Bachelorarbeit, 2018
158 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemaufriss und Forschungsinteresse
1.2 Gegenstand und Zielsetzung
1.3 Wissenschaftliche Fragestellung
1.4 Methodische Vorgehensweise und inhaltliche Struktur
2 Grundlagen der Bindungstheorie
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Bindungstheorie nach John Bowlby
2.3 Konzept der Feinfühligkeit nach Mary Ainsworth
2.4 Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson
3 Bindungsstörungen
3.1 Klassifikation von Bindungsstörungen nach ICD-10
3.1.1 Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters (F94.1)
3.1.2 Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung (F94.2)
3.2 Arten von Bindungsstörungen nach Karl Heinz Brisch
3.2.1 Keine Anzeichen von Bindungsverhalten
3.2.2 Undifferenziertes Bindungsverhalten
3.2.3 Übersteigertes Bindungsverhalten
3.2.4 Gehemmtes Bindungsverhalten
3.2.5 Aggressives Bindungsverhalten
3.2.6 Bindungsverhalten mit Rollenumkehrung
3.2.7 Bindungsstörung mit Suchtverhalten
3.2.8 Psychosomatische Symptomatik
3.3 Auswirkungen von Bindungsstörungen
4 Schulverweigerung
4.1 Begriffsbestimmungen und Erscheinungsformen
4.2 Ursachen von Schulverweigerung
4.2.1 Individuelle Risikofaktoren
4.2.2 Familiäre Risikofaktoren
4.2.3 Gesellschaftliche Risikofaktoren
4.2.4 Schulische Risikofaktoren
4.2.5 Peer-Group und Freizeitgestaltung
4.3 Folgen von Schulverweigerung
4.3.1 Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen
4.3.2 Folgen von Schulverweigerung auf den Lebenslauf
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Das Erhebungsinstrument
5.1.1 Auswahl und Beschreibung der Experten
5.1.2 Gestaltung des Interviewleitfadens
5.1.3 Zentrale Fragestellungen und Thesen
5.1.4 Auswertung
5.1.5 Interpretation
5.2 Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller
5.2.1 Praxisbeispiele
5.2.1.1 Max A.
5.2.1.2 Moritz B.
6 Das Schulprojekt „Lift“ in Schwarzenberg
6.1 Kurzdarstellung des Projekts
6.2 Strukturen und inhaltliche Schwerpunkte
6.3 Kritik
6.4 Konzeptionelle Überlegungen für das Schulprojekt „Lift“
6.4.1 Zielgruppe
6.4.2 Räumliche Gestaltung
6.4.3 Mitarbeiterstruktur und Rolle der pädagogischen Fachkräfte
6.4.4 Methoden der pädagogischen Arbeit
7 Fazit
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen frühkindlichen Bindungsstörungen und der Problematik der Schulverweigerung bei Jugendlichen. Das Ziel besteht darin, durch eine theoretische Fundierung und eine qualitative empirische Erhebung konzeptionelle Ansätze zur Weiterentwicklung des Schulprojekts „Lift“ in Schwarzenberg abzuleiten und pädagogische Handlungsempfehlungen zu formulieren.
1 Einleitung
„Wir leben in einem lügenhaften, sehr heruntergekommenen Zeitalter. Die heutige Jugend zeigt kaum noch Respekt vor den Eltern. Sie ist von Grund auf verdorben, voller Ungeduld und ohne jede Selbstbeherrschung. Über die Erfahrungen und Weisheiten der Älteren spottet sie. Das sind sehr bedenkliche Zeichen, und man muss vermuten, dass sich darin Verderben und Untergang des Menschengeschlechts drohend ankündigen.“ (ägyptische Inschrift aus der Ära des Mittleren Reiches, ca. 2100 bis 1700 v. Chr.)
