Diplomarbeit, 2004
87 Seiten, Note: 2,0
Zielstellung und Aufbau der Arbeit
1 Grundlagen der Transformation
1.1 Transformationstheorie und Definitionen
1.2 Das Dilemma der Transformation
1.3 Transformationsstrategien
2 Die Ausgangs- und Rahmenbedingungen des russischen Transformationsprozesses
2.1 Das sowjetische System der Zentralverwaltungswirtschaft
2.2 Die Reformen der Ära Gorbaev als Ursache und Katalysator
2.2.1 Die Reformmaßnahmen
2.2.2 Das Scheitern der Systemreform
2.3 Die soziokulturellen Ausgangs- und Rahmenbedingungen
2.3.1 Die traditionelle russische Wirtschaft- und Politikkultur
2.3.2 Das Wertesystem der sowjetischen Gesellschaft
2.4 Die Schattenwirtschaft – eine spezifische Rahmenbedingung
3 Schritte zu Demokratie und Marktwirtschaft
3.1 Die Demokratisierung Russlands
3.1.1 Die Doppelherrschaft von Präsident und Parlament
3.1.2 Die Zweite Russische Republik
3.1.3 Die spezifischen Rahmenbedingungen der russischen Demokratisierung
3.1.4 Der Wandel des politischen Systems
3.2 Die ökonomische Transformation
3.2.1 Die Liberalisierung
3.2.2 Die Stabilisierung
3.2.3 Die Privatisierung
3.2.4 Ausgewählte Spezifika der ökonomischen Transformation
4 Der soziokulturelle Aspekt des Transformationsprozesses
4.1 Der gesellschaftliche Wandel
4.1.1 Die Stratifikation der russischen Gesellschaft
4.1.2 Die sozioökonomische Situation der Bevölkerung
4.1.3 Der Wertewandel der russischen Bevölkerung
4.2 Die Einstellung der Bevölkerung zum Transformationsprozess
Fazit und Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Spezifität des russischen Transformationsprozesses, um zu klären, inwieweit sich dieser Systemwechsel von anderen Wandlungsprozessen abhebt und welche Rolle soziokulturelle Faktoren dabei spielen. Es wird erforscht, ob der Übergang zu Demokratie und Marktwirtschaft lediglich ökonomische und politische Teilordnungen umfasst oder tiefgreifende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft hat.
1.1 Transformationstheorie und Definitionen
Im Gegensatz zu Analysen der ehemaligen Ordnung der Zentralverwaltungswirtschaft, zu deren Funktionsweise zahlreiche Studien vorliegen, sind die Transformationsprozesse bisher nur ungenügend erforscht. Laut J. Ahrens (1994, S. 110 f.) haben selbst die Theorie der Wirtschaftsysteme, die Konvergenztheorien und andere entwicklungstheoretische Ansätze nichts Wesentliches dazu beigetragen.
Aber nicht nur der Mangel an Untersuchungen zu diesem Thema ist Ursache dafür, dass eine allgemeingültige Theorie der Transformation noch nicht existiert, sondern auch die eingeschränkte Sichtweise der Wissenschaftler. So sehen Wirtschaftswissenschaftler in der Transformation einen Wechsel des Wirtschaftssystems, die Politikwissenschaftler verstehen ihn als Demokratisierungsprozess und die Soziologie beschränkt sich auf den Aspekt des gesellschaftlichen Wandels (Haarland, H. P. u. Niessen, H.-J. 1998, S. 16). Die Interdependenz der Ebenen der Transformation wurde zwar erkannt, jedoch konnte sie noch nicht in einer allgemein akzeptierten Theorie dargelegt werden.
