Masterarbeit, 2020
161 Seiten, Note: 16/20
TEIL 0: EINLEITUNG
0.1. Problematik, Hypothesen und Ziele der Arbeit
0.2. Forschungsstand
0.3. Methodik und Theorie
0.4. Gliederung der Arbeit
TEIL 1: DER JUNGE THOMAS MANN UND DIE DÉCADENCE/DEKADENZ
KAPITEL 1: BEGRIFFSBESTIMMUNG, WESENSART UND ERSCHEINUNGSFORMEN DER DEKADENZ
1.1. Was ist die Décadence/Dekadenz?
1.2. Die Décadence in Frankreich
1.3. Décadence/Dekadenz im deutschsprachigen Raum
1.3.1. Die Décadence/décadence/Dekadenz bei Thomas Mann
1.4. Erscheinungsformen der Dekadenz und des Dekadenten nach Eckart von Sydow
1.4.1. Metaphysische Darstellung der Dekadenz
1.4.1.1. Allgemeine und wesentliche Gefühle der Dekadenz
1.4.1.2. Antinomien der Dekadenz
1.4.1.3. Wiederspiegelung der Dekadenz bei dem Individuum
1.4.1.4. Philosophisch-metaphysische Wahrnehmung der Dekadenz im Objektiven
1.4.2. Dekadenz im gesellschaftlichen Leben
1.4.2.1. Soziale Archetype der Dekadenz und dekadentkonforme Verhalten
1.4.2.2. Soziale Erscheinungen der Dekadenz
1.4.3. Dekadenz in der Kunst
1.4.3.1. Die Darstellung der Dekadenz in einigen Künsten: Baukunst, Musik, Pantomimik und Kunstgewerbe
Zwischenbilanz
KAPITEL 2: POETIK DER DÉCADENCE
2.1. Poetik: Begriffsbestimmung
2.2. Theoretiker der Décadence
2.2.1. Paul Bourgets „Théorie de la décadence“
2.2.2. Anatole Baju und « l’École décadente »
2.2.3. Hermann Bahrs Décadence-Poetik
2.2.4. Moog-Grünewald: Décadence und die literarische Moderne
2.3. Décadence und vorhergehende Strömungen: Naturalismus und Romantik
2.3.1. Décadence vs. Naturalismus
2.3.2. Décadence vs. Romantik
2.4. Poetik der Décadence: Dekadenz oder Erneuerung des Stils?
2.4.1. Zum Begriff „Stil“
2.4.2. Kritik an den Poetiken der Décadence und Abwehr der Theoretiker
Zwischenbilanz
KAPITEL 3: DER JUNGE THOMAS MANN (1875-1912): KURZE BIOGRAPHIE UND GEISTIG-KÜNSTLERISCHE EINFLÜSSE
3.1. Thomas Mann und die Familie
3.2. Thomas Mann als Autodidakt
3.3. Thomas Manns „Dreigestirn“ als theoretischer Rahmen zu seinem Frühwerk
3.3.1. Thomas Mann über das „Dreigestirn“
3.3.1.1. Arthur Schopenhauer
3.3.1.2. Richard Wagner
3.3.1.3. Friedrich Nietzsche
3.3.2. Das Dreigestirn, der junge Thomas Mann und die Dekadenz/Décadence
3.3.2.1. Schopenhauer (1788-1860): „der Philosoph der Dekadenz“
3.3.2.2. Friedrich Nietzsche (1844-1900): Psycholog und Kritiker der Dekadenz
3.3.2.3. Richard Wagner (1813-1883): Archetypischer Künstler der Dekadenz
Zwischenfazit
TEIL 2: ANALYSE VON THOMAS MANNS ERZÄHLUNGEN
KAPITEL 4: THEMATISIERUNG DER DEKADENZ
4.1. Die Todesthematik
4.1.1. Der Tod (1897)
4.1.1.1. Zusammenfassung
4.1.1.2. Figurenkonstellation und –charakterisierung
4.1.1.2. 1. Figurenkonstellation
4.1.1.2.2. Figurencharakterisierung
4.1.2. Tobias Mindernickel (1898)
4.1.2.1. Inhaltswiedergabe
4.1.2.2. Die Philosophie des Dreigestirns Schopenhauer-Nietzsche-Wagner
4.1.2.3. Figurenkonstellation und –charakterisierung
4.1.2.3.1. Figurenkonstellation
4.1.2.3.2. Figurencharakterisierung
4.2. Der geistliche Untergang
4.2.1. Der Weg zum Friedhof (1900)
4.2.1.1. Zusammenfassung
4.2.1.2. Philosophie des Dreigestirns Schopenhauer-Nietzsche-Wagner
4.2.1.3. Figurencharakterisierung und -konstellation
4.2.2. Beim Propheten (1904)
4.2.2.1. Zusammenfassung
4.2.2.2. Figurenkonstellation und –charakterisierung
4.2.2.2.1. Figurenkonstellation
4.2.2.2.2. Figurencharakterisierung
4.2.3. Gladius Dei (1902)
4.2.3.1. Inhaltswiedergabe
