Diplomarbeit, 2004
147 Seiten, Note: 1,1
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 EINFÜHRUNG
2 SCHMERZ - THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Zur Entstehung von Schmerz
2.2 Schmerzqualitäten - Akuter und Chronischer Schmerz
2.3 Schmerzkomponenten
2.4 Die Gate-Control-Theorie
2.5 Wechselwirkungen chronischer Schmerzen mit Verhaltens- und Erlebensdimensionen des Patienten
2.5.1 Diathese-Streß-Modell und Soziale Kompetenz
2.5.2 Chronischer Schmerz und Depression
3 CHRONISCHER RÜCKENSCHMERZ
3.1 Symptomatik
3.2 Ätiologie
3.3 Häufigkeit von Rückenschmerzen
3.4 Rückenschmerz aus psychosomatischer Sicht
3.5 Die Schmerzpersönlichkeit (pain-prone-personality)
3.6 Persönlichkeits- & Psychiatrische Faktoren
4 FORMEN VON SCHMERZTHERAPIEN
4.1 Nichtpsychologische Schmerztherapien
4.2 Psychologische Schmerztherapien
4.2.1 Psychotherapie bei Schmerz
4.2.2 Schmerzbewältigungstraining
5 RÜCKENSCHULE - (LOW) BACK SCHOOL
5.1 Ziele der Rückenschule
5.2 Zur Gruppenstruktur der Rückenschule
5.3 Inpatient oder Outpatient Settings
5.4 Elemente der Rückenschule
5.4.1 Information über Schmerz
5.4.2 Entspannungs- und andere Selbstkontrolltechniken
5.4.3 Kognitive Techniken
5.4.4 Physiotherapeutische Information und Übungen
5.4.5 Kontrolle der Medikation
6 DESKRIPTIVE METAANALYSE VON 29 RÜCKENSCHULEN
6.1 Patientenstruktur
6.2 Design der Studien
6.2.1 Gruppengröße
6.2.2 Dauer des Rückenschulprogramms
6.2.3 Art der Kontrollgruppe
6.2.4 Verwendete Meßinstrumentarien
6.2.5 Follow-up
6.3 Das Behandlungspersonal
6.4 Behandlungsinhalte
6.5 Behandlungsziele
6.6 Ergebnisse
6.6.1 Gesamtergebnisse
6.6.2 Fading-Effekte
6.6.3 Schmerzintensität (pain level)
6.6.4 Schmerzhäufigkeit / Rezidive / Schmerzepisoden
6.6.5 Schlafverhalten
6.6.6 Schmerzbewußtsein / Compliance / Schmerzverhalten (pain behaviour)
6.6.7 Einnahme von Medikamenten (medication intake)
6.6.8 Inanspruchnahme professioneller Therapieeinrichtungen / Arztbesuche
6.6.9 Arbeitsfehltage / Arbeitsfehlzeiten
6.6.10 Berufliche Leistungsfähigkeit / Arbeitsleistung / Pensionierung
6.6.11 Subjektives Schmerzerleben / Lebensqualität
6.6.12 Tägliche Aktivitäten / Soziale Aktivität (activities of daily living)
6.6.13 Coping und Selbsthilfe
6.6.14 Partner-Interaktion
6.7 Abschließende Diskussion
7 DIE INNSBRUCKER IGT-CLBP-GRUPPE
7.1 Methodik und Studien-Design
7.1.1 Art der Kontrollgruppe
7.2 Inhaltliche Kriterien und Behandlungspersonal
7.3 Behandlungsziele und Hypothesenbildung
7.4 Testpsychologische Untersuchung
7.4.1 Fragebogen "Therapiedokumentation"
7.4.2 Gießener Beschwerdebogen - GBB
7.4.3 Visuelle Analog-Skala - VAS
7.4.4 Waddell Disability-Index - DI
7.4.5 West Haven-Yale Multidimensional Pain Inventory (dt. Version, MPI-D)
8 SCHLUßBEMERKUNG
9 LITERATUR
10 ANHANG (QUERFORMAT-TABELLEN)
11 APPENDIX (NEUROLOGISCHE GRUNDLAGEN)
11.1.1 Erregungsweiterleitung am Axon
11.1.2 Erregungsweiterleitung an der Synapse
Die Arbeit untersucht die Effektivität interdisziplinärer Rückenschulprogramme bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen (CLBP). Ziel ist es, durch einen Literaturüberblick und eine deskriptive Metaanalyse von 29 Studien eine Standortbestimmung für ein spezifisches Innsbrucker Gruppentherapieprogramm vorzunehmen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
3.1 Symptomatik
Betrachten wir die Symptomatik der chronischen Rückenschmerzen (chronic low back pain CLBP), so werden die Schmerzen in der unteren Lumbal-, Lumbosakral- und Sakroiliakalregion empfunden und dabei des öfteren von Ischiasbeschwerden begleitet, welche entlang des Nervus ischiadicus in eine oder beide Gesäßhälften und/oder Beine ausstrahlen; dabei sind die chronische Rückenschmerzen häufig multilokulär.
