Bachelorarbeit, 2009
30 Seiten, Note: 1,5
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
I. EINLEITENDE BEMERKUNGEN ZU LOCKES SPRACHPHILOSOPHIE
1.1 DEFINITIONEN DES WORTES UND SEINER FUNKTIONEN
II. DIE IDEENTHEORIE IN DER SPRACHPHILOSOPHIE JOHN LOCKES
2.1 EINFACHE UND KOMPLEXE IDEEN
2.2 BERKELEYS HAUPTEINWAND
2.3 BINDEWÖRTER UND PARTIKEL
2.4 UNÜBERSETZBARKEIT MANCHER WORTE
III. DIE SPRACH- UND BEDEUTUNGSTHEORIE PAUL GRICES
3.1 KONVERSATIONALE IMPLIKATUR; INTENTIONALE SEMANTIK; SPRECHERBEDEUTUNG
3.2 DIE VIER MAXIMEN
3.3 DIE THEORIE DER SPRECHERBEDEUTUNG
3.4 DAS MODELL DER SPRECHERBEDEUTUNG
3.5 EINIGE WEITERE ERLÄUTERUNGEN DER SPRACH- UND BEDEUTUNGSTHEORIE GRICES
3.6 ÜBER SCHLUSSFOLGERUNGEN
IV. DIE SPRACH- UND BEDEUTUNGSTHEORIE GRICES ALS IDEENTHEORIE
4.1 DIE KOMBINATION VON DEN BEGRIFFEN INTENTION UND IDEE ALS EINE NEUE LESART DER LOCKESCHEN IDEENTHEORIE
4.2 WEITERE ÜBEREINSTIMMUNGEN DER BEGRIFFLICHKEITEN BEI LOCKE UND GRICE
V. DIE WIEDERBELEBUNG DER IDEENTHEORIE
Diese Arbeit zielt darauf ab, ideationale Sprachtheorien in den sprachphilosophischen Diskurs zu rehabilitieren, indem sie die Sprachphilosophie von John Locke mit der Theorie der Sprecherbedeutung von Paul Grice verbindet. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern sich die Theorien Grices als eine moderne Wiederbelebung der Lockeschen Ideentheorie interpretieren lassen.
3.4 DAS MODELL DER SPRECHERBEDEUTUNG
Aus der oben dargestellten Sprecherbedeutung lässt sich folgendes Modell konstruieren:
Sprecher S meint gegenüber dem Hörer H mit der Äußerung X einen Sachverhalt p. Es gilt: Der Sachverhalt p ist wahr genau dann, wenn der Sprecher S gegenüber dem Hörer H mit der Äußerung X intendiert:
Für Intention (1) gilt: Dass H eine bestimmte Reaktion zeigt,
Für Intention (2) gilt: Dass H erkennt, dass S (1) intendiert
Für Intention (3) gilt: Dass H die Reaktion zeigt, weil seine Erkenntnis von (2) ihm einen Grund gibt diese zu zeigen.
Nachfolgend möchte ich gerne dieses abstrakte Modell der Griceschen Sprecherbedeutung anhand von Beispielen veranschaulichen. Ein Sprecher S tätigt die Äußerung X und drückt folgenden Sachverhalt p aus: ‘Sie schwang ihre Klarinette wie ein Tomahawk umher.’ Der Standardgebrauch dieses Satzes wäre, wenn man diesen mit folgenden Intentionen äußert: Intention (1): in dem Hörer H die Reaktion hervorzurufen, dass er glaubt, dass sie ihre Klarinette wie ein Tomahawk umherschwang, Intention (2): dem Hörer diese Intention (1) bewusst zu machen bzw. erkennen zu lassen und Intention (3): dass diese Erkenntnis ein wesentlicher Grund für seine Schlussfolgerung ist, dass sie ihre Klarinette wie einen Tomahawk umherschwang. Dieser Satz ist eine konventionale Standardverwendung aus der Alltagssprache, die nicht betrügerisch oder irreführend ist. Infolgedessen sollte der Hörer H glauben, dass sie ihre Klarinette wie einen Tomahawk umherschwang. Wie durch das Beispiel veranschaulicht wird, werden die Intentionen (1) und (2) in der Intention (3) zusammengeführt, was von Grice auch beabsichtigt war. Aus diesem Grund hält Grice die Intention (3) für die Ausschlaggebende und Entscheidende, weil sie erst erklärt, warum ein Hörer eine bestimmte Reaktion auf eine sprachliche Äußerung eines Sprechers zeigt.
