Magisterarbeit, 2009
106 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Ich-Perspektive im Film
2.1. Einleitung
2.1.1. Der Film Noir
2.1.2. Die Subjektive Kamera
2.1.3. Das Voice Over
2.1.4. Erzählperspektive im Film
2.2. Murder, My Sweet
2.3. Lady in the Lake
2.4. Dark Passage
2.5. Erstes Zwischenergebnis
3. Das Medium Text im Medium Film
3.1. Einleitung
3.1.1. Text im Film – Ein kurzer Überblick
3.1.2. Peter Greenaway und seine Filme
3.1.3. Intermedialität nach Yvonne Spielmann
3.2. Dear Phone
3.3. A Zed and Two Noughts
3.4. Prospero’s Books
3.5. The Pillow Book
3.6. Zweites Zwischenergebnis
4. Abschließende Schlussfolgerung
Diese Arbeit untersucht zwei zentrale Aspekte der Intermedialität: die Gestaltung der Ich-Perspektive im Film Noir sowie die direkte Integration von Text und Schrift in den Filmen von Peter Greenaway. Ziel ist es, die spezifischen filmischen Strategien zur Vermittlung von Subjektivität und die mediale Verschränkung von Bild und Schrift zu analysieren.
2.1.1. Der Film Noir
Der Begriff Film Noir wurde von französischen Filmkritikern geprägt, die mit diesem Begriff eine bestimmte Strömung im amerikanischen Schwarz-Weiß-Film der 40er und 50er Jahre beschrieben. Diese waren selbst durch philosophische Strömungen, wie den Existenzialismus, den Surrealismus und den poetischen Realismus beeinflusst und deswegen für die Themen des Film Noir besonders empfänglich. 1946 beschrieb der Kritiker Jean-Pierre Chartier dieses Genre als „besondere, trostlose und menschenverachtende Weltanschauung […] im strengen Gegensatz zu den optimistischen und positiven amerikanischen Idealen und Werten […]“. Der Begriff Film Noir bezieht sich also mit der Bezeichnung „schwarz“ im Sinne von dunkel oder düster, sowohl auf den visuellen Stil, als auch auf die inhaltlichen Elemente.
Zeitlich wird der klassische Film Noir, auf den ich mich in diesem Abschnitt meiner Arbeit beziehen möchte, zwischen dem 1941 entstandenen „The Maltese Falcon“ von John Huston und „The Touch of Evil“ von Orson Welles aus dem Jahr 1958 eingeordnet. Eine inhaltliche Definition ist schwierig. Nach Sellmann enthält der Film Noir zwar keine direkte Sozialkritik, er versucht aber die Stimmung eines Landes in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit kritisch einzufangen; daher der düstere Grundton, der in jedem Film Noir herrscht.
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Auswahl der zwei Schwerpunkte (Ich-Perspektive und Text im Film) zur Untersuchung von Intermedialität und skizziert die methodische Vorgehensweise.
2. Ich-Perspektive im Film: Hier wird die filmische Umsetzung subjektiver Erzählsituationen analysiert, mit Fokus auf die spezifischen Techniken und Heldenfiguren des Film Noir.
3. Das Medium Text im Medium Film: Dieses Kapitel erforscht, wie Peter Greenaway durch Collage und Rahmung Schrift als integralen und selbstreflexiven Bestandteil des filmischen Raums etabliert.
4. Abschließende Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die unterschiedlichen Ansätze der untersuchten Filme zur Intermedialität zusammen und bewertet die Wirkung auf den Rezipienten.
Intermedialität, Film Noir, Peter Greenaway, Ich-Erzähler, Subjektive Kamera, Voice Over, Text im Film, Selbstreferentialität, Prospero’s Books, The Pillow Book, Erzählperspektive, visuelle Cluster, Mindscreen, Filmgeschichte, Medienwissenschaft.
Die Arbeit untersucht das weite Feld der Intermedialität, indem sie zwei spezifische Bereiche – die Ich-Perspektive im Film Noir und die Integration von Schrift/Text bei Peter Greenaway – analysiert.
Im Zentrum stehen die filmische Darstellung von Subjektivität, der Einsatz des Ich-Erzählers sowie die ästhetische und strukturelle Verschränkung von Text und Bild.
Das Ziel ist es, literaturwissenschaftliche Konzepte wie die Erzählperspektive auf das Medium Film zu übertragen und die spezifischen medialen Differenzen und Verschränkungen aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer filmtheoretischen Analyse, die sich auf zentrale Modelle von Autoren wie Matthias Hurst, Michaela Bach, Edward Branigan und Yvonne Spielmann stützt.
Im Hauptteil erfolgen detaillierte Filmanalysen, unter anderem von "Murder, My Sweet", "Lady in the Lake", "Prospero’s Books" und "The Pillow Book".
Intermedialität, Subjektivität, Erzählperspektive, Text-im-Film, Film Noir, Selbstreferentialität und visuelle Cluster.
Während klassischer Film Text meist nur unterstützend oder extradiegetisch einsetzt, macht Greenaway ihn zum integralen, selbstreflexiven Bestandteil seiner visuellen Struktur (visuelle Cluster).
Sie dient dazu, die Innenwelt des Protagonisten für den Rezipienten direkt erfahrbar zu machen und so die Identifikation zwischen Zuschauer und Figur zu intensivieren.
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