Masterarbeit, 2009
44 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Kurze Begriffsklärung
3. Die Evolution des Geistes
3.1. Spezialisierte Systeme versus Mehrzweckintelligenz
3.2. Urmenschen und Affen
3.3. Vom gemeinsamen Vorfahren zu Homo sapiens
3.4. Homo sapiens und kognitive Fluidität
4. Die Organisation des menschlichen Gehirns
4.1. Der mentale Unterbau
4.2. Wissenserwerb und ontologische Kategorien
4.3. Die Erkenntnissysteme des Gehirns
4.4. Intuitives Wissen
4.5. Animismus und intuitiver Theismus
5. Warum sind Religionen, wie sie sind?
5.1. Die gute religiöse Idee
5.2. Das Rezept religiöser Vorstellungen
5.3. Die Attraktivität religiöser Vorstellungen
5.4. False positives
5.5. Bedürfnisse und Schlussfolgerungen
5.6. Moral und Religion
6. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht den Ursprung religiöser Vorstellungen aus evolutionsbiologischer und kognitionspsychologischer Perspektive. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, welche psychischen Dispositionen die Entstehung von Religiosität als evolutionäres Nebenprodukt begünstigen und warum Menschen empfänglich für die Idee übernatürlicher Akteure sind.
3.4. Homo sapiens und kognitive Fluidität
Mit dem Erscheinen des modernen Menschen vor 100.000 Jahren ändert sich das Bild unserer Vorfahren gewaltig. Fossilien aus dieser Zeit existieren leider kaum, erst die sogenannte kulturelle Explosion um 60.000 v.Chr. liefert massenhaft Anhaltspunkte. Plötzlich findet man Multikomponentenwerkzeuge, Geräte aus Knochen und Elfenbein, Kunst, Höhlenmalerei, Schmuck, Grabbeigaben und genähte Kleidung. Was war also passiert? Die ehemals isolierten kognitiven Domänen und Intelligenzen konnten nun aufeinander zugreifen und ermöglichten einen reibungslosen Informationsaustausch untereinander. Dazu war jedoch keine großartige genetische Veränderung nötig. Das Gehirn für diese Fähigkeiten war bereits vorhanden, es mussten nur noch die Barrieren abgebaut werden. Vereintes Wissen von Technik und Naturkunde führte zu spezialisierten Jagdwaffen, die aufgrund der Verschmelzung mit sozialer Intelligenz auch zu Statussymbolen wurden.
Aber wie kam es dazu? Nach Mithen wurde die Sprache, die vormals auf soziale Aktivitäten beschränkt war, nun auch zunehmend in anderen kognitiven Domänen verfügbar. Bewusstsein, das als Theorie des Geistes wie bei heutigen Schimpansen ebenfalls nur auf soziale Aktivitäten beschränkt war, konnte nun vollständig auf andere Domänen zugreifen und führte zu Flexibilität und Kreativität. Selbst wenn diese Veränderungen nur langsam von statten gingen, ergab sich dadurch trotzdem ein gravierender Selektionsvorteil.
1. Einleitung: Stellt das Paradoxon der Persistenz von Religion in einem wissenschaftlich aufgeklärten Zeitalter dar und führt die evolutionäre Fragestellung ein.
2. Kurze Begriffsklärung: Definiert Religiosität als den unbestimmten Glauben an übernatürliche Akteure und grenzt diesen von institutionellen Religionen ab.
3. Die Evolution des Geistes: Zeichnet den Weg vom einfachen, modularen Geist der Vorfahren hin zum modernen, kognitiv fluiden Geist nach.
4. Die Organisation des menschlichen Gehirns: Analysiert, wie unser Gehirn durch Erkenntnissysteme und ontologische Kategorien die Welt intuitiv strukturiert.
5. Warum sind Religionen, wie sie sind?: Erklärt das "Rezept" für religiöse Ideen und deren evolutionäre Plausibilität durch Mechanismen wie Mustererkennung und soziale Bedürfnisse.
6. Zusammenfassung und Fazit: Führt die Argumente zusammen und betont, dass Religiosität ein natürliches Nebenprodukt unserer evolvierten geistigen Ausstattung ist.
Religiosität, Evolution, kognitive Fluidität, evolutionäres Nebenprodukt, ontologische Kategorien, Erkenntnissysteme, Theorie des Geistes, übernatürliche Akteure, soziale Intelligenz, Moral, intuitiver Theismus, Animismus, kognitive Nische, Mustererkennung, Selektionsvorteil.
Die Arbeit untersucht, warum Religionen weltweit verbreitet sind, und schlägt vor, Religiosität als ein biologisch begründetes Nebenprodukt unserer geistigen Evolution zu betrachten.
Die Arbeit verknüpft Evolutionsbiologie, Kognitionspsychologie und Anthropologie, um die Entstehung von Glaubensvorstellungen zu erklären.
Es wird untersucht, warum Menschen für Vorstellungen von übernatürlichen Akteuren empfänglich sind und wie sich dies aus den psychischen Dispositionen unseres Gehirns ableiten lässt.
Die Autorin/der Autor nutzt einen multidisziplinären Ansatz, der archäologische Erkenntnisse zur Gehirnevolution mit Theorien der Kognitionswissenschaft kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Evolution des Geistes, die kognitive Organisation unserer Wahrnehmung und eine Analyse des "Rezepts" für religiöse Ideen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem kognitive Fluidität, ontologische Kategorien, intuitiver Theismus und das Konzept der "kognitiven Nische".
Sie ermöglicht den Informationsaustausch zwischen ehemals isolierten Gehirnmodulen, was erst komplexes Denken, Kreativität und damit die Vorstellungskraft für Religionen ermöglichte.
Sie deutet ihn als Folge unserer "Theorie des Geistes", die uns dazu bringt, auch unbelebten Objekten Intentionalität und Zwecke zuzuschreiben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

