Masterarbeit, 2022
245 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Ein Überblick zum Allgemeinen Sozialen Dienst
2. 1 Einbettung des Allgemeinen Sozialen Diensts
2.1.1. Rechtliche Grundlagen nach dem Sozialgesetzbuch Acht
2.2 Die Aufgabenfelder der Bezirkssozialarbeit
2.2.1. Anbieter- und Vermittlerfunktion
2.2.2. Die mediatorische und unterstützende Funktion
2.2.3. Die Schutz- und Kontrollfunktion
2.3. Rahmenbedingungen der Bezirkssozialarbeit
2.3.1 Anforderungen und Arbeitsbelastungen der Bezirkssozialarbeiterin
3. Die systemische Denk- und Arbeitsweise
3.1 Systemische Grundlagen
3.2 Systemische Grundhaltung
3.2.1 Lösungs- und Ressourcenorientierung
3.2.2 Zirkularität
3.2.3 Neutralität
3.2.4 Hypothesenbildung
3.2.5 Wertschätzung und Respekt
3.3 Systemische Handlungsweisen und Interventionen
3.3.1 Kommunikationsbezogene Verfahren
3.3.2 Individuumsbezogene Verfahren
4. Aktueller Forschungsstand
5. Forschungsmethodik
5.1 Planung und Durchführung der Interviews
5.2 Methodisches Vorgehen bei der Datenaufbereitung
5.3 Methodisches Vorgehen bei der Datenauswertung
5.4 Kritische Einordung der Methodik
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1 Bestehende Anwendung der Systemik im ASD
6.3 Anwendungsbereiche Klientinnenkontakt
6.3.1 Anwendungsbereich Klientinnenkontakt – Beratung
6.3.2 Anwendungsbereich Klientinnenkontakt – Kinderschutz
6.3.3 Anwendungsbereich Klientinnenkontakt – Hilfeverwaltung
6.4 Anwendungsbereich Amtsintern
6.4.1. Anwendungsbereiche Amtsintern – Verwaltungsprozesse
6.4.2 Anwendungsbereiche Amtsintern – Mitarbeitergespräche
6.5 Effekte der Umsetzung
6.5.1 Effekte der Umsetzung – Negative Effekte
6.5.2 Effekte der Umsetzung – Positive Effekte
6.6. Grenzen der Umsetzbarkeit
6.6.1 Grenzen der Umsetzbarkeit – Kontext
6.6.2 Grenzen der Umsetzbarkeit – Institutionell
7. Diskussion
8. Fazit
Die vorliegende Master-Thesis untersucht die Potenziale und Limitierungen der Anwendung systemischer Arbeitsweisen im Arbeitsalltag des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD). Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit die systemische Denk- und Arbeitsweise zur Wirksamkeit in diesem spezifischen, oft durch Zwangskontexte geprägten Praxisfeld beitragen kann und welche strukturellen oder kontextuellen Grenzen dabei bestehen.
Die systemische Denk- und Arbeitsweise
Die systemische Denk- und Arbeitsweise ist heute in nahezu jedem psychosozialen Arbeitsfeld zu finden. Ihren Ursprung hat sie im Jahr 1950 durch die Einführung der Familientherapie. Zu dieser Zeit wurde erstmals das soziale System der Ratsuchenden in die Behandlung miteinbezogen. Dies zeigte schnell große Erfolge und gab den Anstoß für weitere Forschungen und der Entwicklung von weiteren angegliederten Konzepten. Im Rahmen des Mailänder Modells mit Kindern und dann später in den 70er Jahren in Deutschland durch die Heidelberger sowie in Österreich durch die Wiener Schule wurde die systemische Arbeitsweise entwickelt. Zuletzt wurde sie stark durch die Systemtheory von Luhmann geprägt. Die heute praktizierte und gelehrte systemische Beratung und Therapie bezieht sich auf die Grundlagentheorie Konstruktivismus, Systemtheorie, Kybernetik und Synergetik.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der systemischen Arbeitsweise in der Sozialen Arbeit und formuliert das Ziel der Arbeit, Chancen und Grenzen im ASD zu analysieren sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis zu geben.
