Bachelorarbeit, 2016
63 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Forschungsfrage und Vorgehen
1.2 Relevanz und Forschungsstand
2. Theoretische Grundlagen des Neogramscianismus
2.1 Begriffskonzeptionen
2.2 Gills Erweiterung um den „disziplinierenden Neoliberalismus”
2.3 Gills Erweiterung um den „neuen Konstitutionalismus“
3. Methodik
4. Kontextualisierung der Eurokrise
4.1 Neoliberale Projekte des europäischen Binnenmarkts und der WWU
4.2 Außenwirtschaftliche Ungleichgewichte als Folge
4.3 Subprime-Krise als Auslöser der Staatsschuldenkrise
5. Die Austeritätspolitik
5.1 Eine Bestandsaufnahme
5.2 Charakterzüge des disziplinierenden Neoliberalismus in der Austeritätspolitik – Das Beispiel Euro-Plus-Pakt
5.3 Charakterzüge des neuen Konstitutionalismus in der Austeritätspolitik – Das Beispiel Fiskalpakt
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie der Neogramscianismus das Festhalten an einer rigiden europäischen Austeritätspolitik im Kontext der Eurokrise erklärt. Dabei wird analysiert, inwiefern diese politische Antwort auf die Krise durch die theoretischen Konzepte des "disziplinierenden Neoliberalismus" und des "neuen Konstitutionalismus" verständlich wird, indem ausgewählte Kernelemente wie der Euro-Plus-Pakt und der Fiskalpakt näher beleuchtet werden.
Die europäische Austeritätspolitik aus der Perspektive des Neogramscianismus
Die öffentlich-mediale Diskussion über die europäische Austeritätspolitik war und ist kontrovers und hochbrisant. Die Sparpolitik ist dabei als politische Antwort auf die sogenannte europäische Staatsschuldenkrise zu verstehen. Mitgliedsstaaten der Eurozone wiesen etwa ab dem Jahr 2010 enorme Staatshaushaltsdefizite auf, die teilweise gleichbedeutend waren mit einer drohenden Zahlungsunfähigkeit. Diese wiederum wurde vielfach als unkalkulierbares politisches Risiko und als abträglich für die ökonomische Entwicklung und Stabilität des Euroraumes und ganz Europas charakterisiert. Die politische Reaktion war es, einen Rettungsschirm zu spannen, welcher durch Einlagen und Kapitalmarktanleihen der übrigen Mitgliedsstaaten potentielle Staatsbankrotte verhinderte.
Darüber hinaus wurde die überfällige Sanierung der betroffenen Staatshaushalte als eines der zentralen Probleme identifiziert und sogleich adressiert: Bedingung für die Partizipation am EU-Rettungsschirm war die Zustimmung zu einer Politik der Austerität, die ihren formalen Ausdruck maßgeblich im sogenannten europäischen Fiskalpakt fand. Dieser drängt faktisch auf eine rigide Haushaltskonsolidierung und Ausgabenkürzung der Sozialstaaten. Hinzu kommen Tendenzen der Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung und Lohnsenkung. Der Tenor, der diese Maßnahmen zu rechtfertigen versucht, war: Wer lange Zeit über seine Verhältnisse lebt, darf sich nun nicht über schmerzhafte Einschnitte beschweren. Eine fundierte und rationale Auseinandersetzung mit den Krisenerscheinungen, ihren Ursachen, Folgen und Lösungsansätzen blieb oftmals aus.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der europäischen Austeritätspolitik ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit unter Verwendung neogramscianischer Ansätze.
2. Theoretische Grundlagen des Neogramscianismus: Hier werden die theoretischen Konzepte von Robert W. Cox und Stephen Gill, insbesondere der disziplinierende Neoliberalismus und der neue Konstitutionalismus, eingeführt.
3. Methodik: Dieses Kapitel reflektiert das methodische Vorgehen und beschreibt die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse auf die untersuchten Dokumente.
4. Kontextualisierung der Eurokrise: Der Abschnitt skizziert die Entstehung der Eurokrise und deren Einbettung in die Architektur des europäischen Binnenmarktes und der Währungsunion.
5. Die Austeritätspolitik: Eine detaillierte Analyse, die den Euro-Plus-Pakt und den Fiskalpakt als Instrumente des disziplinierenden Neoliberalismus und neuen Konstitutionalismus untersucht.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und diskutiert weiterführende Implikationen sowie Kritikpunkte am Neogramscianismus.
Neogramscianismus, Austeritätspolitik, Eurokrise, Disziplinierender Neoliberalismus, Neuer Konstitutionalismus, Fiskalpakt, Euro-Plus-Pakt, Wettbewerbsfähigkeit, Fiskalische Disziplin, Hegemonie, Historischer Block, Passive Revolution, Europäische Integration, Privatisierung, Demokratische Verantwortung
Die Arbeit analysiert die europäische Austeritätspolitik im Kontext der Eurokrise durch die theoretische Linse des Neogramscianismus.
Die zentralen Felder umfassen die europäische Integration, die Ursachen der Staatsschuldenkrise, neoliberale Hegemonieprojekte und die Funktionsweise von Sparinstrumenten wie dem Fiskalpakt.
Die Arbeit fragt, wie der Neogramscianismus das Festhalten an der rigiden europäischen Austeritätspolitik trotz deren negativer ökonomischer und sozialer Folgen erklärt.
Es wird eine qualitativen Inhaltsanalyse angewandt, um vertragliche Dokumente und politische Schlussfolgerungen systematisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Kontextualisierung der Eurokrise und eine empirisch-analytische Untersuchung des Euro-Plus-Paktes und des Fiskalpaktes.
Begriffe wie Hegemonie, disziplinierender Neoliberalismus, neuer Konstitutionalismus und fiskalische Disziplin stehen im Zentrum.
Er lehnt ahistorische Erklärungen ab und betrachtet Weltordnungen sowie Machtverhältnisse als historisch gewachsen, veränderbar und geprägt durch soziale Klasseninteressen.
Es ist ein Prozess der Lohnsenkungen und Strukturreformen, um die Wettbewerbsfähigkeit durch Preisnivellierung innerhalb der starren Währungsunion wiederherzustellen.
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