Diplomarbeit, 2009
88 Seiten, Note: 1,0
1 Das Ende der „Great Moderation”
2 Ursachen und Folgen einer Liquiditätsfalle und Deflation
2.1 Warum beobachten wir keine negativen Zinsen?
2.2 Besonderheiten einer Deflation
3 Geldpolitik in der Liquiditätsfalle
3.1 Beeinflussung der Zinserwartungen mit mündlichen Versprechen
3.1.1 Ankündigung eines Inflationsziels
3.1.2 Ankündigung eines Preisniveaupfads
3.2 Ausweitung der Geldmenge
3.2.1 Portfolio- und Vermögenseffekte
3.2.2 Effekte durch erhöhte Liquidität
3.2.3 Effekte durch Erwartungen
3.2.4 Effekte über den Kredit-Kanal
3.3 Geldpolitik mit langfristigen Anleihen und Optionen auf Anleihen
3.3.1 Offenmarktgeschäfte mit Treasury Bonds
3.3.1.1 Der Signalling-Kanal
3.3.1.2 Der Portfoliokanal
3.3.2 Optionen auf Staatsanleihen
3.3.2.1 Übersicht
3.3.2.2 Optionen schreiben und bewerten
3.3.2.3 Optionen als Mittel zur Beeinflussung von Markterwartungen
3.4 Beeinflussung des Wechselkurses
3.4.1 Der Signalling-Kanal
3.4.2 Der Portfoliokanal
3.4.3 Wechselkursänderung ohne Signalling- und Portfoliokanal
3.4.4 Effekte auf andere Länder
3.5 Zahlung negativer Zinsen auf Bankreserven
3.6 Kauf von Anleihen und anderen Papieren des Privatsektors
3.7 Vergabe von Krediten an den Privatsektor
3.8 Was immer wirkt: Friedmans Hubschrauber
3.9 Inflationsgefahr und Exit Strategie
3.9.1 Politische Hürden
3.9.2 Technische Hürden
3.9.3 Lösungsvorschlag
4 Fiskalpolitik in der Rezession
4.1 Wann Fiskalpolitik a priori unwirksam ist
4.1.1 Steuererleichterungen und Ricardianische Äquivalenz
4.1.1.1 Vererbungsmotiv dürfte irrelevant sein
4.1.1.2 Bevölkerung kann liquiditätsbeschränkt sein
4.1.1.3 Schuldner und Gläubiger können verschiedene Diskontraten haben
4.1.1.4 Vorsorgesparen kann abnehmen
4.1.1.5 Konsumausgaben können höher sein als der Konsum
4.1.1.6 Die Budgetrestriktion des Staates ist in der Praxis irrelevant
4.1.2 Staatsausgaben und Crowding Out
4.1.2.1 Das Saysche Theorem oder I=S
4.1.2.2 …und was damit nicht stimmt
4.1.2.3 Optimale Höhe der Staatsausgaben in der Liquiditätsfalle– ein Modell
4.2 Weitere mögliche Hindernisse für Fiskalpolitik
4.2.1 Einheitswurzel-Hypothese
4.2.2 Zeitliche Verzögerungen der Fiskalpolitik
4.2.3 Sektorale Verschiebungen, Arbeitslosigkeit und die NAIRU
4.2.3.1 Sektorale Ungleichgewichte
4.2.3.2 Die Beveridge-Kurve
4.2.3.3 Dispersion des Beschäftigungswachstums
4.2.3.4 Ausblick
4.2.4 Höhe der Staatsschuld
4.3 Fiskaler Stimulus mit budgetneutralen Steueränderungen
4.3.1 Budgetneutrale Steueränderungen mit Substitutionseffekt
4.3.1.1 Anregung der Investitionsnachfrage der Unternehmen
4.3.1.2 Anregung der Konsumnachfrage der privaten Haushalte
4.3.2 Budgetneutrale Steueränderungen mit Einkommenseffekt
4.3.2.1 Ausnutzung unterschiedlicher Diskontraten
4.3.2.2 Erfolgsaussichten in den USA
4.4 Optimale Zusammensetzung des Stimulus
4.5 Exkurs: Eine alternative Evaluierung expansiver Fiskalpolitik
5 Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert Möglichkeiten und Grenzen der Geld- und Fiskalpolitik in den USA während der Wirtschaftskrise, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie eine expansive Makropolitik trotz einer Liquiditätsfalle und der Nullzinsgrenze effektiv zur Anregung der Gesamtnachfrage eingesetzt werden kann.