4.2.3.2. Figurenkonstellation und –charakterisierung
4.2.3.2.1. Figurenkonstellation
4.2.3.2.2. Figurencharakterisierung
Zwischenfazit
KAPITEL 5: DÉCADENTES SCHREIBEN
5.1. Der Tod (1897)
5.1.1. Die Beschreibungskunst
5.1.2. Die Evokations- und Suggestionskunst
5.1.3. Autonomie der Teile
5.2. Tobias Mindernickel (1898)
5.2.1. Die Farbensymbolik
5.2.2. Die deskriptive Detailkunst
5.2.3. Der Plot bzw. die Handlungsstruktur
5.2.4. Die Evokationskunst
5.3. Der Weg zum Friedhof (1900)
5.3.1. Die deskriptive Detailkunst zum Dienst der Dekadenz-Physiognomien
5.3.2. Die Evokationskunst und das Symbolische
5.3.3. Der Plot bzw. die Handlungsstruktur
5.4. Beim Propheten (1904)
5.4.1. Der Plot und die deskriptive Detailkunst
5.4.2. Die Evokations- und Suggestionskunst
5.5. Gladius Dei (1902)
5.5.1. Die deskriptive Detailkunst
5.5.2. Dekadenz-Physiognomien
5.5.3. Die Lexemautonomie und die Namensymbolik
5.5.4. Die Evokationskunst
Zwischenfazit
KAPITEL 6: ÜBERWINDUNG DER DEKADENZ IN THOMAS MANNS AUSGEWÄHLTEN FRÜHEN ERZÄHLTEXTEN
6.1. Thomas Mann und die Dekadenzüberwindung
6.2. Das Dreiphasenmodell der Dekadenzüberwindung von Walter Boeddinghaus
6.3. Der Arbeit zugrundeliegendes Modell der Dekadenzüberwindung
6.3.1. Die schwache-heroische Option
6.3.2. Die ironisch-satirische Option
6.3.2.1. Was ist die Ironie und wie kommt sie vor?
6.3.2.2. Thomas Manns Ironie-Konzept und -Funktion
6.3.2.3. Funktionen der Ironie
6.3.3. Die religiöse Option
6.4. Die schwache- heroische Option in den ausgewählten Erzählungen
6.4.1. Der Tod (1897)
6.4.2. Der Weg zum Friedhof (1900)
6.4.3. Gladius Dei (1902)
6.5. Die ironisch-satirische Dekadenzüberwindungsoption in den ausgewählten Erzählungen
6.5.1. Tobias Mindernickel (1898)
6.5.2. Der Weg zum Friedhof (1900)
6.5.3. Beim Propheten (1904)
6.5.4. Gladius Dei (1902)
6.6. Die religiöse Dekadenzüberwindungsoption in den ausgewählten Erzählungen
6.6.1. Tobias Mindernickel (1898)
6.6.2. Beim Propheten (1904)
6.6.3. Gladius Die (1902)
Zwischenfazit
SCHLUSSBETRACHTUNG
LITERATURVERZEICHNIS
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Thomas Manns frühem erzählerischen Werk zur literarischen Strömung der Décadence. Dabei verfolgt sie das Ziel zu belegen, dass der junge Thomas Mann nicht bloß als passiver Chronist dieses Kulturverfalls fungiert, sondern durch eine spezifische Ästhetik und die Entwicklung von Überwindungsstrategien eine aktive, gestaltende Rolle innerhalb dieses literarischen Kontextes einnimmt.
Die deskriptive Detailkunst zum Dienst der Dekadenz-Physiognomien
In „Der Weg zum Friedhof“ kommt Thomas Manns deskriptive Detailkunst in den Dekadenz-Physiognomien zum Ausdruck. Groteskerweise wird Piepsams Oberkörper in Einzelheiten porträtiert:
Er war schwarz gekleidet, denn er befand sich auf dem Wege zu den Gräbern seiner Lieben. Er trug einen rauhen, geschweiften Cylinderhut, einen altersblanken Gehrock, Beinkleider, die sowohl zu eng als auch zu kurz waren, und schwarze, überall abgeschabte Glacéhandschuhe. Sein Hals, ein langer, dürrer Hals mit großem Kehlkopfapfel, erhob sich aus einem Klappkragen, der ausfranste, ja, er war an den Kanten schon ein wenig aufgerauht, dieser Klappkragen. Wenn aber der Mann seinen Kopf erhob, was er zuweilen tat, um zu sehen, wie weit er noch vom Friedhof entfernt sei, so bekam man etwas zu sehen, ein seltenes Gesicht, ohne Frage ein Gesicht, das man nicht so schnell wieder vergaß.