Wichtig ist, daß Rückenschmerzen keine Krankheit an sich darstellen, sondern lediglich ein Symptom, das als Hauptsymptom bei 30 verschiedenen Krankheiten und als Begleitsymptom bei zahlreichen weiteren Krankheitsbildern auftritt (vgl. Söllner, 1995b, S.103).
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung beleuchtet die hohe volkswirtschaftliche und individuelle Belastung durch chronischen Rückenschmerz und begründet die Notwendigkeit interdisziplinärer Therapieansätze.
2 SCHMERZ - THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert den Wandel von rein somatischen zu multifaktoriellen Schmerzmodellen und führt die Gate-Control-Theorie sowie psychologische Schmerzkonzepte ein.
3 CHRONISCHER RÜCKENSCHMERZ: Hier werden Symptomatik, Ätiologie und die Bedeutung psychosomatischer Faktoren sowie Persönlichkeitsmerkmale bei der Chronifizierung von Rückenschmerzen analysiert.
4 FORMEN VON SCHMERZTHERAPIEN: Dieser Teil gibt einen Überblick über verschiedene invasive und nicht-invasive Therapieformen, wobei der Fokus auf dem therapeutischen Potenzial psychologischer Verfahren liegt.
5 RÜCKENSCHULE - (LOW) BACK SCHOOL: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept, die Ziele und die gruppentherapeutische Struktur von Rückenschulen sowie ihre Rolle in Prävention und Rehabilitation.
6 DESKRIPTIVE METAANALYSE VON 29 RÜCKENSCHULEN: Eine ausführliche Untersuchung und Gegenüberstellung von 29 verschiedenen Rückenschulstudien hinsichtlich ihrer Patientenstruktur, ihres Designs und ihrer Behandlungsergebnisse.
7 DIE INNSBRUCKER IGT-CLBP-GRUPPE: Vorstellung der Innsbrucker Studie, ihres spezifischen Designs und der angewandten testpsychologischen Instrumente zur Erhebung der Behandlungseffekte.
8 SCHLUßBEMERKUNG: Ein abschließendes Fazit zur Wirksamkeit von Rückenschulen, das die Notwendigkeit weiterer Forschung und einer verbesserten Qualitätssicherung unterstreicht.
Chronischer Rückenschmerz, Depression, Deskriptive Metaanalyse, Disability Index, Gate-Control-Theorie, Gießener Beschwerdebogen, Gruppentherapie, Multidimensionaler Schmerzfragebogen, Pain-Prone-Personality, Psychologische Schmerztherapie, Rückenschule, Visuelle Analogskala.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Rückenschulen als interdisziplinäre Therapieform für Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen (Chronic Low Back Pain) leiden.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Schmerz, die psychosomatische Ätiologie des Rückenschmerzes, der methodische Aufbau von Rückenschulprogrammen sowie eine kritische Analyse der aktuellen Studienlage.
Das Hauptziel ist eine Standortbestimmung der "Innsbrucker Version" der Rückenschule. Durch eine deskriptive Metaanalyse von 29 internationalen Studien werden Stärken und Schwächen der Methode im internationalen Vergleich evaluiert.
Der Autor führt eine deskriptive Metaanalyse (auch bekannt als narrative Review) durch, da die Heterogenität der untersuchten Rückenschul-Studien statistische Standardmethoden zur Metaanalyse erschwert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Schmerzphänomens, eine detaillierte Beschreibung der Rückenschule als Interventionsform und die Vorstellung der Innsbrucker IGT-CLBP-Gruppe inklusive ihrer Studienmethodik.
Wichtige Fachbegriffe sind "Chronischer Rückenschmerz", "Psychologische Schmerztherapie", "Back School", "Deskriptive Metaanalyse", "Pain-Prone-Personality" und "Disability Index".
Sie erklärt die Schmerzmodulation im Rückenmark durch ein "Tor" (Gate), das durch psychologische und kognitive Prozesse sowie absteigende Bahnen des ZNS beeinflusst werden kann, was für die psychologische Schmerztherapie von hoher Bedeutung ist.
Studien zeigen, dass Angehörige (Significant Others) das Schmerzverhalten durch "Schmerzaufmerksamkeit" oder Schonungsverhalten unbewusst verstärken können. Eine Einbeziehung kann helfen, familiäre Dynamiken positiv umzustrukturieren.
Die Arbeit zeigt, dass die Datenlage uneinheitlich ist. Während einige Studien signifikante Verbesserungen belegen, bleibt die methodische Qualität vieler Studien diskussionswürdig, weshalb keine pauschale Erfolgsgarantie ausgesprochen werden kann.
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