Masterarbeit, 2010
79 Seiten, Note: 2.3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit
2. Selbstversicherung
2.1. Grundlagen und Ursachen der Selbstversicherung
2.2. Traditionelle Versicherung vs. Selbstversicherung
2.3. Ineffizienzen der traditionellen Versicherungslösung
2.4. Gründungsmotive für eine Captive
2.4.1. Zugang zum Rückversicherungsmarkt und zu Instrumenten des alternativen Risikotransfers
2.4.2. Kostenoptimierung für den Versicherungsschutz
2.4.3. Überwindung von Kapazitätsengpässen und Deckung schwer platzierbarer Risiken
2.4.4. Einheitliches weltweites Deckungskonzept
2.4.5. Die Captive als Profit Center
3. Anforderungen an die Organisation zum Aufbau einer Captive
3.1. Versicherungs-Know-how
3.2. Funktionierendes Risikomanagement
3.2.1. Voraussetzung und Nutzen des Risikomanagements
3.2.2. Versicherungstechnische Einflussgrößen
3.2.2.1. Versicherungskriterien
3.2.2.2. Versicherungstechnisches Risiko
3.2.2.3. Risikopolitisches Instrumentarium
3.2.2.4. Nicht versicherungstechnische Risiken
3.2.3. Quantitative Bestimmung für die Übernahme traditionell ver sicherbarer Risiken
3.3. Schadenerwartungswert
3.4. Internationales Versicherungsprogramm
4. Ausgestaltungsspektrum der Captive Gründung
4.1. Wahl der Geschäftstätigkeit
4.1.1. Erstversicherungs-Captive
4.1.2. Rückversicherungs-Captives
4.2. Trägerschaft
4.2.1. Single-Parent-Captive
4.2.2. Multi-Parent-Captive
4.2.3. Non-Owned-Captives
4.2.3.1. Rent-a-Captive
4.2.3.2. Protected-Cell-Captive
4.2.3.3. Captive-Account
4.3. Gezeichnete Risiken
4.4. Standort
5. Abschließende Studien
5.1. Machbarkeits-Studie
5.1.1. Team
5.1.2. Management Commitment und -Potenzial
5.1.3. Abzugsfähigkeit der Prämien
5.2. Versicherungstechnische Studie
6. Konfliktpotentiale und Liquidation
6.1. Rückversicherungsschutz
6.2. Prämien und Deckungsprobleme
6.3. Änderung steuerlicher oder rechtlicher Rahmenbedingungen
6.4. Liquidationsgründe bei einer Captive
7. Kritische Würdigung
Die Arbeit analysiert die entscheidungsrelevanten Faktoren für die Konzeptionierung und Gründung einer Captive Insurance Company durch Industrieunternehmen. Dabei wird ein qualitatives Konzept erarbeitet, das Unternehmen bei der Bewertung der Sinnhaftigkeit und der Wahl der passenden Ausgestaltungsform unterstützt.
1.1. Problemstellung
Das risikopolitische Instrument der Captive Insurance Company (Captive) ist eine Alternative zur Versicherung auf dem traditionellen Versicherungsmarkt und gehört zu einer der ältesten und meist verbreiteten Formen des Alternativ Risk Transfer (ART).1
Es handelt sich dabei um Versicherungsgesellschaften, die als Tochter von einem oder mehreren, meist internationalen Industrieunternehmen oder Konzernen, teils auch von mehreren Unternehmen einer Industriebranche gegründet werden, um deren Risiken zu versichern, weshalb sie auch als firmeneigene Versicherungen bezeichnet werden.2 Sie sind von firmenverbundenen Versicherungsvermittlern (FvVV) und Captive-Brokern zu unterscheiden, welche ausschließlich eine Vermittlungstätigkeit ausüben und kein Risiko selbst übernehmen.3
Neben der Möglichkeit zur Selbstversicherung bieten sie den Unternehmen, deren oberstes Ziel die Gewinnmaximierung bzw. die Steigerung des Shareholder Value ist, weitere Vorteile. Sie haben das Potenzial, von einer „kleinen“ firmeneigenen Versicherung zu einem vollständigen Versicherungsunternehmen zu wachsen.4
So entstand z.B. aus einer von einem Industrieunternehmen gegründeten Captive die HDI VVaG.5 Die Porsche AG ermöglichte ihren Kunden eine Kaskoversicherung durch die Gründung der Porsche International Insurance Ltd., da angemessene Versicherungen auf dem diebstahlgefährdeten Kfz-Kaskoversicherungsmarkt für Sportwagen für Käufer kaum noch tragbar waren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Captive Insurance Companies als Instrument des Risikomanagements ein und erläutert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit.
2. Selbstversicherung: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Selbstversicherung, vergleicht es mit traditionellen Versicherungslösungen und analysiert die verschiedenen Motive für eine Captive-Gründung.
3. Anforderungen an die Organisation zum Aufbau einer Captive: Hier werden die organisatorischen Voraussetzungen wie Know-how und ein funktionierendes Risikomanagement sowie versicherungstechnische Einflussgrößen detailliert behandelt.
4. Ausgestaltungsspektrum der Captive Gründung: Dieses Kapitel stellt verschiedene Formen der Captive vor, unterteilt nach Geschäftstätigkeit, Trägerschaft, gezeichneten Risiken und Standort.
5. Abschließende Studien: Der Fokus liegt auf der Durchführung von Machbarkeits- und versicherungstechnischen Studien, um die Realisierbarkeit und Effizienz eines Captive-Vorhabens zu prüfen.
6. Konfliktpotentiale und Liquidation: Dieses Kapitel thematisiert Herausforderungen im Betrieb einer Captive sowie Ursachen, die eine Liquidation erforderlich machen könnten.
7. Kritische Würdigung: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von Captives für das Risikomanagement sowie die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung.
Captive, Selbstversicherung, Risikomanagement, Industrieunternehmen, Rückversicherung, Alternativ Risk Transfer, Versicherungsschutz, Risikoanalyse, Schadenverhütung, Machbarkeitsstudie, Unternehmensrisiken, Captive-Gründung, Profit-Center, Risikotransfer, Konzernrisiken
Die Arbeit untersucht das betriebswirtschaftliche Konzept der Captive Insurance Company als strategisches Instrument des Risikomanagements für Industrieunternehmen.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zur Selbstversicherung, die Motive für eine Captive-Gründung, die organisatorischen Anforderungen und das Spektrum möglicher Ausgestaltungsformen.
Das Ziel ist die kritische Analyse entscheidungsrelevanter Faktoren für die Konzeption einer Captive, um ein qualitatives Modell zur Entscheidungsfindung zu liefern.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse und theoretischen Herleitung unter Einbeziehung zahlreicher Fachquellen aus dem Bereich der internationalen Versicherungswirtschaft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Selbstversicherung, die notwendige organisatorische Vorbereitung, die verschiedenen Captive-Modelle und die praxisrelevante Planung durch Machbarkeits- und versicherungstechnische Studien.
Die wichtigsten Schlagworte sind Captive, Risikomanagement, Selbstversicherung, Risikotransfer, Rückversicherung und Machbarkeitsstudie.
Es ist das Fundament der Captive, da nur durch eine systematische Risikoidentifikation und -analyse die Risikosituation des Konzerns erfasst und das Captive-Instrumentarium gezielt eingesetzt werden kann.
Sie ermöglicht es kleineren Unternehmen, eine Captive-Struktur "anzumieten", ohne selbst das gesamte Kapital für eine eigene Gesellschaft aufbringen zu müssen, was den Zugang zu den Vorteilen einer Captive erleichtert.
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