Bachelorarbeit, 2008
95 Seiten, Note: 1,3
Abstract
Einleitung
I. Theorie
II. Fragestellung
III. Methodik
1. Probanden/ Stichprobenbeschreibung
2. Beschreibung des schulischen Umfeldes/ schulische Bedingungen
3. Material/ methodische Umsetzung
3.1. Fragebogen
3.1.1 Konstruktion
3.1.2 Ergebniserfassung im Fragebogen/ Itementwicklung
3.1.3 Auswertungskategorien im Fragebogen
3.2. Interviewleitfaden
3.2.1 Entwicklung des Interviewleitfadens
3.2.2 Auswertungskategorien im Interview
3.3. Durchführung und Erhebung
3.3.1 Herangehensweise/ Organisation
3.3.2 Erhebung
IV. Auswertung
1. Gesamtauswertung ds Fragebogens
2. Auswertung der Interviews
V. Diskussion
VI. References
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berufsorientierung bei Grundschülern der dritten Klassenstufe mit dem Ziel, Grundlagen für ein theoriebasiertes Training zur Minimierung von Gendereinflüssen zu schaffen.
Die Entwicklung des Selbstkonzeptes
Die Entwicklung des Selbstkonzeptes geschieht, wie Entwicklungen allgemein, nach bestimmten Prinzipien: Vom Einfachem zum Komplexem, vom Konkretem zum Abstraktem, von äußeren zu inneren Merkmalen.
Auf dieser Grundlage entwickelte Gottfredson ein Stufenmodell, welches aus vier immer konkreter werdenden Stufen besteht, aber auch immer stärker kontextuelle Gegebenheiten und Einflüsse einbezieht. Da uns im Rahmen unserer Forschungsarbeit vor allem der Einfluss von Geschlechtsstereotypen auf den Berufsorientierungsprozess interessierte, ist das folgende Modell für unsere weitere Arbeit und Argumentation grundlegend.
Auf der ersten Stufe befinden sich die Kinder in einem Alter zwischen 3 und 5 Jahren (von Gottfredson als Kindergartenalter beschrieben).
Die Denkprozesse dieser Altersgruppe sind intuitiv. Zunächst sind es einfache Äußerlichkeiten, die Bestandteile des Selbstkonzeptes werden. Die Kinder sehen zwischen sich und den anderen Personen Unterschiede. Zuerst sind es Erwachsene, die das relevante Andere darstellen. Diese unterscheiden sich aus der Perspektive der Kinder in Größe, Macht aber auch Fähigkeiten von ihnen selbst. Es findet eine einfache Klassifizierung von Menschen nach Kategorien wie groß – klein, stark – schwach usw. statt.
Ihrem konkreten (entwicklungspsychologisch begründeten) Denkstil entsprechend, entwickeln Kinder Vorstellungen darüber, was es heißt erwachsen zu sein und Berufsrollen zu übernehmen. Sie haben ausreichend Wissen zur Verfügung, das Konstrukt „Beruf“ in einfacher Weise zu beschreiben, allerdings sind auch Fantasieberufe präsent. Nach Gottfredson sind auf dieser Stufe noch keine Geschlechterunterschiede bei den beruflichen Vorstellungen festzustellen.
Auf der zweiten Stufe orientieren sich die Kinder allerdings bereits an Geschlechterrollen (geschlechtsspezifisches Selbstkonzept). Sie sind zwischen 6 bis 8 Jahre alt und in der Lage, konkret, meist jedoch dichotomisiert zu denken. Beispiele sind die Unterscheidungen in gut – schlecht, dick – dünn usw. In dieser Lebensphase werden immer mehr bestimmte Spiele und Spielzeuge bevorzugt und die Unterscheidung der verschiedenen Geschlechter gelingt, wenn auch meist der Fokus auf äußere Merkmale wie Kleidung, Tätigkeit usw. gelegt wird. Die Kinder entwickeln eine von ihrem Gender geprägte Selbstwahrnehmung.
Die beruflichen Erwartungen reflektieren dabei die Überzeugung, was typisch für das jeweilige Geschlecht ist. Beide Geschlechter werden für das jeweilig Bessere erachtet. Diese Effekte könnten nach Gottfredson auf die kindliche Orientierung an gleichgeschlechtlichen Bezugspersonen zurückzuführen sein.
I. Theorie: Theoretische Fundierung des Berufsorientierungsprozesses durch Gottfredson (Stufenmodell), Hartung (Fähigkeits- und Berufskonzepte) sowie Selman und Trautner (Perspektivübernahme und Geschlechtsrollen).
II. Fragestellung: Definition der drei zentralen Projektfragestellungen hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Berufseinordnung, der Berufsvorstellung im Kontext von Fähigkeiten und der Perspektivübernahmefähigkeit.
III. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns unter Verwendung von Fragebögen und leitfadengestützten Interviews bei einer Stichprobe von 15 Drittklässlern inklusive der Vorbereitungsphase und Pretests.
IV. Auswertung: Darstellung und Analyse der quantitativen Fragebogenergebnisse sowie der qualitativen Interviewdaten zur Validierung der aufgestellten Hypothesen.
V. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Ausgangszielsetzung für die spätere Trainingskonzeption und Empfehlungen für zukünftige Erhebungen.
Berufsorientierung, Grundschulalter, Geschlechtsstereotype, Fähigkeitskonzept, Berufskonzept, Perspektivübernahme, Gender, Berufswahl, Kindesentwicklung, Gottfredson, Rollenverständnis, Sozialisation, Berufsinteressen, Trainingskonzeption.
Die Arbeit befasst sich mit der Berufsorientierung von Grundschülern und untersucht, wie bereits in diesem frühen Alter geschlechtsspezifische Stereotype die beruflichen Vorstellungen beeinflussen.
Im Fokus stehen die Wahrnehmung von Berufen, die Verknüpfung von eigenen Fähigkeiten mit Berufswünschen sowie die Fähigkeit von Kindern, die Perspektive des jeweils anderen Geschlechts einzunehmen.
Das Ziel ist es, den Ist-Zustand der Berufsorientierung bei Drittklässlern zu erfassen, um darauf basierend ein theoriebasiertes Training zur Reduzierung von Gendereinflüssen bei der Berufswahl zu entwickeln.
Die Autoren nutzen einen Methodenmix aus einem standardisierten Fragebogen für die quantitative Analyse sowie leitfadengestützten Interviews zur tiefergehenden qualitativen Untersuchung von 15 Grundschulkindern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung sowie eine umfassende Auswertung und anschließende Diskussion der Ergebnisse.
Die zentralen Schlagworte sind Berufsorientierung, Grundschulalter, Geschlechtsstereotype, Fähigkeitskonzept, Berufskonzept, Perspektivübernahme und Gender.
Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder Berufe durchaus geschlechtsspezifisch einordnen, wobei diese Tendenzen jedoch oft auf der Zuschreibung bestimmter Fähigkeiten beruhen, die sie den Geschlechtern zuordnen.
Die Mehrheit der untersuchten Kinder konnte sich erfolgreich in die Rolle des anderen Geschlechts hineinversetzen, wobei Unterschiede in der Ausprägung dieser Fähigkeit zwischen Jungen und Mädchen beobachtet wurden.
Nur etwa die Hälfte der befragten Kinder konnte ihre Berufswünsche explizit mit ihren eigenen Fähigkeiten begründen, was auf eine noch nicht vollständig entwickelte Verknüpfung dieser Konzepte hindeutet.
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