Examensarbeit, 1999
68 Seiten, Note: 1,0
1 Vorüberlegungen und Planung
1.1 Ausgangspunkt der Arbeit
1.2 Lokale und inhaltliche Begrenzungen der Untersuchung
2 Stand der Forschung
2.1 In der Musikwissenschaft
2.2 Forschung zu diesem Thema in anderen Bereichen
2.3 Statistiken "Chorsingen"
3 Grundfrage der Untersuchung
4 Durchführung der Untersuchung
5 Der Laienchor
5.1 Begriffsdefinition
5.2 Der Laienchor und seine Organisationsformen
5.3 Der Deutsche Sängerbund als Hauptträger des vereinsgebundenen Laienchorwesens
5.3.1 Entwicklung der Zielsetzung des DSB
5.3.2 Entwicklung des Anteils junger Menschen an der Sängerschaft des DSB
5.3.3 Jugendliche im OSB
6 Ergebnisse der Befragung
6.1 Erste Gruppierung der Befragten zu Untergruppen
6.2 Geschlechterverhältnis
6.3 Mitgliedschaft in Vereinen
6.4 Persönliche Einstellung zum Singen
6.5 Unterschiede in der Einstellung der Geschlechter zum Singen
6.6 Beeinflussung der Wahrnehmung durch das Verhältnis zum Singen
6.7 Beeinflussung der Eistellung zum Singen durch Musikunterricht
6.8 Musikvorlieben der Befragten
6.8.1 Frage "Welche Musik hören Sie?"
6.9 Musik in den Chören in Wunsch, Vorstellung und Realität
6.9.1 "Welche Musik müsste einem Chor gesungen werden, in dem Sie mitsingen würden?"
6.9.2 Können Sie es sich vorstellen, in einem Chor mit zu singen?
6.9.3 Das Liedgut von Laienchören in der Vorstellung der Befragten
6.9.4 Liedgut der befragten Chöre
7 Der Chor im Bewusstsein und Wissen von jungen Menschen
7.1 Wissen über Chöre
7.1.1 Assoziationen mit Laienchor
7.1.2 Kenntnis von Chorarten
7.1.3 Kenntnis bestimmter Chöre
7.1.4 Besuch von Chorkonzerten oder Chorveranstaltungen
8 Berührungspunkte zwischen Chören und jungen Menschen
8.1 Möglichkeiten des Kontaktes zwischen Chören und jungen Menschen
8.2 Einfluss der Berichterstattung in den Medien "Presse" und "Internet" auf das Bild von Chören bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
8.2.1 Chöre und Presse
8.2.2 Chöre und Internet
8.2.3 Reichweite der Selbstdarstellung in der Presse
8.3 Möglichkeit der Mitgliederwerbung durch Anzeigen
8.3.1 Anzeigenkampagne des Deutschen Sportbundes
8.3.2 Bekanntheitsgrad der Kampagne "Sport ist im Verein am schönsten"
8.3.3 Bewertung der Kampagne durch die Befragten
9 Außenwirkung der Chöre
9.1 Das Konzert als Darstellungsmöglichkeit der Chöre
9.1.1 Die optische Erscheinung
9.1.2 Die Musik
9.2 Zusammenarbeit der Chöre mit anderen Organisationen/Gruppen
9.3 Altersstruktur der befragten Chöre des OSB
9.4 Chorisches Angebot für junge Menschen
10 Zusammenfassung der Ergebnisse
10.1 Ergebnisse der befragten jungen Menschen
10.2 Ergebnisse der befragten Chöre
11 Interpretation der Ergebnisse
11.1 Verhältnis junger Menschen zum Laienchor
11.2 Bereitschaft, in einem Chor mit zu singen
11.2.1 Gründe für die Ablehnung aus Sicht der Befragten
11.3 Funktion des Singens in Laienchören
11.3.1 Aktivitäten eines Chores (am Beispiel dargestellt)
11.4 Singen - Musikalisches oder soziales Ereignis?
11.5 Konsequenzen für die Arbeit der Chöre
11.5.1 Projektchöre und ihre Möglichkeiten
11.5.2 Symptom- vs. Ursachenbekämpfung
12 Fazit
12.1 Abschließende Betrachtung der Daten
12.2 Ausblicke auf die Zukunft
12.3 Persönliche Rückschau
13 Statistische Daten zu Zeitungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild von Laienchören bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im ostfriesisch-oldenburgischen Raum, um die Ursachen für die drohende Überalterung und den Nachwuchsmangel in diesem Bereich zu identifizieren und Lösungsansätze für eine attraktivere Gestaltung des Chorwesens zu entwickeln.
11.3 Funktion des Singens in Laienchören
Klusen unterscheidet zwischen dem Lied als "dienendem" und als "triumphierenden" Gegenstand. Ein Lied als dienender Gegenstand ist demnach im Gebrauch einer Gruppe funktionalisiert, das heißt, das Lied (oder das Singen) erfüllt in dieser Gruppe einen bestimmten Zweck, nach dem es auch bewertet wird (Gemeint sind hier Fan Gesänge in Stadien oder das gemeinsame Singen von Trinkliedern bei geselligen Veranstaltungen.). Ästhetische Bewertungskategorien spielen dabei im Wesentlichen keine Rolle. Anders verhält es sich nach Klusen in Gruppen, die primär um des Singens willen zusammen kommen. In ihnen hat das Singen und das Lied einen "Selbstzweck", es ist gleichsam Anlass und Gegenstand der Gruppenaktivitäten.
