Masterarbeit, 2024
104 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
2. Die außenpolitische Evolution Russlands
2.1 Die Historie der russischen Außenpolitik
2.1.1 Die russische Außenpolitik zwischen 1991 und 1999
2.1.2 Die russische Außenpolitik zwischen 1999 und 2008
2.1.3 Die russische Außenpolitik zwischen 2008 und 2012
2.1.4 Die russische Außenpolitik zwischen 2013 und 2021
2.1.5 Die gegenwärtige Situation
2.2 Das Regierungssystem in Russland: Außenpolitische Entscheidungsfindung
3. Theorie
3.1 Die Theorien der Internationalen Beziehungen
3.1.1 Neorealismus
3.1.2 Liberalismus
3.1.3 Konstruktivismus
3.2 Weltordnungsmodelle
3.2.1 Multipolarität
3.2.2 Multilateralismus
3.3 Die Narrative der russischen Außenpolitik
3.3.1 Neo-Eurasismus
3.3.2 Russki Mir – russische Welt
4. Methodik
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1 Außenpolitische Instrumente
5.1.1 Einsatz von Soft Power und Diplomatie
5.1.2 Multilateralismus
5.1.3 Nukleare und militärische Abschreckung
5.1.4 Wirtschaftliche Kooperation
5.2 Außenpolitische Prioritäten
5.2.1 Souveränität und Sicherheit Russlands
5.2.2 Internationale Zusammenarbeit
5.2.3 Stärkung der russischen Rolle im internationalen Kontext
5.2.4 Rechtsnormen in den Internationalen Beziehungen
5.3 Außenpolitische Narrative
5.3.1 Ukrainephobie
5.3.2 Anti-Atlantismus
5.3.3 Russkij Mir
5.3.4 Neo-Eurasismus
5.4 Außenpolitische Herausforderungen
5.4.1 Stabilität und Sicherheit der Weltordnung
5.4.2 Ideologische Bedrohungen
5.5 Russische Außenpolitik aus Sicht der Internationalen Beziehungen
5.5.1 Neorealismus
5.5.2 Konstruktivismus
5.5.3 Liberalismus
5.6 Weltordnung aus russischer Perspektive
5.7 Russlands Internationale Beziehungen
5.7.1 Staaten
5.7.2 Internationale Organisationen
6. Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die Struktur der russischen Außenpolitik in der vierten Legislaturperiode von 2018 bis 2023. Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Konzeption dieser Außenpolitik zu zeichnen, indem die eingesetzten Instrumente, Prioritäten, Narrative sowie Herausforderungen analysiert werden, um die zugrunde liegende russische Denklogik und Perzeption der Weltpolitik zu identifizieren.
1. Einleitung
„[Die] historische Periode der ungeteilten Vorherrschaft des Westens im Weltgeschehen geht nun zu Ende, die unipolare Welt gehört der Vergangenheit an.“ (Putin 2022). Mit diesen Worten skizzierte Wladimir Putin in einer Rede auf dem Valdai-Forum seine Vision der internationalen Ordnung, die deutlich erkennen lässt, wie Putin den gegenwärtigen Status quo der Weltordnung einschätzt, und zu verstehen gibt, dass Russland bereit ist, ihn in Frage zu stellen. Eine Welt, die aus Putins Perspektive vom Westen dominiert wird und in der Staaten wie Russland nicht Teil der Hegemonie zu sein scheinen. Daraus folgt, dass Russland heute mehr denn je versucht, den besagten Status quo herauszufordern. Die Annexion der Krim und die Unterstützung der Separationsbewegungen in der Ostukraine, der damit verbundene Versuch der Etablierung einer neuen russischen Welt, die Intensivierung der Beziehungen zum eurasischen Raum sowie zum globalen Süden durch die Schaffung neuer multilateraler Strukturen oder zuletzt die Invasion in der Ukraine sind starke Indikatoren für Russlands Bestreben, seine Interessen international stärker zur Geltung zu bringen bzw. sich gegen die bestehende westlich dominierte Weltordnung zu widersetzen und eine gänzlich neuartige Weltstruktur zu schaffen.
