Bachelorarbeit, 2022
81 Seiten, Note: 1,0
1 Begriffsdefinitionen
1.1 Beratung in der Sozialen Arbeit
1.2 Definition Puppenspiel
1.3 Einordnung des Puppenspiels in die Beratung der Sozialen Arbeit
1.4 Abgrenzung von Therapie und Beratung in der Sozialen Arbeit
1.5 Der Methodenbegriff in der Sozialen Arbeit
2 Familie – Scheidung und Trennung
2.1 Zahlen und Fakten zum Thema Trennung und Scheidung in der BRD
2.2. Hochkonflikthafte Trennungsfamilien
2.2.1 Kindeswohl und Kindeswille
2.2.2 Bindung und Scheidung
2.3 Juristische Aspekte in der Beratung bei Trennung und Scheidung
3 Partizipation von Kindern in der T/S-Beratung
4 Kindzentrierte Angebote in der T/S-Beratung
4.1 Familientherapeutische Settings
4.2 Gruppenangebote für T/S-Kinder
4.3 Das Heute-Hier-Morgen-Dort-Spiel
4.4 Diagnostische Verfahren: Der Scenotest
4.5 Spielorientierte Methoden
5 Spiel – Puppe – Puppenspiel
5.1 Das Spiel
5.2 Symbolspiel
5.3 Der Zauber der Puppen
6 Das Puppenspiel – die „Schweizer Idee“
6.1 Das Puppenspiel und seine Wurzeln
6.2 Puppenspiel als Methode
6.3 Symbole und Symbolsprache im Puppenspiel
6.3.1 Beispiel aus der Praxis
6.4 Die Ausstattung für das Puppenspiel
6.4.1 Figurenrepertoire
6.4.2 Die Bühne und Orte
6.5 Geschichten erfinden und spielen - und die Haltung im Spiel
6.5.1 Die Dreierdynamik
6.6 Das Schöpfen einer eigenen Figur
6.6.1 Beispiel aus der Praxis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Potenzial des Puppenspiels als sozialarbeiterische Methode, um Kinder aus konflikthaften Trennungsfamilien in der Beratung zu unterstützen und ihre Partizipation zu fördern.
6.3.1 Beispiel aus der Praxis
Puppenspiel eines 12-jährigen Mädchens. Zehnter Beratungstermin des Mädchens, im Einzelkontakt.
Hintergrund: Die geschiedenen Eltern können als hochkonflikthaft beschrieben werden. Die Konflikte der Eltern gehen über mehr als drei Jahre und familiengerichtliche Verfahren gab es einige. Im Zuge dessen waren die Mitarbeiter*innen des Jugendamtes häufig mit Beratungen dieser Eltern und Stellungnahmen für das Gericht beschäftigt. Gespräche im Jugendamt und bei Gericht empfand das Mädchen nach eigenen Aussagen als sehr belastend, besonders in Situationen, in denen beide Eltern gleichzeitig anwesend waren (siehe Loyalitätskonflikt). Die Mutter erklärte in einem Beratungstermin, ihr wäre es lieb, wenn der Vater ganz verschwinden würde. Der Vater wünscht sich hingegen, seine Tochter regelmäßig zu treffen. Das Mädchen kommt zum Puppenspiel in die Beratung, weil die Eltern beim Jugendamt einen Antrag auf die Gewährung einer Hilfe zur Erziehung beantragten, initiiert durch die Mutter. Die Mutter erlebte ihre Tochter zunehmend zurückhaltender und in sich gekehrt. Sie sorgte sich um deren gesunde psychische Entwicklung. Im Alltag und in der Schule ist sie unauffällig. Die Eltern haben sehr unterschiedliche Erziehungsansichten. Der Vater fühlt sich von der Mutter bevormundet und im Umgang mit der Tochter häufig beschnitten. Das Mädchen besucht den Vater gerne, und hat zu beiden Elternteilen, aus Sicht der Fachkraft und nach Meinung des Mädchens, ein gutes Verhältnis. Belastungen wurden vom Mädchen nicht verbal mitgeteilt. Sie wurden aber durch das Puppenspiel, das Schöpfen einer Figur und weitere projektiver Test-Verfahren deutlich. Sie spielte gemeinsam mit der Autorin folgende, hier komprimiert dargestellte, Geschichte, bei deren Vorstellung bereits ein Stück des methodischen Vorgehens im Puppenspiel deutlich wird:
Das Mädchen wählt die drei Gegenstände (= Symbole): 1) Kompass (steht z.B. für Orientierung und Richtungswechsel) / 2) Handy (steht z. B für Kommunikation, Verbindung oder Kontakt,) / 3) Schlüssel (steht z. B. für etwas öffnen oder verschließen, Zugang, Binden und Lösen). Als Puppen wählt sie zwei Freunde und eine Fee. Sie verteilt die Rollen und übernimmt die Rolle der Fee (Helferwesen) und des Freundes (jemand, dem man vertraut, der einem nah ist), der in der Stadt (Ort der Lebendigkeit, Angebote, Vielfalt, Anonymität) wohnt.
