Diplomarbeit, 2003
82 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Selbstbestimmung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
2.1 Die geschichtliche Entwicklung der Behindertenhilfe, von der Reformpädagogik bis hin zur Selbstbestimmung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
2.1.1 Vorbetrachtung
2.1.2 Die Zeit nach 1945
2.1.3 Der Beginn des Umdenkens
2.2 Selbstbestimmung
3 Möglichkeiten des Selbstbestimmten Lernens bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
3.1 Selbstbestimmtes Lernen trotz Unterstützung
Die Methode der leicht zurückweisbaren Angebote
3.2 Das Konvergenzmodell
4 Selbstbestimmte Videoarbeit bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
4.1 Ästhetik in der Erziehung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
4.2 Ästhetik im Film
4.3 Ein Konzept zur Selbstbestimmten Videoarbeit bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
4.3.1 Selbstbestimmtes Lernen in der Videoarbeit trotz Unterstützung
4.3.2 Das Vertonen eines Filmes bei „Sprachschwierigkeiten“
4.3.3 Das Schneiden eines Filmes
4.3.4 Die Rolle des Begleiters
4.3.5 Die verschiedenen Funktionen der Videoaufnahmen des Begleiters
5 Selbstbestimmte Videoarbeit in der sozialpädagogischen Praxis
6 Praxisbericht
6.1 Erstes Treffen: Interview mit Christian – 01.11.2002
6.2 Zweites Treffen: „Erste“ eigene Aufnahmen von Christian – 04.11.2002
6.2.1 Die Zirkustiere
6.2.2 Christians Oma und Opa
6.3 Drittes Treffen: Christians Umgebung – 15.11.2002
6.3.1 Der Kiosk
6.3.2 Die Kirche
6.3.3 Der Spielplatz
6.4 Viertes Treffen: „Modenschau“ – 22.11.2002
6.5 Fünftes Treffen: Die Weihnachtsfeier der Lebenshilfe – 08.12.2002
6.6 Sechstes Treffen: Studio – 03.01.2003
7 Schluss
Die Diplomarbeit untersucht, inwieweit Menschen mit einer geistigen Behinderung selbstbestimmt mit dem Medium Video arbeiten können, indem sie ein entsprechendes pädagogisches Konzept entwickelt und in der Praxis erprobt. Das Ziel ist es, den Kommunikationsprozess der Teilnehmenden zu unterstützen und ihnen durch das Medium Video neue Möglichkeiten zur Selbstentfaltung und gesellschaftlichen Teilhabe zu eröffnen.
4.3.3 Das Schneiden eines Filmes
Nach dem „Filmdreh“ muss das Material gesichtet und beim digitalen Bearbeiten in den Computer eingespielt werden. Dort wird mit Hilfe eines „Schnittprogramms“ der Film bearbeitet. „Als Schnitt bezeichnet man den technischen Vorgang der Koordination von zwei Einstellungen (Hoffmann, 2000, S. 235). Ein Film besteht aus vielen Einstellungen, Kamerabewegungen und Kameraperspektiven. Diese müssen so bearbeitet werden, dass der Film verständlich wird. Durch diesen technischen Vorgang wird auch die narrative Struktur hergestellt.
Das Sichten des Rohmaterials und das Schneiden eines Films ist sehr zeitaufwendig, vor allem, wenn mehrere Tage gefilmt wurde und verschiedene Drehorte und dementsprechend viele verschiedene Aufnahmen zu bearbeiten sind. Für einen Menschen mit einer geistigen Behinderung würde es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Überforderung bedeuten, alle Bilder und Einstellungen ansehen und bewerten zu müssen, denn viele Bilder können meist aus „filmtechnischen“ Gründen (verwackelt, unscharf, zu kurz) nicht verwendet werden. Deshalb ist es für F einfacher, eine „Vorauswahl“, den so genannten „Rohschnitt“, präsentiert zu bekommen. Im Endeffekt wieder ein zurückweisbares Angebot, allerdings mit der Einschränkung, dass das „Sich-selbst-im-Fernseher-sehen“ eher selten zu einer Zurückweisung führen wird. Dazu die Frage von mir an Christian: „Wie ist es, wenn du dich in Großaufnahme im Fernseher siehst?“ Christian: „Gut!“ (vgl. Video 10:45)
Um einem Menschen mit einer geistigen Behinderung auch das eigene Selbstbestimmte Schneiden des Filmes zu ermöglichen, wäre es angebracht, mit weniger Aufnahmen und dadurch weniger Material auszukommen. Dadurch würde keine Überforderung entstehen. Außerdem könnten sich B und F mehr Zeit für die einzelnen zu bearbeitenden Bilder nehmen.