Auch wenn noch keine ausgereifte Transformationstheorie vorliegt, gibt es einige ökonomische Erklärungsansätze, die je nach ihren theoretischen Grundlagen unterschiedliche Aspekte hervorheben. So sind die Evolutionstheoretiker der Ansicht, das Marktsystem sei Resultat eines evolutionären Prozesses und verlassen sich auf die Marktkräfte. Die Anhänger der Neuen Institutionenökonomik nehmen Institutionen, die das Handeln der Wirtschaftssubjekte lenken, in den Fokus ihrer Studien. Die Ordoliberalen heben den Einfluss der Ordnungspolitik hervor und legen großen Wert auf die Installation eines Marktpreissystems, die Auflösung von Marktzutrittsbarrieren und die Vertragsfreiheit. Der Unterschied in den theoretischen Ansätzen wird besonders bei Betrachtung der Theorien der Neoliberalen und der Post-Keynesianer deutlich. Die erstgenannten sind der Ansicht, dass das System der Marktwirtschaft zu jeder Zeit stabil ist und Fehlentwicklungen auf das Intervenieren des Staates zurückzuführen sind. Die Post-Keynesianer hingegen betonen den instabilen Charakter des Marktsystems, welcher das Eingreifen des Staates unbedingt erfordert, um Stabilität zu gewährleisten (Haarland, H. P. u. Niessen, H.-J. 1998, S. 17).
1 Grundlagen der Transformation: Dieses Kapitel stellt theoretische Ansätze zur Transformation vor und kritisiert deren Fokus auf rein ökonomische Aspekte.
2 Die Ausgangs- und Rahmenbedingungen des russischen Transformationsprozesses: Es werden die Merkmale des sowjetischen Systems sowie die soziokulturellen und historischen Bedingungen untersucht, die den russischen Prozess prägten.
3 Schritte zu Demokratie und Marktwirtschaft: Das Kapitel beleuchtet den Demokratisierungsprozess in Russland und die spezifischen neoliberalen Reformmaßnahmen in der Wirtschaft.
4 Der soziokulturelle Aspekt des Transformationsprozesses: Hier wird der gesellschaftliche Wandel, die Stratifikation der Gesellschaft und der Wertewandel in der Bevölkerung analysiert.
Fazit und Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Einzigartigkeit des russischen Transformationsprozesses und Ausblick auf die langwierigen Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels.
Transformation, Russland, Systemwechsel, Marktwirtschaft, Demokratisierung, Transformationstheorie, Schattenwirtschaft, Soziokultureller Wandel, Privatisierung, Reformen, Transformationsstrategien, Wertewandel, Zentralverwaltungswirtschaft, Politik, Gesellschaft.
Die Arbeit analysiert den russischen Transformationsprozess nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit einem Fokus auf die Besonderheiten, die ihn von anderen Systemwechseln unterscheiden.
Zentrale Felder sind die theoretischen Grundlagen der Transformation, die politischen und ökonomischen Reformschritte sowie die soziokulturellen Auswirkungen auf die russische Bevölkerung.
Ziel ist es zu klären, inwieweit der russische Transformationsprozess Besonderheiten aufweist und ob dieser Wandel die gesamte Gesellschaft oder nur spezifische Teilordnungen betrifft.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse und der Untersuchung historischer sowie soziologischer Rahmenbedingungen des russischen Systemwandels.
Der Hauptteil behandelt die Ausgangssituation (Zentralverwaltungswirtschaft), die Reformen unter Gorbatschow, den politischen Umbruch, die ökonomischen Liberalisierungs- und Privatisierungsschritte sowie den Wandel des Wertesystems.
Zu den Schlüsselwörtern zählen insbesondere Transformation, Russland, Schattenwirtschaft, Privatisierung, soziokultureller Wandel und Wertewandel.
Die Schattenwirtschaft in Russland entwickelte sich aufgrund der Ineffizienz der Planwirtschaft und der Rechtsunsicherheit zu einem alles durchdringenden Netzwerk, das über klassische Steuerhinterziehung weit hinausging.
Die Schwierigkeiten resultieren aus fehlender demokratischer Tradition, einer schwachen Zivilgesellschaft, der Personalisierung der Politik und einer negativen Interdependenz zwischen politischer Stabilität und wirtschaftlicher Entwicklung.
Das Wertesystem ist ein zentraler Faktor; der Übergang von sowjetischen kollektivistischen Werten hin zu westlichen Idealen führt zu Orientierungskrisen und einer ambivalente Einstellung gegenüber Reformen.
Die Autorin äußert Skepsis hinsichtlich der Etablierung einer parlamentarischen Demokratie westlicher Art, da die notwendigen gesellschaftlichen und strukturellen Grundlagen in Russland bisher nicht ausreichend vorhanden sind.
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