3.3.2.3 Optionen als Mittel zur Beeinflussung von Markterwartungen
Mit Ausnahme von möglichen Effekten, die über eine höhere Liquidität der Wertpapiermärkte wirken, hat das Schreiben von Derivaten per se keine Änderung der Preise der zugrundeliegenden Vermögenstitel (z.B. Staatsanleihen) zur Folge. Die Bewertung von Derivaten gründet auf den erwarteten Auszahlungen der zugrundeliegenden Vermögen. Die Bewertung dieser zugrundeliegenden Vermögen hängt vom Barwert der erwarteten Auszahlungen ab, die wiederum von den ökonomischen Fundamentaldaten abhängen. Mit Ausnahme von temporären Anstiegen der Volatilität in Zeiten starker Preisschwankungen gibt es wenig empirische Evidenz, die darauf schließen lässt, dass Bewertungen von Optionen die Bewertungen der zugrundeliegenden Vermögenswerte kausal beeinflussen. Im Gegensatz dazu kann die Zentralbank durch die Ausgabe von Derivaten die ökonomischen Fundamentaldaten ändern. Wie in Gleichung (6) ausgedrückt, gibt es zwei Erwartungskomponenten, die sich in den Zinsen langfristiger Staatsanleihen wiederfinden lassen: der Durchschnitt der erwarteten kurzfristigen Zinsen über die Laufzeit des Bonds und die Unsicherheit über die Geldpolitik bezüglich des kurzfristigen Zinssatzes, die in der Laufzeitprämie der Bonds ausgedrückt ist. Mit Optionen kann die Federal Reserve beide Erwartungskomponenten der Bond-Zinsen beeinflussen. Um Erwartungen zu ändern, kann die Federal Reserve mit dem Schreiben von Put Optionen explizite Signale darüber geben, welchen kurzfristigen Zinssatz sie anstrebt und über welchen Zeitraum hinweg sie diesen halten will. Da die Zentralbank ein Monopol auf das Angebot an heimischer Währung hat, kann sie jedwede Menge an Staatsanleihen kaufen, die notwendig ist, um diesen Erwartungen für ein bestimmtes Zeitintervall nachzukommen.
1 Das Ende der „Great Moderation”: Einleitung in die wirtschaftliche Situation der USA ab 2007 und die Herausforderung durch den Nachfrageeinbruch und die Nullzinsgrenze.
2 Ursachen und Folgen einer Liquiditätsfalle und Deflation: Analyse der theoretischen Hintergründe von Liquiditätsfallen und Deflationsrisiken sowie deren Auswirkungen auf die Makropolitik.
3 Geldpolitik in der Liquiditätsfalle: Untersuchung unkonventioneller Instrumente wie mündlicher Versprechen, Ausweitung der Geldmenge, Anleihekäufe und Deviseninterventionen.
4 Fiskalpolitik in der Rezession: Evaluation des fiskalpolitischen Handlungsspielraums, der Wirksamkeit von Staatsausgaben vs. Steuersenkungen und der Bedeutung der Staatsschuld.
5 Zusammenfassung: Fazit zur Handlungsfähigkeit der US-Behörden zur Vermeidung einer verlorenen Dekade durch koordinierte Geld- und Fiskalpolitik.
Geldpolitik, Fiskalpolitik, Liquiditätsfalle, Deflation, US-Wirtschaft, Federal Reserve, Nullzinsgrenze, Staatsausgaben, Inflation, Preisniveaupfad, Wechselkurs, Anleihekäufe, Fiskalstimulus, Taylor-Regel, Rezession.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse der Möglichkeiten und Grenzen der Geld- und Fiskalpolitik in den USA während der Wirtschaftskrise, insbesondere in einer Situation, in der der Leitzins die Nullgrenze erreicht hat.
Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis der Liquiditätsfalle, die Anwendung unkonventioneller geldpolitischer Instrumente, die Rolle der Fiskalpolitik bei der Konjunkturbelebung sowie die Risiken und Exit-Strategien für Zentralbanken.
Das Ziel ist es, makroökonomische Maßnahmen vorzustellen, die den USA helfen können, aus der Rezession und Deflation zu gelangen, und zu belegen, dass die Federal Reserve noch über signifikante Interventionsmöglichkeiten verfügt.
Die Arbeit basiert auf theoretischen ökonomischen Modellen (wie dem IS-LM-Modell von Krugman) und der Auswertung historischer Daten, ergänzt durch empirische Analysen und Literaturdiskussionen.
Im Hauptteil werden spezifische Strategien diskutiert: von der Steuerung der Zinserwartungen durch Kommunikation über Anleihekäufe bis hin zu steuerneutralen fiskalischen Anreizprogrammen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Liquiditätsfalle, Deflation, Nullzinsgrenze, Geld- und Fiskalpolitik, Preisniveaupfad und makroökonomische Stabilisierung charakterisiert.
Sie dient als Bezugspunkt, um das Ende einer Periode makroökonomischer Stabilität und den darauffolgenden massiven Nachfrageeinbruch seit 2007 kontrastreich darzustellen.
Sie wird genutzt, um die Geldpolitik der USA in den 90er Jahren zu beschreiben und durch die Anwendung auf die aktuelle Krise zu verdeutlichen, dass der Leitzins nach klassischen Regeln theoretisch bereits in den negativen Bereich hätte fallen müssen.
Der Haushaltseffekt berücksichtigt, dass der Nutzen der Fiskalpolitik nicht nur in der BIP-messbaren Produktion liegt, sondern auch unbezahlte Arbeit und Freizeit umfasst, von denen ein Teil durch den fiskalischen Stimulus verloren gehen könnte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

