Bachelorarbeit, 2020
65 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER RAHMEN
2.1 Sprache und (kulturelle) Identität
2.2 Sprachpolitik
2.3 Sprache und (kulturelle) Globalisierung
2.3.1 Begriff: (kulturelle) Globalisierung
2.3.2 Mögliche Auswirkungen (kultureller) Globalisierung
3 DIE PROVINZ QUÉBEC
3.1 Die Rolle der Sprache im sozio-historischen Kontext bis 1900
3.2 Sprachpolitik im 20. Jahrhundert
3.3 Québecs Sprachsituation im 21. Jahrhundert
3.3.1 Probleme und Herausforderungen
3.3.2 Erforderliche (politische) Maßnahmen
4 FORSCHUNGSÜBERBLICK
5 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
5.1 Zielsetzung und Fragestellung
5.2 Methodik
5.3 Soziographische Einordnung der ProbandInnen
5.4 Auswertung der Befragungsergebnisse
5.4.1 Verwendung der offiziellen Sprachen und die Rolle der Medien
5.4.2 Identité québécoise und Sprachbewusstsein
5.4.3 Bedrohungsfaktoren für die französische Sprache Kanadas
5.4.4 Föderale und provinziale Sprachpolitik
5.4.5 Immigration
5.4.6 Dominanz des Englischen
6 FAZIT UND AUSBLICK
7 BIBLIOGRAPHIE
8 ANHANG
8.1 Fragebogen der Onlineumfrage (.pdf)
8.2 Erhobene Daten
Diese Arbeit untersucht, wie die Bevölkerung von Québec die Auswirkungen der Globalisierung auf die französische Sprache und die spezifische Identité québécoise wahrnimmt. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die fortschreitende weltweite Vernetzung und die Dominanz des Englischen als Gefahr für den Spracherhalt sowie die kulturelle Identität empfunden werden oder als Chance für die Entwicklung in einem multikulturellen Kontext.
3.1 Die Rolle der Sprache im sozio-historischen Kontext bis 1900
Mit dem Eintreffen des Franzosen Jacques Cartier im Jahre 1534, der im Auftrag François I einen neuen Weg nach Indien und zudem profitbringende Ressourcen wie Gold finden sollte, beginnt die Geschichte Kanadas (vgl. Warren 2003: 58). Es dauert jedoch noch einige Jahre, bis sich die ersten SiedlerInnen langfristig auf dem neuentdeckten Kontinent niederlassen und sich mit Samuel De Champlain 1608 die Stadt Québec gründet (vgl. ebd.: 58). Neben dem ertragreichen Fischfang an der Atlantikküste und im Sankt-Lorenz Strom, dient vor allem der Pelzhandel mit den kanadischen UreinwohnerInnen als lukratives Geschäft. Das neue Klima, die neue Umwelt und der ständige Kontakt mit den Autochtonen, zwingen die europäischen SiedlerInnen, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Obwohl bestimmte Wörter aus dem indianischen Wortschatz überführt werden und nützliche Anpassungen wie beispielsweise Kleidung, Ernährung und Transportmittel übernommen werden, hält die immer wachsende französische Bevölkerung dennoch an gewohnten Traditionen, dem katholischen Glauben sowie der französischen Sprache fest (vgl. ebd.: 61).
Zur selben Zeit besiedeln BritInnen die Ostküste der heutigen USA und bilden die 13 Kolonien. Ihre etwa zwanzigfache Bevölkerungsgröße sowie ihre schnelle Expansion Richtung Westen und Norden des Kontinents bedeutet zunehmenden Druck für Neufrankreich (vgl. ebd.: 62). Was vorerst lediglich den Verlust Neufundlands und Arkadien (heutiges Neu-Schottland) zur Folge hat, endet mit der vollständigen Kapitulation Québecs im Jahre 1759 sowie der Stadt Montréal im darauffolgenden Jahr und bedeutet letztlich das Ende Neufrankreichs (vgl. Eddie 2008: 8). Doch auch nach diesem schweren Ereignis und der im Jahr 1763 im Rahmen der Proclamation royale folgenden Etablierung der englischen Regierung und deren Gesetze (vgl. Linteau 2016: 31), bleibt die französische Sprache auf dem nordamerikanischen Kontinent bestehen. Das Erscheinen der Zeitung La Gazette du commerce et littéraire, verdeutlicht nochmals die Wichtigkeit der eigenen Sprache für die französische Sprachgemeinschaft zu dieser Zeit (vgl. Eddie 2008: 9).
1 EINLEITUNG: Definiert die Relevanz der Globalisierung für Sprachminderheiten und stellt Québec als exzellentes Untersuchungsbeispiel für diese Dynamik vor.
2 THEORETISCHER RAHMEN: Beleuchtet das Wechselspiel zwischen Sprache, Identität und Sprachpolitik sowie die theoretischen Implikationen der Globalisierung für Kulturen.
3 DIE PROVINZ QUÉBEC: Zeichnet die historische Entwicklung der Sprachkonflikte in Québec nach und identifiziert die heutigen Herausforderungen durch den englischsprachigen Einfluss.
4 FORSCHUNGSÜBERBLICK: Fasst zentrale wissenschaftliche Literatur zusammen, welche die Basis für die empirische Untersuchung der Arbeit bildet.
5 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Präsentiert die Ergebnisse der Onlinebefragung und analysiert die subjektive Wahrnehmung der Québecer hinsichtlich ihrer Sprache und Identität.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Führt die empirischen Ergebnisse zusammen und plädiert für eine zukunftsorientierte Sprachpolitik, die den Spracherhalt in eine globalisierte Welt integriert.
Globalisierung, Québec, französische Sprache, Identité québécoise, Sprachpolitik, Kanada, Minderheitenschutz, Bilingualismus, Kultur, Assimilation, Onlinebefragung, Sprachbewusstsein, lingua franca, Frankophonie, Sprachsterben.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Globalisierung und dem Erhalt der französischen Sprache in Québec, wobei besonders der Einfluss des Englischen und die Folgen für die identitätsstiftende Dimension des Französischen analysiert werden.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen der Soziolinguistik und Sprachpolitik sowie der spezifischen historischen und aktuellen Situation der Sprachgemeinschaft in Québec.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob die Québecer Bevölkerung die globale Vernetzung und die Dominanz des Englischen als Bedrohung für ihre kulturelle Identität wahrnimmt oder ob sie konstruktive Gegenstrategien verfolgt.
Die Autorin führte eine Onlinebefragung mittels der Plattform soscisurvey.com unter frankophonen Kanadiern durch, deren Ergebnisse anschließend quantitativ und qualitativ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick, eine historische Hinführung zur Bedeutung der Sprache für Québec und eine umfassende empirische Untersuchung, die verschiedene Aspekte wie Mediennutzung, Sprachpolitik und Immigration beleuchtet.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Identité québécoise, Sprachpolitik, Globalisierung, Frankophonie und den gesellschaftlichen Umgang mit linguistischer Diversität aus.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Unzufriedenheit und Skepsis gegenüber der föderalen Sprachpolitik, während die Maßnahmen der Provinzregierung vor Ort überwiegend positiv gewertet werden.
Die Analyse verdeutlicht, dass die Nutzung digitaler Medien eine starke Tendenz zum Englischen auslöst, was die befragten Teilnehmer teils als Notwendigkeit für internationale Kommunikation, teils als Bedrohung für ihre kulturelle Autonomie empfinden.
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