1 Begriffsdefinitionen: Definierung zentraler Konzepte wie Beratung, Puppenspiel und Methodenbegriff, um die Methode in den Kontext der Sozialen Arbeit einzuordnen.
2 Familie – Scheidung und Trennung: Darstellung des Forschungsstandes zu Trennung und Scheidung, mit besonderem Fokus auf hochkonflikthafte Trennungsfamilien sowie die Bedeutung von Kindeswohl und Kindeswille.
3 Partizipation von Kindern in der T/S-Beratung: Analyse der Notwendigkeit und der Hindernisse einer altersadäquaten Beteiligung von Kindern im Trennungs- und Scheidungskontext.
4 Kindzentrierte Angebote in der T/S-Beratung: Vorstellung verschiedener Ansätze wie Familientherapie, Gruppenangebote und diagnostischer Spiele, um Kinder aktiv in den Beratungsprozess einzubeziehen.
5 Spiel – Puppe – Puppenspiel: Theoretische Herleitung der Bedeutung und Funktion des kindlichen Spiels sowie des Symbolspiels als Grundlage für das Puppenspiel.
6 Das Puppenspiel – die „Schweizer Idee“: Eingehende Betrachtung der historischen Wurzeln, des methodischen Aufbaus und der praktischen Durchführung des Puppenspiels inklusive Fallbeispiele und Ausstattung.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Bestätigung des Puppenspiels als sinnvolle Methode für die Partizipation von Kindern in der Sozialen Arbeit.
Soziale Arbeit, Trennung und Scheidung, Kindeswohl, Partizipation, Hochkonflikthafte Trennungsfamilien, Puppenspiel, Beratung mit Kindern, Bindungstheorie, Symbolspiel, Kindeswille, Methoden der Sozialen Arbeit, Therapeutisches Puppenspiel, Kindzentrierte Beratung, Entwicklungsförderung, Konfliktbewältigung.
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Kindern aus konflikthaften Trennungsfamilien durch das Puppenspiel als sozialarbeiterische Methode in der Beratung.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von hochkonflikthaften Trennungen auf Kinder, die Bedeutung der Kindeswohl-Diagnostik, Bindungstheorie und die Möglichkeiten der kindgerechten Partizipation im Beratungsprozess.
Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern das Puppenspiel eine geeignete und sinnvolle Methode darstellt, um Kinder in der Sozialen Arbeit bei Scheidung und Trennung ihrer Eltern am Beratungsprozess zu beteiligen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Aufarbeitung bisheriger Forschungsergebnisse zu kindzentrierten Ansätzen sowie der methodischen Beschreibung des Puppenspiels nach Wüthrich/Gauda inklusive Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Begriffe, Familienkontext, Kindeswille), eine Übersicht bestehender Beratungsangebote für Kinder und die detaillierte Darstellung des Puppenspiels als Methode.
Die Arbeit wird besonders durch die Begriffe Sozialarbeit, Trennungskinder, Partizipation, hochkonflikthafte Familien und therapeutisches bzw. angewandtes Puppenspiel charakterisiert.
Das Symbolspiel bildet die Grundlage, da es dem Kind ermöglicht, Erlebnisse und Emotionen auf einer symbolischen Ebene auszudrücken, ohne die oftmals noch fehlenden verbalen Fähigkeiten erzwingen zu müssen.
Die Entschlüsselung der Symbole oder Geschichten im Puppenspiel dient den Berater*innen dazu, Eltern ein greifbares Bild der inneren Erlebniswelt ihrer Kinder zu vermitteln, um Empathie und Sensibilität für deren Bedürfnisse zu stärken.
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