Bachelorarbeit, 2020
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Abschrift des Textes: Lukas 15, 11-32 (Luther 2017)
3. Analyse des Textes
3.1 Abgrenzung und Kontext
3.2 Ausformulierte Gliederung des Textes
3.3 Abgrenzung von Tradition und Redaktion (Literarkritik)
3.4 Gattungsbestimmung der vorlukanischen Überlieferung
3.5 Begriffs- und Motivgeschichte
4. Interpretation
4.1 Vorlukanische Überlieferung
4.2 Interpretation der redaktionellen Ergänzung
4.3 Interpretation des Textes im theologischen Gesamtrahmen des Lukasevangeliums
4.4 Wie kann Lukas 15, 11-32 in der heutigen Zeit interpretiert werden?
5. Teil II: Der Unterrichtsentwurf
6. Bedingungsanalyse
7. Tabelle der geplanten Unterrichtseinheit „Menschen annehmen wie Gott es tut“
8. Didaktischer Kommentar zur geplanten Unterrichtseinheit mit Bezug auf den Lehrplan
9. Tabelle der geplanten Unterrichtsstunde
10. Didaktisch-Methodischer Kommentar zu der geplanten Unterrichtsstunde
11. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit kombiniert eine historisch-kritische Exegese des Gleichnisses vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium mit einem konkreten, religionspädagogischen Unterrichtsentwurf für eine 7. Klasse an einer Realschule, um den Schülern ein Verständnis für göttliche Barmherzigkeit und zwischenmenschliche Annahme zu vermitteln.
3.1 Abgrenzung und Kontext
Der zu analysierende Bibeltext lässt eine klare Unterscheidung zu seinem unmittelbaren Kontext erkennen und lässt sich daher als sinnvoller Textabschnitt bezeichnen. Schnelle bezeichnet das Gleichnis vom verlorenen Sohn sogar als „Schlüsselerzählung“ innerhalb des Lukasevangeliums. Deshalb, und da stimme ich mit Schnelle überein, ist der Textabschnitt aus Lukas 15, 11-32 innerhalb des Gesamtwerkes in besonderer Weise hervorzuheben und dementsprechend zu behandeln. Die Perikope befindet sich im größten Teilabschnitt des Evangeliums, nämlich „Jesu Reise nach Jerusalem“. Der vorherige Teilabschnitt erzählt „Das Wirken Jesu in Galiläa“, der Teilabschnitt danach „Jesu Wirken in Jerusalem“. Der Textabschnitt des Gleichnisses ist insofern noch besonders, als dass sich der Teilabschnitt „Jesu Reise nach Jerusalem“, und hier sind sich die Forscher in der Regel einig, nahezu ausschließlich durch Sondergut und Q-Überlieferungen zusammensetzt. Erst ab Kapitel 18 Vers 15 greift der Verfasser wieder die markinische Reihenfolge der Erzählung auf.
In Kapitel 15 erzählt Jesus gleich drei Gleichnisse, die davon handeln, dass etwas Verloren gegangen ist. Das erste Gleichnis handelt vom verlorenen Schaf. Das zweite Gleichnis handelt vom verlorenen Groschen und das dritte Gleichnis ist das Gleichnis, welches diese Arbeit zu untersuchen versucht. Ruben Zimmermann stellt in seinem Werk „Kompendium der Gleichnisse Jesu“ fest, dass die drei Gleichnisse „vom Verlorenen“ einiges gemeinsam haben: Sie haben einen gemeinsamen Adressatenkreis, ein charakteristisches Vokabular und sie alle weisen eine ähnliche Struktur auf. In Bezug auf die Abgrenzung und den Kontext des Gleichnisses ist es wichtig nachzuvollziehen, dass die drei Gleichnisse in erster Linie eine Abgrenzung zum übrigen Gesamtwerk darstellen, weil sich der bereits erwähnte Adressatenkreis in Kapitel 15 ändert.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der göttlichen Liebe ein und stellt das Ziel vor, das Gleichnis vom verlorenen Sohn historisch-kritisch zu analysieren und für den Schulunterricht didaktisch aufzubereiten.
