Bachelorarbeit, 2017
88 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Kinderfreundlichkeit
2.1 Der Begriff der „Kinderfreundlichkeit“
2.2 Entwicklungsaufgaben und Bedürfnisse von Kindern
2.3 Kinderrechte
2.4 Die unterschiedlichen Ebenen der Kinderfreundlichkeit
2.5 Entscheidungsgründe für kinderfreundliches Handeln
2.6 Die Kommune als Lebenswelt von Kindern
3 Forschungsstand: „Kinderfreundliche Kommune“
3.1 „Child Friendly Cities Initiative“ und die neun Bausteine für eine kinderfreundliche Stadtgestaltung
3.1.1 Partizipation und Beteiligung von Kindern
3.1.2 Kinderfreundliche Rahmenbedingungen
3.1.3 Übergreifender Aktionsplan
3.1.4 Interessenvertretung für Kinder
3.1.5 Vorrang für das Kindeswohl
3.1.6 Ausgewiesener Kinderetat
3.1.7 Regelmäßiger Bericht zum Stand der Kinderfreundlichkeit in der Kommune
3.1.8 Informationen über Kinderrechte
3.1.9 Unterstützung von Kinderrechtsorganisationen vor Ort
3.2 Der Verein „Kinderfreundliche Kommune“
3.3 Kinderfreundliche Lebensräume
3.4 Mehrwert „Kinderfreundlicher Kommunen“
3.5 Herausforderungen auf dem Weg zur „Kinderfreundlichen Kommune“
4 Datenerhebung und methodisches Vorgehen
4.1 Anliegen der Untersuchung
4.2 Untersuchungsraum
4.3 Design und Methode
4.4 Untersuchungsgruppe
4.5 Aufbau und Durchführung der Interviews
4.6 Auswertungsmethode
5 Ergebnisse und Diskussion
5.1 Detaillierte Ergebnisse
5.1.1 Allgemeine Definitionen
5.1.2 Bedingungen für eine „Kinderfreundliche Kommune“
5.1.3 Istzustand, In Planung, Sollzustand
5.1.4 Mehrwert kinderfreundlicher Maßnahmen
5.1.5 Probleme und Herausforderungen
5.2 Diskussion
5.3 Handlungsempfehlungen
5.4 Methodenkritik
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Kommunen gezielt die Lebensqualität und Entwicklung von Kindern in ihrem lokalen Umfeld positiv beeinflussen können. Unter exemplarischer Analyse der Kommune Landshut wird erforscht, welche Bedingungen für eine „Kinderfreundliche Kommune“ erforderlich sind, wie diese praktisch umgesetzt werden können und welche Herausforderungen dabei auf kommunaler Ebene bestehen.
Die Kommune als Lebenswelt von Kindern
Eine Kommune ist ein politisches und administratives Glied des Staates, umfasst ein bestimmtes Territorium und stellt somit eine Gebietskörperschaft dar. Den konstitutionellen Rahmen bietet in Deutschland Art. 20 Grundgesetz, indem festgelegt ist, dass die Bundesrepublik ein sozialer Rechtsstaat ist und Art. 28 Grundgesetz, der den Gemeinden das Recht gewährt, „alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln“. Damit bildet die Kommune die unterste Instanz zur Erfüllung der Sozialstaatlichkeit. Diese umfasst die Infrastruktur sowie soziale und kulturelle Dienstleistungen (vgl. Baum 2018: 198). Laut Friedländer (2019: 48) geht es bei der Umsetzung der öffentlichen Aufgaben und Leistungen darum, „den Bürgerwillen zu berücksichtigen und nach diesem zu handeln“. Ziel dabei ist es, gute Lebensqualitäten und Entwicklungschancen vor Ort zu schaffen. Dies gelingt, wenn die kommunale Wirtschaft wächst, die Infrastruktur modern ist, Bürger*innen Bildung genießen, die demografische Entwicklung sowie die soziale Struktur abgestimmt sind und der Finanzhaushalt stabil ist (vgl. Feith 2002: 3). Zusammengefasst geht es darum, das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wohl der Bürger*innen zu gewährleisten.