Nach Klusens Definition wäre also das Singen in Laienchören ein "triumphierender" Gegenstand. Dieser Sicht kann ich allerdings nicht vorbehaltlos zustimmen. Es ist richtig, dass sich ein Chor naturgemäß selbst definiert als eine Gruppe, deren Zentrum die Musik oder das Singen ist. Allerdings trifft das nur zu einem Teil zu. Um diese Behauptung zu untermauern, erscheint es mir notwendig, zunächst die Aktivitäten von Chören am Beispiel eines bestimmten Chores dazustellen. Hierbei bediene ich mich des Männergesangvereines "Eintracht" Borbeck, 26215 Wiefelstede-Borbeck, den ich seit 1995 leite.
1 Vorüberlegungen und Planung: Diese Einführung erläutert den Anlass der Arbeit, der auf einer Anfrage des Ostfriesischen Sängerbundes zur Überalterungssituation von Chören basiert.
2 Stand der Forschung: Hier wird festgestellt, dass bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen zur öffentlichen Wahrnehmung von Laienchören existieren und auf den Mangel an entsprechenden Statistiken verwiesen.
3 Grundfrage der Untersuchung: Dieses Kapitel definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Bild von Laienchören bei jungen Menschen und dessen Einfluss auf die Nachwuchssituation.
4 Durchführung der Untersuchung: Der Autor beschreibt das methodische Vorgehen der Fragebogenbefragung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie die Einbeziehung der Chöre des OSB.
5 Der Laienchor: Dieser Abschnitt bietet eine Begriffsdefinition des Laienchors und beleuchtet die Rolle des Deutschen Sängerbundes als maßgebliche Organisation.
6 Ergebnisse der Befragung: Hier werden die erhobenen Daten ausgewertet, wobei insbesondere das Geschlechterverhältnis, die Einstellung zum Singen und Musikvorlieben analysiert werden.
7 Der Chor im Bewusstsein und Wissen von jungen Menschen: Der Autor untersucht die Assoziationen, das Wissen über Chorarten sowie den Bekanntheitsgrad spezifischer Chöre bei der Zielgruppe.
8 Berührungspunkte zwischen Chören und jungen Menschen: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss von Presse und Internet sowie die Effektivität von Mitgliederwerbung durch Anzeigen.
9 Außenwirkung der Chöre: Hier wird das Konzert als Darstellungsmöglichkeit analysiert sowie die interne Altersstruktur und das aktuelle Angebot der Chöre für junge Menschen bewertet.
10 Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die wichtigsten Befunde sowohl aus Sicht der befragten jungen Menschen als auch der befragten Chöre kompakt zusammen.
11 Interpretation der Ergebnisse: Der Autor interpretiert die Daten, beleuchtet das Verhältnis zwischen jungen Menschen und Chören sowie die Möglichkeiten durch Projektchöre.
12 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer abschließenden Betrachtung der Daten, einem Ausblick auf die Zukunft und einer persönlichen Rückschau des Autors.
Laienchor, Nachwuchsmangel, Überalterung, Jugendliche, Chorsingen, Musikunterricht, Vereinskultur, Öffentlichkeitsarbeit, Musikvorlieben, Projektchöre, Laienmusikwesen, Wahrnehmung, Ostfriesischer Sängerbund, Musiksoziologie, Freizeitgestaltung.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des öffentlichen Bildes von Laienchören, insbesondere aus der Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um die Gründe für den Nachwuchsmangel in diesen Vereinen zu verstehen.
Die Untersuchung deckt die Wahrnehmung von Chören, die Bedeutung des Singens als Freizeitaktivität, den Einfluss von Musikunterricht und die Rolle von Medien sowie die aktuelle Altersstruktur und das Repertoire der Chöre ab.
Das Ziel ist es, Strategien und Erkenntnisse zu gewinnen, um den Chören dabei zu helfen, für junge Menschen attraktiver zu werden und somit die drohende Überalterung zu bewältigen.
Der Autor setzte auf eine Fragebogenbefragung, um Rohdaten von jungen Menschen zu erheben, und kombinierte diese mit einer Befragung der Chöre des Ostfriesischen Sängerbundes.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich Musikgeschmack, Assoziationen mit Chören, den Einfluss von Medien und den Ist-Zustand des Laienchorwesens in der untersuchten Region.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Laienchor, Nachwuchsmangel, Musiksoziologie, Freizeitgestaltung, Wahrnehmung und Öffentlichkeitsarbeit beschreiben.
Die Untersuchung zeigt, dass die Einstellung zum eigenen Singen wie ein Filter wirkt; wer gerne singt, zeigt eine differenziertere Wahrnehmung von Chören als diejenigen, die dem Singen negativ gegenüberstehen.
Die Chöre nutzen meist nur den Lokalteil der Tagespresse, der von der Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen jedoch kaum noch als Informationsquelle genutzt wird.
Projektchöre bieten die Möglichkeit, zeitlich begrenzt und projektbezogen zu arbeiten, was den Bedürfnissen nach Flexibilität der Zielgruppe entgegenkommt, sofern die Stammchöre bereit sind, traditionelle Strukturen aufzubrechen.
Während Jugendliche mehrheitlich Rock- und Popmusik sowie Gospel bevorzugen, fokussieren sich die untersuchten Laienchöre primär auf Volkslieder und kirchlich-geistliche Musik, was zu einer deutlichen Diskrepanz führt.
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