Der Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 markiert dabei am deutlichsten den Willen zur Neujustierung der Verhältnisse im regionalen sowie im globalen Kontext. Sie kennzeichnet eine neue Etappe russischer Außenpolitik und wirft in diesem Zusammenhang die Frage nach den Hintergründen für die Zuspitzung der entstandenen Situation, nach den Zielen und Instrumenten dieser russischen Außenpolitik oder nach den Folgen für das außenpolitische Ansehen Russlands auf. Vor diesem Hintergrund soll in der vorliegenden Arbeit deshalb der Frage nachgegangen werden, wie die russische Außenpolitik in der vierten Legislaturperiode strukturiert ist. Dies soll auf Basis der Analyse der Präsidialreden erfolgen, die vor der russischen Föderalversammlung in den Jahren 2018 bis 2023 abgehalten worden sind.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die aktuelle geopolitische Lage dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Struktur der russischen Außenpolitik.
2. Die außenpolitische Evolution Russlands: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die russische Außenpolitik seit 1991 und beleuchtet das russische Regierungssystem sowie die außenpolitische Entscheidungsfindung.
3. Theorie: Dieses Kapitel bietet den theoretischen Rahmen, indem es Theorien der Internationalen Beziehungen, Weltordnungsmodelle und russische Narrative wie den Neo-Eurasismus diskutiert.
4. Methodik: Dieses Kapitel erläutert den methodischen Ansatz, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, die zur Kategorisierung der Präsidialreden angewandt wird.
5. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse des Kodierungsprozesses, geordnet nach Instrumenten, Prioritäten, Narrativen und Herausforderungen der russischen Außenpolitik.
6. Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel verknüpft die gewonnenen Ergebnisse mit dem bestehenden Forschungsstand und diskutiert die Zuspitzung der politischen Verhältnisse.
7. Fazit: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet abschließend die der Arbeit zugrunde liegende Forschungsfrage.
Russische Außenpolitik, Wladimir Putin, Föderalversammlung, Neorealismus, Multipolarität, Multilateralismus, Ukraine-Invasion, Soft Power, Sicherheitspolitik, Russkij Mir, Neo-Eurasismus, Souveränität, Internationale Beziehungen, Narrative, Weltordnung.
Die Arbeit analysiert die Struktur und Konzeption der russischen Außenpolitik in der vierten Legislaturperiode von 2018 bis 2023 durch eine systematische Untersuchung von Wladimir Putins Reden vor der Föderalversammlung.
Zentrale Themen sind die angewandten außenpolitischen Instrumente, die nationalen Prioritäten, die ideologischen Narrative Russlands und die Herausforderungen in einem sich wandelnden internationalen Umfeld.
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die russische Denklogik und die Perzeption der Weltpolitik zu entwickeln, um zu erklären, wie und warum Russland seine Außenpolitik in diesem Zeitraum auf diese Weise strukturiert hat.
Es wird die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz genutzt, wobei mittels deduktiv-induktiv gebildeter Kategoriensysteme eine systematische Auswertung der Präsidialreden erfolgt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Internationalen Beziehungen, eine methodische Herleitung und eine detaillierte Ergebnisevaluation bezüglich der Instrumente, Prioritäten und Narrative, gestützt durch Kodieranalysen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Russische Außenpolitik, Multipolarität, Neorealismus, Ukraine-Invasion, Soft Power und die geopolitischen Narrative wie Russkij Mir und Neo-Eurasismus.
Der Krieg markiert den deutlichsten Wendepunkt und wird in der Arbeit als kulminierender Punkt der russischen Außenpolitik identifiziert, der besonders ab 2022 zu einer signifikanten Zunahme konfrontativer Narrative und einer Abwendung vom Westen führte.
Russland strebt aktiv nach einer multipolaren Weltordnung, um die seiner Sicht nach einseitige Dominanz der USA (Unipolarität) zu brechen und eine alternative Sicherheitsstruktur unter stärkerer Mitsprache Russlands zu etablieren.
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