Diplomarbeit, 2009
117 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Corporate Governance-Grundlagen und China
2.1. Begriffsklärung
2.2. Eigenschaften guter Corporate Governance
2.3. Makroökonomische Bedeutung der Corporate-Governance
2.4. Modelle der Corporate Governance
2.4.1. Das dualistische Modell
2.4.2. Das monistische Modell
2.4.3. Globale Entwicklung der Grundmodelle
2.5. China
2.5.1. Wirtschaftsgeschichte von 1949 bis heute
2.5.2. Das politische System
3. Corporate Governance in China
3.1. Entwicklung der Corporate Governance
3.2. Das chinesische Corporate Governance-System
3.2.1. Organisation der chinesischen Kapitalgesellschaft
3.2.2. Der chinesische Kapitalmarkt und die CSRC
3.2.3. Institutionelle Investoren
3.3. Der chinesische Corporate Governance-Kodex
3.4. Probleme der Corporate Governance in China
3.4.1. Schwache interne Corporate Governance
3.4.2. Nicht handelbare Aktien und konzentrierter Anteilsbesitz
3.4.3. Unterentwickelter Markt für Unternehmenskontrolle
3.4.4. Unterentwickeltes Rechtssystem
3.5. Historisch gewachsene Hindernisse
3.5.1. Konfuzianismus
3.5.2. Guanxi
4. Empirische Analyse der Corporate Governance in China
4.1. Analyseziel
4.2. Untersuchungsmethodik
4.3. Datenquellen und -erhebung
4.4. Deskriptive Statistik
4.4.1. Generelle Ergebnisse
4.4.2. Detaillierte Ergebnisse
4.5. Analyse nach Branchen
4.6. Fazit und Grenzen der Analyse
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der aktuellen Situation der Unternehmensführung und -kontrolle in China auseinander, um durch eine empirische Analyse von 50 börsennotierten Unternehmen den Status Quo zu ermitteln und Verbesserungspotenziale im Bereich der Corporate Governance aufzuzeigen.
3.5.2. Guanxi
Obwohl Guanxi sich auf die Lehren des Konfuzius zurückführen lassen, existiert der Begriff in seiner heutigen Bedeutung erst seit Mitte der 1970er Jahre. Er setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Guan bedeutet soviel wie Zugang oder Tor und Xi steht für „Verbindungen knüpfen“ oder „Beziehungen aufbauen“. Guanxi beschreiben in ihrer einfachsten Form spezifische soziale Beziehungen zwischen einzelnen Mitgliedern einer Gesellschaft. Mit dieser Definition ist jedoch die Komplexität, die Guanxi von anderen persönlichen Beziehungen unterscheiden, nicht erfasst. Folglich können sieben wesentliche Hauptcharakteristika der Guanxi identifiziert werden:
1) Guanxi sind utilitaristische Prozesse, d.h. der persönliche Vorteil steht im Vordergrund und ist Motivation für das Eingehen einer Guanxi-Beziehung.
2) Guanxi basieren auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit, so dass die Beteiligten durch den fortwährenden Austausch von Gefälligkeiten voneinander profitieren.
3) Eine Guanxi-Beziehung wird auf unbegrenzte Dauer angelegt, da ihr Entstehungsprozess sehr zeit- und kostenaufwendig ist.
4) Guanxi gründen auf einer vertrauensvollen persönlichen Verbundenheit zwischen den Partnern.
5) Guanxi-Beziehungen sind vage. D.h. de-facto besteht kein Zwang zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen. Die Gefahr das gesellschaftliche Ansehen aufgrund der Nichterfüllung zu verlieren ist jedoch groß.
6) Guanxi sind kontextspezifisch. Ihre Ausgestaltung hängt vom Umfeld ab, in dem sie angewendet werden.
7) Guanxi sind als eine Form sozialen Kapitals eines Individuums zu verstehen. Ähnlich einem Konto erhöht sich der Wert, je mehr eine Person in die Beziehung investiert. Im Gegenzug kann sie aus dem positiven Betrag des Kontos Unterstützung vom Gegenüber einfordern.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Transformation Chinas und stellt die Relevanz moderner Corporate Governance-Praktiken für nachhaltiges Wachstum und Investorenvertrauen dar.
2. Corporate Governance-Grundlagen und China: Das Kapitel definiert den Begriff Corporate Governance, erörtert globale Modelle wie das dualistische und monistische System und beschreibt den historischen sowie politischen Kontext Chinas.
3. Corporate Governance in China: Hier werden die Entwicklung der Corporate Governance, das regulatorische System und spezifische Probleme wie Unterentwicklungen am Markt sowie der Einfluss kultureller Faktoren wie Konfuzianismus und Guanxi behandelt.
4. Empirische Analyse der Corporate Governance in China: Dieses Kapitel erläutert die Methodik einer empirischen Untersuchung von 50 Unternehmen anhand eines Scoringmodells und präsentiert die Ergebnisse der Analyse.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass das chinesische System trotz formaler Annäherung an internationale Standards in der praktischen Umsetzung weiterhin deutliche Defizite aufweist.
Corporate Governance, China, Unternehmenskontrolle, Aktienmarkt, CSRC, Guanxi, Konfuzianismus, Shareholder Value, Stakeholder, Tunnelling, Pyramiding, staatseigene Betriebe, Finanzberichterstattung, empirische Analyse, Rechtsrahmen.
Die Arbeit befasst sich mit der Corporate Governance in China, insbesondere mit der Untersuchung der Qualität der Unternehmensführung und -kontrolle bei den 50 größten börsennotierten Unternehmen des Landes.
Die zentralen Themen umfassen die regulatorischen Rahmenbedingungen für chinesische Aktiengesellschaften, das Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft sowie die Rolle spezifischer kultureller Prägungen.
Das Ziel ist die Ermittlung des Status Quo der Corporate Governance-Qualität in China, um zu prüfen, ob internationale Standards implementiert wurden und welche praktischen Probleme weiterhin bestehen.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Inhaltsanalyse von Unternehmenspublikationen, die anhand eines speziell entwickelten Kriterienkatalogs und eines Scoringmodells bewertet wurden.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen, das chinesische Governance-System, institutionelle Strukturen sowie eine detaillierte empirische Auswertung der 50 größten chinesischen Aktiengesellschaften.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Guanxi, Tunnelling, staatliche Kontrolle und der Standard der Corporate Governance zugelassener Gesellschaften (CCGK).
Der Konfuzianismus prägt laut Arbeit hierarchische Strukturen und das Harmoniestreben, was wiederum die Überwachungsmechanismen in Unternehmen beeinflusst und eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschäftsführung erschwert.
Da der Staat oft Mehrheitsaktionär ist, verfolgen Unternehmen häufig staatliche Interessen statt der reinen Shareholder-Value-Maximierung, was zu ineffizienten Strukturen und einer schwachen internen Kontrolle führen kann.
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