Bachelorarbeit, 2022
47 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Mädchen im allgemeinen Bildungssystem- kurze Analyse vom 20. Jahrhundert bis heute
2.1. Internationaler Vergleich von Mädchen in der schulischen Laufbahn durch PISA, IGLU und TIMSS
2.2. Konsequenzen für Studien- und Berufswahl
3. Geschlechtertheorien
3.1. Sozialisation im kulturellen System der Zweigeschlechtigkeit
3.2. Doing Gender seitens der Lehrkräfte
4. Ziele und Bedingungen der Professionsforschung
4.1. Kriterien für geschlechtergerechten Unterricht
4.1.1. Lerninhalte/Lehrmittel und inhaltliche Dimension
4.1.2. Rollenbewusstsein und persönliche Dimension der Lehrkraft
4.1.3 Methodeische Dimension
4.1.4 Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern
5. Empirisches Vorgehen
5.1 Konzeption des Leitfadens mit Vignetten
5.2 Durchführung der Interviews
5.3 Auswahl der Interviewenden
6. Auswertung der Interviews
6.1 Darstellung der Ergebnisse
6.2 Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bewusstsein und das Handeln von Lehrkräften bezüglich eines geschlechtergerechten Mathematikunterrichts in der Sekundarstufe 1. Die zentrale Forschungsfrage lautet: "Wie setzen Lehrkräfte einen geschlechtergerechten Mathematikunterricht in der Sekundarstufe 1 um?"
1. Einleitung
Lange waren Mädchen die Verliererinnen des deutschen Schulsystems. Mit der Bildungsreform in den 1960er Jahren wurde diese Benachteiligung nach und nach abgebaut. Heute können wir von einer Kehrtwende sprechen. Mädchen haben durchschnittlich bessere Noten, mehr Mädchen machen Abitur und beginnen ein Studium (vgl. Hannover und Ollrogge 2021). Jedoch haben Mädchen nicht in jedem schulischen Fachbereich die Nase vorne. Ein Blick in die jüngste PISA (Programme for International Student Assessment) -Studie von 2018 genügt, um festzustellen, dass Mädchen seit Beginn der PISA-Studien schlechtere mathematische Kompetenzen entwickeln als ihre männlichen Mitschüler (Reiss/Weis/Klieme/Köller 2018, 17). Als Produkt dieser Ergebnisse resultiert, dass weniger junge Frauen einen Beruf in den sogenannten MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) -Fächern ergreifen (vgl. Wick 2019). Dies führt zu dem Problem, dass Frauen immer noch häufiger Berufe ausüben, in denen sie weniger verdienen, was zu einem Ungleichgewicht in der Bezahlung von Männern und Frauen führt (vgl. Hannover und Ollrogge 2021).
„Viele Studien fanden, dass Mädchen nur unter Stereotypenbedrohung in mathematischen Kompetenztests schlechter abschnitten als ihre männlichen Peers, d.h. wenn zuvor das Stereotyp über die angeblich geringe Kompetenz des weiblichen Geschlechts in Mathematik aktiviert worden war“ (ebd.).
Somit sind die Stereotypenbilder, die für Mädchen und Jungen in unserer Gesellschaft geschaffen werden, der Auslöser für die unterschiedliche mathematische Kompetenz der Geschlechter (vgl. ebd.). Ein wichtiger Ansatz, um diese Ungleichheit zu neutralisieren ist die Umsetzung eines geschlechtergerechten Unterrichts (vgl. Schmitz 2008, 4).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Geschlechterungleichheit im Mathematikunterricht ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2. Mädchen im allgemeinen Bildungssystem- kurze Analyse vom 20. Jahrhundert bis heute: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Schullaufbahn von Mädchen und analysiert aktuelle Leistungsstände mittels PISA, IGLU und TIMSS.
3. Geschlechtertheorien: Hier werden theoretische Ansätze der Gender-Forschung erläutert, insbesondere Sozialisation und "Doing Gender".
4. Ziele und Bedingungen der Professionsforschung: Dieses Kapitel definiert Kriterien für geschlechtergerechten Unterricht und untersucht die Anforderungen an die professionelle Lehrkraft.
5. Empirisches Vorgehen: Hier wird die Methodik der qualitativen, halbstrukturierten Interviews mit Vignetten sowie deren Konzeption und Durchführung beschrieben.
6. Auswertung der Interviews: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der Interviews und diskutiert diese im Kontext der theoretischen Vorgaben.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und identifiziert dringenden Handlungsbedarf für die Lehreraus- und -fortbildung.
Geschlechtergerechter Unterricht, Mathematikunterricht, Doing Gender, Professionsforschung, Lehrerbildung, Geschlechterstereotype, Kompetenzunterschiede, MINT-Fächer, qualitative Interviews, Vignetten, Schulentwicklung, Geschlechterrolle, Reflexion, Unterrichtsmethoden, Sekundarstufe 1
Die Arbeit befasst sich mit der Geschlechtergerechtigkeit im Mathematikunterricht der Sekundarstufe 1 und untersucht, wie Lehrkräfte dieses Thema in ihrem Berufsalltag reflektieren und umsetzen.
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Mädchenbildung, theoretische Geschlechterkonzepte, Kriterien für geschlechtersensiblen Unterricht sowie die professionelle Haltung und methodische Kompetenz von Lehrkräften.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Lehrkräfte einen geschlechtergerechten Mathematikunterricht in der Sekundarstufe 1 konkret in die Praxis umsetzen.
Die Autorin verwendet eine qualitative Forschungsweise. Konkret wurden vier Lehrkräfte in halbstrukturierten Interviews befragt, die auf vignettenbasierten Szenarien aus dem Schulalltag aufbauen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der geschlechterspezifischen Sozialisation und Professionsforschung sowie in eine empirische Studie, deren Ergebnisse detailliert dargestellt und fachlich diskutiert werden.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen "Doing Gender", professionelle Reflexion, geschlechtergerechter Unterricht, Stereotypenbildung und die methodische Dimension der Unterrichtsgestaltung.
Die Autorin stellt fest, dass es eine massive Lücke in der Lehrerausbildung gibt; keine der befragten Lehrkräfte hatte jemals eine Fortbildung zum Thema "geschlechtergerechter Unterricht" absolviert.
In der Praxis zeigt sich ein ambivalentes Bild: Viele Lehrkräfte agieren unbewusst und verfallen trotz des Anspruchs auf "Neutralität" häufig in stereotypische Verhaltensmuster bei der Beschreibung oder Interaktion mit den Schülern.
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