I. EINLEITENDE BEMERKUNGEN ZU LOCKES SPRACHPHILOSOPHIE: Der Autor führt in die sprachtheoretischen Grundlagen Lockes ein und motiviert die Notwendigkeit einer Neubewertung ideationaler Sprachtheorien.
II. DIE IDEENTHEORIE IN DER SPRACHPHILOSOPHIE JOHN LOCKES: Dieses Kapitel erläutert Lockes Konzepte von einfachen und komplexen Ideen sowie die Kritik von Berkeley und mögliche Verteidigungsstrategien.
III. DIE SPRACH- UND BEDEUTUNGSTHEORIE PAUL GRICES: Hier werden Grices zentrale Konzepte wie die Sprecherbedeutung, die vier Maximen und das Schlussfolgern detailliert untersucht.
IV. DIE SPRACH- UND BEDEUTUNGSTHEORIE GRICES ALS IDEENTHEORIE: Das Kapitel verknüpft die Ansätze von Locke und Grice durch eine Begriffsanalyse und weist die Gemeinsamkeiten zwischen Intention und Idee auf.
V. DIE WIEDERBELEBUNG DER IDEENTHEORIE: Der Autor schließt mit der These, dass Grices Theorie als eine erfolgreiche Wiederbelebung und Modernisierung der Lockeschen Ideentheorie betrachtet werden kann.
John Locke, Paul Grice, Ideentheorie, Sprecherbedeutung, Intention, Sprachphilosophie, Konversationale Implikatur, Zeichen, Repräsentation, Ideen, Bedeutung, Kommunikation, Analogie, Geist, Philosophiegeschichte
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rehabilitierung ideationaler Sprachtheorien durch den Vergleich der klassischen Philosophie von John Locke mit der modernen Sprachphilosophie von Paul Grice.
Die zentralen Themen umfassen die Natur von Ideen bei Locke, das Modell der Sprecherbedeutung bei Grice sowie die philosophische Verortung von Bedeutung im menschlichen Geist statt in den Wörtern selbst.
Das Ziel ist es nachzuweisen, dass Grices Theorie der Sprecherbedeutung als eine implizite Wiederbelebung der Lockeschen Ideentheorie verstanden werden kann und somit diese klassische Position wieder für den Diskurs relevant macht.
Der Autor verwendet eine gezielte Analogie-Methode, um Begrifflichkeiten und theoretische Konzepte beider Philosophen systematisch gegenüberzustellen und ihre Übereinstimmungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der Sprachphilosophie Lockes (einfache vs. komplexe Ideen) und der Sprachtheorie Grices (Maximen, Intentionen), gefolgt von einer analytischen Zusammenführung beider Theorien.
Die zentralen Begriffe sind "Idee" bei Locke und "Intention" bei Grice, da diese den Schnittpunkt bilden, an dem die Bedeutung sprachlicher Äußerungen verortet wird.
Locke unterscheidet zwei Quellen: Worte, die durch äußere Sinneswahrnehmung (Sensation) entstehen, und solche, die durch die Beobachtung innerer Operationen des Geistes (Reflexion) hervorgebracht werden.
Er beschreibt den Prozess, bei dem ein Sprecher durch eine Äußerung im Hörer eine bestimmte Wirkung erzielen will, indem der Hörer die Absicht (Intention) des Sprechers erkennt.
Intention (3) ist ausschlaggebend, da sie den Grund erklärt, warum der Hörer überhaupt auf die Äußerung reagiert – nämlich, weil seine Erkenntnis der Sprecherintention ihn dazu veranlasst.
Der Autor verteidigt Locke, indem er auf Descartes' Beispiel des Wachsgegenstandes verweist, um die Notwendigkeit abstrakter Ideen für unser Erkenntnisvermögen zu begründen.
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