Bachelorarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Was ist Glück und wie kann man es messen?
3. Philosophie des Glücks
3.1 Exkurs: Kurze Apologie des Utilitarismus
4. Biologie des Glücks
4.1 Exkurs: Glück im Unglück
5. Psychologie des Glücks
5.1 Exkurs: Kurze Apologie des Glücks
6. Ökonomie des Glücks
7. Soziologie des Glücks
7.1 Exkurs: Die Depression als Phänomen der Moderne
8. Zusammenfassung der Ergebnisse und mögliche Konsequenzen
9. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, einen umfassenden Überblick über die Erkenntnisse der interdisziplinären Glücksforschung zu geben, um den aktuellen Stand der "Science of Happiness" abzubilden und soziologische Konsequenzen daraus abzuleiten.
3. Philosophie des Glücks
Die spekulative Geisteswissenschaft steht nicht im Fokus dieser Arbeit und natürlich kann hier nur ein äußerst selektiver Blick auf einige wenige glücksphilosophische Gedanken geworfen werden. Es ging den Philosophen immer um das Lebensglück, nicht aber um das Zufallsglück. Dieses kann weder von der Theologie noch von der Philosophie durchsichtig gemacht werden. Man kann fragen: „Wie werde ich glücklich?“, aber nicht: „Wie werde ich ein Auserwählter der Göttin Fortuna, wie werde ich ein Glückspilz?“ (vgl. Marcuse 1972, S. 312).
Ein wahrer Philosoph der Freude und des schönen Lebens war Epikur, der wahrscheinlich zwischen 340 und 270 v. Chr. lebte und von Karl Marx für den „größten griechischen Aufklärer“ gehalten wurde (Marcuse 1972, S. 60). Am Eingang zu seinem Garten soll man mit folgenden Worten eingeladen worden sein: “Freund, das ist ein guter Ort: hier wird nichts mehr verehrt als das Glück” (Marcuse 1972, S. 53). Das zentrale Anliegen Epikurs war es, den Menschen von seinen Ängsten zu befreien (eine gute Zusammenfassung seiner Glücksphilosophie ist uns in seinem „Brief an Menoikeus“ erhalten geblieben; siehe Epikur 1988). Er entband die Götter von jeder Verantwortung für die Übel der Welt. Sie führen ein ewiges, vollkommen glückseliges Leben, sagte er, und haben kein Interesse daran, sich in die Angelegenheiten der Menschen einzumischen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Glücksdiskussion ein und begründet die Notwendigkeit einer empirisch orientierten "Science of Happiness".
2. Was ist Glück und wie kann man es messen?: Das Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs und zeigt auf, dass Glück wissenschaftlich operationalisierbar und durch Methoden wie das subjektive Wohlbefinden messbar ist.
3. Philosophie des Glücks: Hier wird ein Überblick über glücksphilosophische Positionen gegeben, wobei insbesondere der Epikureismus und der Utilitarismus zur Debatte stehen.
4. Biologie des Glücks: Dieses Kapitel betrachtet Glück aus einer evolutionsbiologischen Perspektive und diskutiert die Rolle der Genetik sowie der Neurobiologie für unser Glücksempfinden.
5. Psychologie des Glücks: Der Fokus liegt hier auf den mentalen Prozessen und Verhaltensweisen, wobei Konzepte wie das "Flow-Erlebnis" und die "Positive Psychologie" vorgestellt werden.
6. Ökonomie des Glücks: Das Kapitel analysiert das Easterlin-Paradox und die vier Tretmühleneffekte, die erklären, warum steigender materieller Wohlstand nicht automatisch zu dauerhaftem Glück führt.
7. Soziologie des Glücks: Hier wird Glück als sozial vermitteltes Phänomen betrachtet, wobei die Rolle der Massenmedien, kultureller Werte und der Religion untersucht wird.
8. Zusammenfassung der Ergebnisse und mögliche Konsequenzen: Das Kapitel bietet eine Synthese der Erkenntnisse und diskutiert, wie diese für eine "Positive Soziologie" genutzt werden können.
9. Schlussbemerkung: Ein abschließender Kommentar zur Relevanz der Glücksforschung für die Gestaltung einer zukünftigen Gesellschaft.
Glücksforschung, Lebenszufriedenheit, Utilitarismus, Evolutionsbiologie, Positive Psychologie, Happiness Set Point, Tretmühleneffekt, Easterlin-Paradox, Sozialkapital, Erlebnisgesellschaft, Subjektives Wohlbefinden, Glücksökonomie, Soziologie des Glücks, Flow-Erlebnis, Identität.
Die Arbeit liefert eine fundierte Bestandsaufnahme der modernen Glücksforschung und untersucht, wie interdisziplinäre Erkenntnisse aus Biologie, Psychologie und Sozialwissenschaften zu einer allgemeinen Theorie des Glücks beitragen können.
Zu den Kernbereichen gehören die Definition und Messbarkeit von Glück, die Rolle der Evolution und Genetik, die Bedeutung von Arbeit und Liebe, ökonomische Wohlstandstheorien sowie die soziologische Konstruktion von Glücksvorstellungen.
Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der Glücksforschung zu geben und daraus Impulse für eine "Positive Soziologie" abzuleiten, die dem Menschen als Orientierung in der Moderne dienen kann.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Literaturanalyse und wertet empirische Studien sowie theoretische Konzepte aus verschiedenen Fachrichtungen aus.
Im Hauptteil werden die Disziplinen Philosophie, Biologie, Psychologie, Ökonomie und Soziologie systematisch auf ihre Beiträge zum Verständnis von Glück und dessen Einflussfaktoren hin analysiert.
Besonders prägend sind Begriffe wie "Happiness Set Point", das Easterlin-Paradox, "Darwinian Happiness", Tretmühleneffekte und die "Erlebnisgesellschaft".
Aufgrund von Tretmühleneffekten (wie der Anspruchs- oder Statustretmühle) und der Gewöhnung an materielle Lebensstandards führen Einkommenssteigerungen oberhalb eines Schwellenwertes kaum zu einer langfristigen Erhöhung des Glücksniveaus.
Das Unglück fungiert als Kontrastmittel, das die Wertschätzung für positive Lebensumstände erhöht, und dient als Erfahrungswert, durch den psychische Resilienz und Lebensweisheit erst erworben werden können.
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