Die wohl aufregendste Zeitspanne im Leben eines jeden Menschen beschäftigte also nicht nur heute die ganze Gesellschaft. Selbst viele Jahre vor unserer Zeitrechnung beklagte man sich über die Verspottung der Erfahrungen und Weisheiten der Älteren – wohl ein damaliger Ausdruck für Schulverweigerung. Mit einer kurzen Bemerkung wollte man sogar die Folgen dessen zusammenfassen: das Ende der Menschheit.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle gesellschaftliche Relevanz von Schulverweigerung und legt das Forschungsinteresse sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit dar.
2 Grundlagen der Bindungstheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente der Bindungsforschung, insbesondere die Ansätze von Bowlby, Ainsworth und Erikson.
3 Bindungsstörungen: Es erfolgt eine Klassifikation und Typisierung verschiedener Bindungsstörungen nach ICD-10 und Karl Heinz Brisch sowie die Darstellung ihrer Auswirkungen.
4 Schulverweigerung: In diesem Kapitel werden Begriffe, Ursachen sowie individuelle, familiäre und gesellschaftliche Risikofaktoren von Schulverweigerung umfassend analysiert.
5 Methodisches Vorgehen: Hier wird die Wahl der qualitativen Forschungsmethode, das Experteninterview und die multiperspektivische Fallarbeit, detailliert beschrieben und begründet.
6 Das Schulprojekt „Lift“ in Schwarzenberg: Die Konzeption der Einrichtung wird vorgestellt, kritisch reflektiert und um konzeptionelle Überlegungen für die pädagogische Praxis erweitert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und zieht ein Resümee hinsichtlich der Relevanz der untersuchten Thematik.
Schulverweigerung, Bindungstheorie, Bindungsstörungen, Schulabsentismus, Sozialpädagogik, Jugendhilfe, Experteninterview, Fallarbeit, Erziehungshilfe, Schulprojekt Lift, Krisenbewältigung, Elternarbeit, Schulpflicht, Entwicklung, emotionale Störungen
Die Arbeit analysiert, wie sich frühkindliche Bindungsstörungen auf die Entstehung von Schulverweigerungsverhalten bei Jugendlichen auswirken und wie pädagogische Projekte hierauf konzeptionell reagieren können.
Die zentralen Felder sind die psychologische Bindungstheorie, die Klassifikation von Bindungsstörungen, die Analyse der Ursachen von Schulverweigerung sowie die praktische pädagogische Interventionsarbeit.
Das primäre Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Bindungserfahrungen und Schulaversion zu verstehen, um dadurch die Arbeit im Schulprojekt „Lift“ in Schwarzenberg durch fundierte konzeptionelle Überlegungen effektiver zu gestalten.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, der leitfadengestützte Experteninterviews mit Leitungspersonen einschlägiger Projekte sowie die multiperspektivische Fallarbeit nach Burkhard Müller umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriearbeit zu Bindung und Bindungsstörungen, eine Analyse der verschiedenen Formen und Ursachen von Schulverweigerung sowie eine empirische Untersuchung der Projektarbeit und Fallanalysen.
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Schulverweigerung, Bindungsstörungen, Jugendhilfe, psychosoziale Stabilisierung und konzeptionelle Projektentwicklung beschreiben.
Frühkindliche Bindungsstörungen können das Vertrauen in andere Menschen und das Selbstwertgefühl der Kinder schwächen, was später das Meistern schulischer Anforderungen und die soziale Integration erschwert und zu Verweigerungshaltungen führen kann.
Das Schulprojekt „Lift“ dient als praktisches Interventionsbeispiel, dessen Konzeption mittels der gewonnenen theoretischen Erkenntnisse und der Expertenbefragungen auf Verbesserungspotenziale hin geprüft und weiterentwickelt wird.
Die Arbeit betont, dass Eltern eine zentrale Rolle in der Bindungsgestaltung spielen. Nur durch eine gelingende Einbeziehung der Eltern/Erziehungsberechtigten kann eine langfristige psychosoziale Stabilisierung der Jugendlichen erreicht werden.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Schulverweigerer unter den richtigen Bedingungen (spezielles Setting, interdisziplinäre Unterstützung, kleinerer Rahmen) sehr wohl beschulbar sind und durch gezielte Förderung wieder in den regulären Schulbesuch zurückgeführt werden können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

