Examensarbeit, 2003
31 Seiten, Note: 1,3
0. Vorwort
1. Einführung
2. Vergleich der Hypothesen von Wallace und Darwin
3. Warum Wallace als Begründer der Evolutionstheorie in Vergessenheit geriet
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und persönlichen Umstände, die dazu führten, dass Alfred Russel Wallace trotz seiner wesentlichen wissenschaftlichen Beiträge zur Entwicklung der modernen Selektionstheorie weitgehend hinter Charles Darwin in den Hintergrund rückte. Die Forschungsfrage hinterfragt, ob inhaltliche Unterschiede in den Hypothesen der beiden Forscher die ungleiche Rezeption rechtfertigen können oder ob andere, externe Faktoren die Wahrnehmung maßgeblich beeinflusst haben.
3. Warum Wallace als Begründer der Selektionstheorie in Vergessenheit geriet
Zu allererst soll die Frage behandelt werden, warum Wallaces Artikel nicht allein verlesen wurde. Die Tatsache, daß auch Darwins Exzerpt auf dem Protokoll der Sitzung stand, wird meist nicht hinterfragt, ist aber eine Überlegung wert. Darwin hatte sein großes Opus, das vierbändige "Species book" bei weitem nicht vollendet, sondern gerade erst im Jahr zuvor begonnen zu schreiben, als er Wallaces Ternate-Aufsatz erhielt (Brooks, J. L.: "Just Before The Origin", Columbia University Press, 1984; S. 230).
Bereits zuvor hatte Wallace wiederholt durch veröffentlichte Artikel zum Thema "Ursprung der Arten" auf sich aufmerksam gemacht, und auch Darwin war dies nicht entgangen. Trotzdem sträubte er sich weiterhin, auch nur einen Auszug seiner Arbeit zu veröffentlichen. Er teilte sich nur wenigen Freunden mit (namentlich Charles Lyell und Joseph Hooker sowie Asa Gray), welche ihn und seine Hypothesen wohlgesonnen betrachteten und ihn ermutigten, weiterzumachen und möglichst schnell zu publizieren, auch aus Besorgnis, jemand anderes könnte Darwin vielleicht zuvorkommen.
Darwin verfolgte den wissenschaftlichen Diskurs über alle Fragen zur Evolutionshypothese, die in den namhaften englischen Fachzeitschriften erörtert wurden, sehr aufmerksam. Der Sarawak-Beitrag von Wallace (1855) entging ihm nicht - in seinem Exemplar der betreffenden Zeitschrift finden sich zahlreiche Randbemerkungen im Artikel- doch erkannte er dessen Bedeutung nicht (siehe weiter oben). Lyell hingegen wies Darwin frühzeitig auf Wallaces Bedeutung hin. Wallace selbst bewunderte Charles Darwin, seit er dessen Journal über die Reise mit der Beagle gelesen hatte und pflegte Briefkontakt mit ihm. In seinen Briefen teilte Wallace Darwin die eigenen Ideen und Denkansätze zum Thema Ursprung der Arten mit, ohne jedoch im Gegenzug von Darwin über dessen Fortschritte auf diesem Gebiet unterrichtet zu werden.
0. Vorwort: Einleitung in die Themenstellung und Erläuterung der Motivation, die Rolle von Wallace kritisch zu beleuchten.
1. Einführung: Darstellung des wissenschaftlichen Wissensstandes vor der Entstehung der Evolutionstheorie sowie der Einflüsse von Vorläufern und Zeitgenossen.
2. Vergleich der Hypothesen von Wallace und Darwin: Detaillierte Gegenüberstellung der Theorien, wobei die inhaltliche Überlegenheit von Wallaces Beobachtungen in der freien Natur gegenüber Darwins zuchtbasiertem Ansatz hervorgehoben wird.
3. Warum Wallace als Begründer der Evolutionstheorie in Vergessenheit geriet: Analyse der historischen Ereignisse, insbesondere der Doppellesung von 1858, und der Rolle einflussreicher Freunde Darwins.
4. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die Duplizität der Entdeckungen und das Ungleichgewicht der historischen Anerkennung zugunsten Darwins.
Evolutionstheorie, Selektionstheorie, Alfred Russel Wallace, Charles Robert Darwin, Artbildung, Selektion, Wissenschaftsgeschichte, Natürliche Zuchtwahl, Prioritätsrechte, Linne´sche Gesellschaft, Speziation, Inselbiogeographie, Divergenzprinzip, Wissenschaftliches Klima, Evolutionsbiologie.
Die Arbeit analysiert, warum Alfred Russel Wallace trotz seiner eigenständigen und teils überlegenen theoretischen Beiträge zur Evolutionstheorie im Schatten von Charles Darwin blieb.
Die zentralen Felder sind die wissenschaftsgeschichtliche Aufarbeitung der Theorien von Wallace und Darwin, die Analyse der Ereignisse von 1858 sowie die Untersuchung persönlicher und soziopolitischer Einflussfaktoren.
Das Ziel ist es, die ungleiche historische Behandlung beider Forscher kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie sachlich begründet ist oder auf Manipulation und sozioökonomischen Faktoren beruhte.
Die Autorin verwendet eine historisch-kritische Analyse unter Einbeziehung von Primärliteratur und zeitgenössischer Korrespondenz, um Verzerrungen in der bisherigen Wissenschaftsgeschichte aufzuzeigen.
Der Hauptteil befasst sich mit dem Vergleich der Hypothesen, der detaillierten Betrachtung der Ereignisse um die Doppellesung sowie den persönlichen Gründen für Wallaces Zurückhaltung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Evolutionstheorie, Wallace, Darwin, Prioritätsrechte und Wissenschaftsgeschichte charakterisiert.
Lyell agierte als Unterstützer Darwins und war maßgeblich daran beteiligt, die Doppellesung zu organisieren, um Darwins Priorität trotz der publikationsreifen Ausarbeitung von Wallace zu sichern.
Der Text argumentiert, dass Wallace seine Theorie auf direkten Beobachtungen in der Natur stützte, während Darwins Analogien aus der Tierzucht methodische Schwächen aufwiesen.
Die Autorin weist darauf hin, dass Wallace als "kommerzieller Sammler" in den akademischen Kreisen des damaligen Englands weniger geachtet war, was seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit erschwerte.
Wallace verhielt sich zeitlebens loyal gegenüber Darwin und reklamierte die Urheberschaft nie aktiv für sich, was die Autorin auf eine Mischung aus Charakterfestigkeit und Resignation gegenüber den damaligen Machtverhältnissen zurückführt.
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