Bachelorarbeit, 2023
47 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Body Positivity und Empowerment
2.1 Definitionen
2.2 Die Bezeichnung “Fett” als Akt der Selbstbestimmung
2.3 Black Feminist Thought
2.4 Die Rolle der weiblichen Selbstinszenierung in der Hip-Hop-Kultur
2.5 Der oppositional gaze nach bell hooks
3 Lizzo – Eine Einführung in ihre Musik und Person
3.1 Analyse von Musikvideos
3.1.1 Truth Hurts
3.1.2 Good As Hell
3.1.3 Juice
3.2 Untersuchung von Songtexten
3.3 Auswertung von Interviews
3.4 Rezeption und Kritik
4 Anwendung auf die Hip-Hop Kultur
4.1 Diversity & Inclusion in der HipHop-Kultur
4.2 Vergleich mit anderen Hip-Hop Künstler:innen
5 Fazit
6 Ausblick / Feminist or not?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstinszenierung der US-amerikanischen HipHop-Künstlerin Lizzo unter dem Aspekt von Body Positivity und Empowerment. Ziel ist es, Lizzos Einfluss auf die HipHop-Kultur zu analysieren und zu hinterfragen, inwieweit sie durch die Verschränkung von Identitätsmerkmalen wie Körpergröße, Rasse und Geschlecht bestehende gesellschaftliche Normen dekonstruiert.
Die Bezeichnung “Fett” als Akt der Selbstbestimmung
Die Bedeutung des Begriffs "fett" ist abhängig von der jeweiligen Autorität, die eigene Kriterien für die Unterscheidung zwischen "fett" und "dünn" festlegt, und zwar bei variierenden Gewichtsangaben. Diese Kriterien können jederzeit angepasst werden. Die Bundesregierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat verschiedene "ideale" Gewichtstabellen verwendet und auf den Body Mass Index (BMI) umgestellt, der Größe und Gewicht in einer einzigen Zahl zusammenfasst (Centers for Disease Control and Prevention 2022). Menschen mit einem BMI von 25 und darüber als übergewichtig und solche mit einem BMI von 30 und darüber als fettleibig (Nuttall 2015, 117 ff.). Der Begriff "übergewichtig" wird als fettfeindlich angesehen und suggeriert eine abwertende Relation zu einem normativen Standard. Wenn ein Begriff wie "übergewichtig" als akzeptabel oder sogar bevorzugt angesehen wird, legitimiert dies somit auch eine voreingenommene Sichtweise auf das Gewicht (Fikkan und Rothblum 2012, 576 f.). Die Verwendung des Begriffs „fett“ hingegen dient als deskriptive Bezeichnung.
Lizzo selbst identifiziert sich als fett und hat eine Marke um dieses traditionell negativ konnotierte Attribut herum entwickelt. In ihrem Verständnis ist "fett" keine Beleidigung, sondern eine sachliche Beschreibung (Cruel 2017). Die Eigenbezeichnung von Lizzo als "fett" dient in der vorliegenden Arbeit als Legitimation, den Ausdruck als spezifischen Marker für Identifikation in der gleichen Weise zu nutzen, wie sie es selbst tut.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Bedeutung von Lizzo als fette Schwarze Frau im Hip-Hop und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich Identität und Diskriminierung.
2 Body Positivity und Empowerment: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, darunter Body Positivity, Empowerment, Black Feminist Thought und den Oppositional Gaze, um Lizzos künstlerisches Handeln einordnen zu können.
3 Lizzo – Eine Einführung in ihre Musik und Person: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Lizzos Musikvideos, ihren Liedtexten, sowie ihren öffentlichen Aussagen in Interviews und der damit verbundenen Kritik.
4 Anwendung auf die Hip-Hop Kultur: Dieses Kapitel überträgt die Erkenntnisse auf den Kontext des Hip-Hop, thematisiert Inklusion und vergleicht Lizzo mit anderen Künstlerinnen wie Meghan Trainor.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Lizzo eine transformative Figur ist, die durch ihre Arbeit wesentlich zur kulturellen Inklusion beiträgt.
6 Ausblick / Feminist or not?: Der Ausblick problematisiert aktuelle Kontroversen und Vorwürfe gegenüber Lizzo vor dem Hintergrund von Authentizität und Glaubwürdigkeit in sozialen Bewegungen.
Lizzo, Body Positivity, Empowerment, Hip-Hop-Kultur, Black Feminist Thought, Oppositional Gaze, Intersektionalität, Schwarzer Feminismus, Fettfeindlichkeit, Selbstinszenierung, Musikvideos, Identitätspolitik, Body Mass Index, Medienkritik, Repräsentation.
Die Arbeit untersucht, wie die HipHop-Künstlerin Lizzo Konzepte von Body Positivity und Empowerment nutzt, um sich als fette Schwarze Frau in einer von männlich dominierten Normen geprägten Kultur zu behaupten.
Zentrale Themen sind die intersektionale Identität Schwarzer Frauen, die Dekonstruktion von Schönheitsidealen im Hip-Hop sowie die mediale Inszenierung von Widerstand gegen Diskriminierung.
Ziel ist es, Lizzos Einfluss auf die HipHop-Kultur zu verstehen und zu analysieren, wie sie durch visuelle Rhetorik und ihre öffentliche Persona gesellschaftliche Stereotypen herausfordert.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretisch fundierte Analyse, bei der Konzepte wie der "Black Feminist Thought" und der "Oppositional Gaze" zur Untersuchung von Musikvideos, Songtexten und Interviews eingesetzt werden.
Der Hauptteil analysiert spezifische Musikvideos wie "Truth Hurts" oder "Juice", untersucht Lizzos Songtexte und thematisiert kritische Rezeptionen, etwa durch die Auseinandersetzung mit anderen Persönlichkeiten.
Begriffe wie Intersektionalität, Selbstbezeichnung als "fett", Empowerment, Medienpräsenz und Widerstand gegen das weiße Patriarchat stehen im Fokus.
Während Trainor Body Positivity oft in Abhängigkeit von männlicher Validierung thematisiert, verfolgt Lizzo einen intersektionalen und unabhängigen Ansatz, der Rasse und Geschlecht als zentrale Diskriminierungsfaktoren einschließt.
Die Arbeit stellt fest, dass die Vorwürfe aus rechtlichen Klagen die Glaubwürdigkeit Lizzos und die Kohärenz ihres öffentlichen Images als Aktivistin in ein spannungsreiches Verhältnis setzen, ohne jedoch ihre bisherige kulturelle Bedeutung vollständig zu negieren.
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