Hierfür stellt die Kommune diverse Güter und Dienstleistungen bereit (vgl. Baum 2018: 198). Dabei gilt es neben der Notlagenbekämpfung eine ausgleichspolitische Orientierung zu verfolgen, welche das Ziel einer größeren Verteilungsgerechtigkeit und Chancengleichheit verfolgt. Diese Orientierung kann unterschiedlichen Zielgruppen gelten wie zum Beispiel Frauen, Migrant*innen, alten Menschen oder Kindern (vgl. Feith 2002: 4). Laut Gehl (2019: 16), einem der berühmtesten Städteplaner der Welt, gibt es eine Korrelation zwischen dem Erfüllen der staatlichen Aufgaben und dem Wohl der Bürger*innen. So haben in der Vergangenheit „urbane Strukturen und Stadtplanung das Verhalten der Menschen beeinflusst und die Art bestimmt, wie Städte funktionieren“.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der kindgerechten Stadtentwicklung ein und legt das Ziel der Arbeit fest, anhand der Kommune Landshut Bedingungen für Kinderfreundlichkeit aufzuzeigen.
2 Kinderfreundlichkeit: Das Kapitel definiert den Begriff der Kinderfreundlichkeit, erläutert die Bedürfnisse und Rechte von Kindern und betrachtet die verschiedenen Ebenen, auf denen Kinderfreundlichkeit stattfindet.
3 Forschungsstand: „Kinderfreundliche Kommune“: Hier wird die internationale „Child Friendly Cities Initiative“ sowie der deutsche Verein vorgestellt und die Notwendigkeit sowie Herausforderungen kinderfreundlicher Stadtgestaltung diskutiert.
4 Datenerhebung und methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die qualitative Untersuchungsmethode der Experteninterviews zur Ist-Analyse der Situation in Landshut.
5 Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse der Interviews werden ausgewertet, in Bezug auf das theoretische Modell diskutiert und in Handlungsempfehlungen übersetzt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Kinderfreundlichkeit in der Kommune.
Kinderfreundliche Kommune, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Partizipation, Stadtplanung, Kindeswohl, Lebensraum, Soziale Arbeit, Landshut, Sozialraum, Qualitätsmanagement, Kommunalpolitik, Kinderbedürfnisse, Beteiligungsrechte, Entwicklungschancen.
Die Arbeit untersucht, wie Kommunen durch gezielte Maßnahmen und die Umsetzung von Kinderrechten ihre Umgebung kinderfreundlicher gestalten können, um Kindern ein gesundes und sicheres Aufwachsen zu ermöglichen.
Zu den Schwerpunkten zählen die UN-Kinderrechtskonvention, Partizipationsmöglichkeiten für Kinder, die kommunale Stadtplanung, das Konzept der „Kinderfreundlichen Kommune“ und die Identifizierung von Entwicklungsbedarf vor Ort.
Das Ziel ist es, Bedingungen aufzuzeigen, die für eine „Kinderfreundliche Kommune“ essenziell sind, und den aktuellen Stand der Kinderfreundlichkeit in der Stadt Landshut zu evaluieren.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer ausführlichen Literaturrecherche und teilstrukturierten Expert*inneninterviews basiert, welche anschließend mittels der „Grounded Theory“ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen und Forschungsstände und präsentiert die Ergebnisse der empirischen Erhebung, insbesondere die Situation der Kinder in Landshut, sowie daran anknüpfende Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Kinderfreundliche Kommune, Kindeswohl, Partizipation, Kinderrechte und kommunale Sozialraumgestaltung charakterisieren.
Da das Thema „Kinderfreundliche Kommune“ in Bezug auf die Stadt Landshut bisher wenig erforscht ist, erlaubt die Grounded Theory einen offenen, interpretativen Zugang, um neue Erkenntnisse aus dem Datenmaterial zu generieren.
Sie dienen als international erprobte Kriterien und Orientierungshilfe, um Kinderrechte in Städten und Gemeinden strukturell zu verankern und konkrete Maßnahmen der Stadtplanung zu steuern.
Die Empfehlungen umfassen die konsequente Umsetzung des Aktionsplans, eine bessere finanzielle und personelle Absicherung, die Sensibilisierung der Verwaltung sowie die Verankerung von Kinderrechten im kommunalen Leitbild.
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