moderner geschichtswissenschaftlicher Perspektiven.
Der Autor nutzt eine quellenkritische Methode, bei der antike Berichte (Plutarch, Sueton, Cicero) mit modernen Forschungsthesen verglichen werden, um tendenziöse Darstellungen zu filtern.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die wichtigsten Lebensphasen Caesars, vom Aufstieg in der Ämterlaufbahn über das Konsulat und das gallische Prokonsulat bis zum Bürgerkrieg und der Diktatur.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Römische Republik, Machtpolitik, Bürgerkrieg, Diktatur, Iden des März und den Namen Caesar selbst geprägt.
Der Autor interpretiert die clementia als ein zweischneidiges Schwert, das Caesar zwar als moralisch überlegen darstellte, aber von vielen zeitgenössischen Senatoren als anmaßendes Gebaren eines Königs missverstanden wurde.
Das Testament, das den Adoptivsohn Octavius als Haupterben einsetzte, lieferte laut Autor erheblichen politischen Zündstoff und veränderte die Machtdynamik zwischen Marcus Antonius und Octavius maßgeblich.
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