Bachelorarbeit, 2023
61 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Organisation
3. Theoretische Verortung des Neo-Institutionalismus
3.1. Zentrale Begriffe: Mythen, Entkopplung und Institution
3.2. Der Neo-Institutionalismus aus der Geschlechterperspektive
3.3. Vom Rationalitätsmythos zum Egalitätsmythos
4. Hochschule als Organisation
4.1. Die Befristungspraxis an Hochschulen
4.1.1. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz
4.1.2. Das akademische Prekariat
4.2. Hochschule als Gendered Organization
4.3. Die Vereinbarkeitsproblematik an Hochschulen
5. Der Vereinbarkeitsmythos
5.1. Familienfreundliche Maßnahmen als Ergebnis institutioneller Isomorphie
5.2. Die Leitdogmen der Befristungspraxis
6. Die Kernprozesse des Vereinbarkeitsmythos
6.1. Qualitative Inhaltsanalyse
6.2. Festlegung der Fragestellung
6.3. Festlegung des Materials und Richtung der Analyse
6.4. Entwicklung des Kategoriensystems
6.4.1. Erschwerte Familienvereinbarkeit
6.4.2. Erschwerte Familienplanung
6.4.3. Geschlechterasymmetrien
6.4.4. Infragestellen von Leitdogmen der Befristung
6.4.5. Prekarität und Unsicherheit
6.4.6. Seelische Belastung
6.4.7. Hohe intrinsische Affinität zur Lehre und Forschung
6.5. Die Schauseite familienfreundlicher Maßnahmen
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten Vereinbarkeitsmythos an Hochschulen vor dem Hintergrund prekärer Beschäftigungsverhältnisse für wissenschaftliches Personal. Ziel ist es zu analysieren, warum trotz implementierter Vereinbarkeitspolitik strukturelle Barrieren für die Familiengründung bestehen bleiben und wie das Wissenschaftszeitvertragsgesetz diesen Prozess als Katalysator für Unsicherheit und Prekarität verstärkt.
1. Einleitung
Ein normales Familienleben, wie es in anderen Berufen problemlos möglich wäre, bleibt so häufig lange ein Traum. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass angesichts des hohen Erstberufungsalters praktisch niemand in der normalen Familiengründungsphase zwischen dreißig und vierzig (Aussicht auf) eine Dauerstelle hat. Kein Wunder, dass auffällig viele Wissenschaftler*innen ungewollt kinderlos bleiben - oder dass der Wunsch nach einer Familie zur Aufgabe der wissenschaftlichen Laufbahn führt. (Bahr et al. 2022: 85)
Dieses zitierte Dilemma beschreibt die ungewöhnliche Realität, mit der Akademiker*innen konfrontiert sind, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Dies stellt im Hochschulkontext ein schwieriges Unterfangen dar und resultiert - wie von den Autor*innen beschrieben - nicht zuletzt in Kinderlosigkeit oder einem gänzlichen Ausstieg aus dem Wissenschaftsbetrieb im Sinne der Familienplanung. Gründe hierfür liegen in der zunehmenden Prävalenz prekärer Beschäftigungsverhältnisse im akademischen Bereich. Sie stellen eine strukturelle Barriere für die Familiengründung und -vereinbarkeit dar und bedeuten darüber hinaus einen dramatischen Einschnitt in die individuelle Lebensplanung.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Dilemma zwischen wissenschaftlicher Karriere und Familiengründung unter prekären Bedingungen.
2. Der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Organisation: Dieses Kapitel erläutert die geschlechtersensible Perspektive auf Organisationen als Reproduktionsstätten von Differenzen.
3. Theoretische Verortung des Neo-Institutionalismus: Hier werden die Basiskonzepte Mythen, Institution und Entkopplung als Analyseinstrumente eingeführt.
4. Hochschule als Organisation: Das Kapitel analysiert den Wandel der Hochschule unter dem Einfluss des New Public Management sowie die spezifische Befristungssituation.
5. Der Vereinbarkeitsmythos: Dieses Kapitel beschreibt, wie Hochschulen durch symbolische Maßnahmen eine familienfreundliche Fassade errichten.
6. Die Kernprozesse des Vereinbarkeitsmythos: Dieser Abschnitt widmet sich der empirischen Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse und identifiziert zentrale Kategorien der Problematik.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine Reform der Befristungsregelungen zur echten Vereinbarkeit.
Wissenschaftszeitvertragsgesetz, Vereinbarkeitsmythos, Prekarität, Geschlechterasymmetrien, Neo-Institutionalismus, Familienplanung, akademische Laufbahn, Hochschule, Gendered Organization, Befristungspraxis, Kinderlosigkeit, Vereinbarkeit, wissenschaftliches Personal, Leaky Pipeline, Organisationssoziologie.
Die Arbeit analysiert kritisch das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Karriere an Hochschulen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter prekären Beschäftigungsbedingungen.
Die zentralen Themen umfassen die Befristungspraxis durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, die Theoriebildung des Neo-Institutionalismus und die geschlechterspezifischen Asymmetrien im akademischen Betrieb.
Ziel ist es, den „Vereinbarkeitsmythos“ an Hochschulen aufzudecken, der durch institutionelle Mythen und eine schauseitige Familienfreundlichkeit eine tatsächliche Problemlösung verschleiert.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring auf Basis eines vorhandenen Sekundärdatensatzes angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Neo-Institutionalismus, die Organisationsanalyse der Hochschule sowie die empirische Auswertung von Erfahrungen wissenschaftlich Beschäftigter.
Wichtige Begriffe sind WissZeitVG, Prekarität, Vereinbarkeitsmythos, Geschlechterasymmetrien und akademisches Prekariat.
Er beschreibt das Phänomen, dass Wissenschaftlerinnen mit steigender Qualifikationsstufe in höherem Maße aus dem Wissenschaftssystem ausscheiden als ihre männlichen Kollegen.
Die Arbeit argumentiert, dass das Gesetz als Katalysator für Unsicherheit und Prekarität fungiert, da es befristete Verträge unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Qualifizierung zur Norm werden lässt.
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