2. Abschrift des Textes: Lukas 15, 11-32 (Luther 2017): Das Kapitel stellt den biblischen Quellentext in der Luther-Übersetzung 2017 bereit, der die Grundlage für die weitere Analyse bildet.
3. Analyse des Textes: Es erfolgt eine wissenschaftliche Untersuchung der Perikope hinsichtlich des Kontextes, der Textgliederung, der Literarkritik, der literarischen Gattung sowie der Begriffsgeschichte der Sünde.
4. Interpretation: In diesem Kapitel wird das Gleichnis in seine vorlukanischen und redaktionellen Teile zerlegt, theologisch in das Lukasevangelium eingeordnet und auf die heutige Zeit hin gedeutet.
5. Teil II: Der Unterrichtsentwurf: Hier wird der Übergang von der exegetischen Analyse zur praktischen didaktischen Umsetzung für eine siebte Realschulklasse eingeleitet.
6. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel reflektiert die soziale und lernpsychologische Zusammensetzung der Zielgruppe an der Realschule und deren Voraussetzungen für den Religionsunterricht.
7. Tabelle der geplanten Unterrichtseinheit „Menschen annehmen wie Gott es tut“: Die Tabelle bietet einen strukturierten Überblick über die Ziele, Inhalte und Verläufe der gesamten geplanten Unterrichtsreihe.
8. Didaktischer Kommentar zur geplanten Unterrichtseinheit mit Bezug auf den Lehrplan: Die Reihe wird hier in den Kernlehrplan NRW eingeordnet und begründet.
9. Tabelle der geplanten Unterrichtsstunde: Ein detaillierter Ablaufplan zeigt die methodischen Phasen der untersuchten Unterrichtsstunde auf.
10. Didaktisch-Methodischer Kommentar zu der geplanten Unterrichtsstunde: Die Wahl der Sozialformen und Methoden in der Unterrichtsstunde wird hier theoretisch fundiert begründet.
11. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Exegese sowie die Intention des Unterrichtsentwurfs noch einmal zusammen.
Gleichnis vom verlorenen Sohn, Lukas 15, Exegese, Religionsunterricht, Barmherzigkeit, Sündenannahme, Gnade, Didaktik, Realschule, Sünde, Vergebung, biblische Hermeneutik, Gottesbild, Identität, Unterrichtsentwurf
Die Arbeit untersucht das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32) sowohl durch eine historisch-kritische Exegese als auch durch die Entwicklung eines schulpraktischen Unterrichtsentwurfs für die siebte Jahrgangsstufe.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Textanalyse, die Untersuchung lukanischer Theologie, die Bedeutung von Gnade und Sünde sowie die Vermittlung dieser komplexen Inhalte im Rahmen einer modernen Religionspädagogik.
Das Ziel ist es, das Gleichnis als „Schlüsselerzählung“ für die Sündenannahme zu verstehen und aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler dadurch ein positives Gottesbild und ein tieferes Verständnis für zwischenmenschliche Akzeptanz entwickeln können.
Es wird primär die historisch-kritische Methode der Exegese angewandt, ergänzt durch religionspädagogische Analyseschritte, die den direkten Bezug zum Lehrplan und zur Lebenswelt der Lernenden herstellen.
Neben der exegetischen Analyse des biblischen Textes in seine Überlieferungsschichten enthält der Hauptteil eine detaillierte Bedingungsanalyse der Lerngruppe sowie eine umfangreiche Konzeption und didaktische Kommentierung der Unterrichtseinheit.
Zu den prägenden Begriffen zählen: Gleichnis vom verlorenen Sohn, Sündenannahme, Gnade, Didaktik, Realschule, Barmherzigkeit und biblische Exegese.
In der Arbeit wird argumentiert, dass die Gemeinde des Lukasevangeliums den zweiten Teil (die Geschichte des älteren Bruders) vermutlich hinzugefügt hat, um für ein tieferes Verständnis der Sünderannahme innerhalb der judenchristlichen Gemeinde zu werben.
Die goldene Regel dient als sozialethisches Fundament, um von der biblischen Geschichte des Vaters, der den Sohn annimmt, eine direkte Übertragung auf das respektvolle Miteinander unter den Schülerinnen und Schülern im Klassenzimmer zu ermöglichen.
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