2. Ein Überblick zum Allgemeinen Sozialen Dienst: Dieses Kapitel verortet den ASD rechtlich und organisatorisch im Jugendamt, erläutert die Funktionen der Bezirkssozialarbeit und thematisiert kritisch die hohen Arbeitsbelastungen sowie den Fachkräftemangel.
3. Die systemische Denk- und Arbeitsweise: Hier werden die theoretischen Fundamente, die systemische Grundhaltung sowie ausgewählte Methoden und Interventionen wie Fragetechniken und Skulpturarbeit als Handwerkszeug für die Praxis definiert.
4. Aktueller Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Konzepte der Vernetzung und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie den wissenschaftlichen Diskurs zur Wirksamkeit systemischer Ansätze in der Jugendhilfe.
5. Forschungsmethodik: Es wird das methodische Vorgehen der qualitativen Forschung beschrieben, erläutert die Planung und Durchführung der Experteninterviews sowie die Art der Datenauswertung nach Mayring.
6. Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse aus vier Experteninterviews werden anhand der Kategorien Anwendung, Effekte und Grenzen der Systemik im ASD deskriptiv dargestellt und strukturiert präsentiert.
7. Diskussion: Die in der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse werden kritisch reflektiert, in Kontext gesetzt und auf die Forschungsfrage bezogen, wobei insbesondere die Herausforderungen im Zwangskontext hervorgehoben werden.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, gibt Handlungsempfehlungen zur Förderung systemischer Kompetenzen und identifiziert Bedarfe für weiterführende Forschung.
Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD), Bezirkssozialarbeit (BSA), Systemische Arbeitsweise, Kinderschutz, SGB VIII, Hilfeplanung, Qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterview, Ressourcenorientierung, Zwangskontext, Fachkräftemangel, Systemische Grundhaltung, Jugendamt, Fallmanagement, Beratung.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit systemischer Denk- und Arbeitsweisen im komplexen Feld des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) und analysiert, welche Chancen und Grenzen sich im Arbeitsalltag ergeben.
Zentrale Themen sind die fachliche Fundierung der Bezirkssozialarbeit, die Balance zwischen helfender Beratung und hoheitlichen Kontrollaufgaben im Kinderschutz sowie die praktische Einsetzbarkeit systemischer Methoden.
Ziel ist es, die Wirksamkeit systemischer Ansätze für den ASD zu überprüfen, die subjektiven Erfahrungen von Fachkräften zu erheben und daraus Handlungsempfehlungen für die tägliche Praxis abzuleiten.
Die Verfasserin wählt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit Bezirkssozialarbeiterinnen, ausgewertet durch die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des ASD und der Systemik, eine Sichtung des aktuellen Forschungsstandes sowie eine ausführliche Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse aus den Experteninterviews.
Zu den prägenden Begriffen gehören Allgemeiner Sozialer Dienst, Systemische Arbeitsweise, Kinderschutz, SGB VIII, Ressourcenorientierung und die kritische Auseinandersetzung mit dem Zwangskontext in der Jugendhilfe.
Die Einschätzungen sind differenziert: Während systemische Haltungen (wie Wertschätzung) auch in schwierigen Situationen als hilfreich für den Beziehungsaufbau erlebt werden, wird bei Inobhutnahmen oder schwerem Kindesmissbrauch die Grenze der Systemik deutlich an der Notwendigkeit des staatlichen Eingriffs festgemacht.
Zeitmangel und hohe Fallzahlen werden als signifikante Barrieren identifiziert; die befragten Expertinnen geben an, dass der Einsatz methodenreicher systemischer Arbeit im Alltagsgeschäft häufig hinter akute "Feuer lösch"-Aufgaben (wie den Kinderschutz) zurückfallen muss.
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