Es war glatt rasiert und bleich. Zwischen den ausgehöhlten Wangen aber trat eine vorn sich knollenartig verdickende Nase hervor, die in einer unmäßigen, unnatürlichen Röte glühte und zum Überfluß von einer Menge kleiner Auswüchse strotzte, ungesunder Gewächse, die ihr ein unregelmäßiges und phantastisches Aussehen verliehen. Diese Nase, deren tiefe Glut scharf gegen die matte Blässe der Gesichtsfläche abstach, hatte etwas Unwahrscheinliches und Pittoreskes, sie sah aus wie angesetzt, wie eine Faschingsnase, wie ein melancholischer Spaß. [...] Seinen Mund, einen breiten Mund mit gesenkten Winkeln, hielt der Mann fest geschlossen, und wenn er aufblickte, so zog er seine schwarzen, mit weißen Härchen durchsetzten Brauen hoch unter die Hutkrempe empor, daß man so recht zu sehen vermochte, wie entzündet und jämmerlich umrändert seine Augen waren. Kurzum, es war ein Gesicht, dem man die lebhafteste Sympathie dauernd nicht versagen konnte (WF: 183f)
KAPITEL 1: BEGRIFFSBESTIMMUNG, WESENSART UND ERSCHEINUNGSFORMEN DER DEKADENZ: In diesem Kapitel wird der Décadence/Dekadenz-Begriff theoretisch konturiert und in seine verschiedenen Konnotationen und Erscheinungsformen in Literatur und Gesellschaft unterteilt.
KAPITEL 2: POETIK DER DÉCADENCE: Es erfolgt eine Analyse verschiedener Décadence-Theorien und ihrer Kritiker, um die künstlerischen Eigenheiten dieser Ästhetik gegenüber anderen Strömungen abzugrenzen.
KAPITEL 3: DER JUNGE THOMAS MANN: Dieser Abschnitt beleuchtet die biographischen Grundlagen sowie den intellektuellen Einfluss des „Dreigestirns“ Schopenhauer, Nietzsche und Wagner auf Thomas Manns literarische Entwicklung.
KAPITEL 4: THEMATISIERUNG DER DEKADENZ: Hier werden ausgewählte Erzählungen hinsichtlich der Todesthematik und des geistigen Untergangs figurenanlytisch und motivisch untersucht.
KAPITEL 5: DÉCADENTES SCHREIBEN: Das Kapitel widmet sich der Anwendung der Décadence-Poetik auf die Erzähltexte Thomas Manns durch die Untersuchung von Stilmitteln wie der Detailkunst und der Evokationskunst.
KAPITEL 6: ÜBERWINDUNG DER DEKADENZ IN THOMAS MANNS AUSGEWÄHLTEN FRÜHEN ERZÄHLTEXTEN: Der abschließende Hauptteil analysiert die drei von Thomas Mann in seinen Frühwerken angebotenen Optionen zur Überwindung der Dekadenz.
Thomas Mann, Décadence, Dekadenz, Frühwerk, Literaturästhetik, Kulturverfall, Schopenhauer, Nietzsche, Wagner, Dekadenzüberwindung, Naturalismus, Symbolismus, Erzähltechnik, literarische Moderne, Ästhetik.
Die Arbeit untersucht das Frühwerk von Thomas Mann im Hinblick auf seine Auseinandersetzung mit der literarischen Strömung der Décadence. Es steht die Frage im Zentrum, wie Mann das Dekadenzthema künstlerisch umsetzt und welche Strategien er zur Überwindung dieses Zustands entwickelt.
Die zentralen Themen sind der Tod bzw. die Todesfaszination, der religiöse und geistige Untergang, das Künstlertum versus das Bürgertum sowie die ästhetische Darstellung der Dekadenz durch Detailkunst und symbolische Sprache.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Thomas Mann das Dekadenzthema nicht nur beschreibt, sondern als Poetik-Grundlage nutzt, wobei er durch gezielte Überwindungsoptionen (schwache-heroische, ironisch-satirische und religiöse) den Kulturuntergang erkennt und literarisch zu bewältigen sucht.
Die Autorin/der Autor nutzt primär die werkimmanente Interpretation, um ästhetische Mittel am Text zu identifizieren, ergänzt durch Theorien der Intertextualität, um biblische oder philosophische Prätexte in Thomas Manns Erzähltexten zu erschließen.
Im analytischen Teil werden Erzählungen wie „Der Tod“, „Tobias Mindernickel“, „Der Weg zum Friedhof“, „Beim Propheten“ und „Gladius Dei“ kapitelweise untersucht, wobei sowohl die Thematisierung der Dekadenz als auch Wege zu deren Überwindung im Detail analysiert werden.
Schlüsselbegriffe sind Décadence/Dekadenz, Frühwerk, Poetik, Kulturverfall, Dekadenzüberwindung, sowie die Namen der philosophischen Einflussgeber Schopenhauer, Nietzsche und Wagner.
Diese drei Denker bilden das intellektuelle Fundament des jungen Thomas Mann. Während Schopenhauer als Philosoph der Dekadenz fungiert, liefert Nietzsche das psychologische Analyseinstrumentarium und Wagner dient als archetypischer Künstler, dessen Stilmittel Mann in sein eigenes Werk integriert.
Die Arbeit zeigt auf, dass der junge Thomas Mann durch seine ironische Distanz die Lehren seiner Meister über Mitleid und Dekadenz in den Erzählungen weitertreibt oder kritisch hinterfragt, wodurch er eine eigenständige, moderne Position jenseits der bloßen Rezeption einnimmt.
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