1 Einleitung: Einführung in das Projekt Bindeschuh und die Motivation der Arbeit basierend auf Erfahrungen in der integrativen Medienarbeit.
2 Selbstbestimmung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung: Historische Einordnung der Behindertenhilfe und theoretische Definition des Selbstbestimmungsbegriffs.
3 Möglichkeiten des Selbstbestimmten Lernens bei Menschen mit einer geistigen Behinderung: Vorstellung des Konvergenzmodells und der Methode der leicht zurückweisbaren Angebote als Grundlage für Lernprozesse.
4 Selbstbestimmte Videoarbeit bei Menschen mit einer geistigen Behinderung: Herleitung eines Konzepts zur Videoarbeit, welches ästhetische Erziehung und technische Assistenz verbindet.
5 Selbstbestimmte Videoarbeit in der sozialpädagogischen Praxis: Diskussion der Übertragbarkeit des Konzepts auf verschiedene sozialpädagogische Einrichtungen und notwendige Rahmenbedingungen.
6 Praxisbericht: Detaillierte Darstellung der Arbeit mit Christian, von der Interviewplanung bis zur Aufnahme im Studio.
7 Schluss: Reflexion über die Ergebnisse des Projekts und Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten der Förderung von Selbstbestimmung durch Medienarbeit.
Selbstbestimmung, Videoarbeit, geistige Behinderung, Behindertenpädagogik, Medienarbeit, Empowerment, Assistenz, Konvergenzmodell, Inklusion, Ästhetik, Teilhabe, Kommunikation, künstlerisches Potential, pädagogische Begleitung
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit einer geistigen Behinderung durch die aktive Arbeit mit dem Medium Video ihr Recht auf Selbstbestimmung wahrnehmen und ihre Lebenswelt künstlerisch gestalten können.
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Behindertenhilfe, theoretische Grundlagen der Selbstbestimmung, Konzepte zur ästhetischen Erziehung und die praktische Umsetzung narrativer Videoarbeit.
Das Ziel ist es, ein modifiziertes Modell für die selbstbestimmte Videoarbeit zu entwickeln, das es Menschen mit einer geistigen Behinderung ermöglicht, trotz nötiger Assistenz den kreativen Prozess eines Filmprojekts weitgehend selbst zu steuern.
Es wird ein handlungsorientierter Ansatz gewählt, der theoretische Modelle der Heilpädagogik mit einem konkreten Praxisprojekt (einer Fallstudie mit einem Teilnehmer namens Christian) verknüpft.
Der Hauptteil erarbeitet ein Konzept für die selbstbestimmte Videoarbeit, das den Einsatz von Kamera, den Schnitt, das Vertonen und die Rolle der Begleitperson unter dem Aspekt der Selbstbestimmung detailliert analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Selbstbestimmung, Empowerment, ästhetische Erziehung, Assistenzkonzepte und die „Methode der leicht zurückweisbaren Angebote“.
Christian fungiert als zentraler Partner in der Fallstudie; seine Erfahrungen, sein Ideenreichtum und die praktischen Herausforderungen bei der Arbeit mit ihm bilden die Basis für die Reflexion des Konzepts.
Aufgrund der großen Menge an vorhandenem Rohmaterial (3,5 Stunden) und zeitlicher Einschränkungen war es in diesem Pilotprojekt nicht möglich, den gesamten Schnittprozess vollständig durch Christian selbst durchführen zu lassen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass selbstbestimmte Videoarbeit trotz technischer und struktureller Hürden in vielen Bereichen realisierbar ist, wenn die Haltung des Begleiters von Respekt und der Abgabe von Kontrolle geprägt ist.
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