Masterarbeit, 2009
128 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theorieteil: Mädchen und Jungen im MINT-Bereich
2.1 Problembereiche
2.1.1 Geschlechtsspezifische Fächer- und Berufswahl
2.1.2 Ergebnisse der vergleichenden Schulleistungsforschung
2.1.3 Folgerungen
2.2 Ursachen und Erklärungsansätze
2.2.1 Die Bedeutung von kulturellen Stereotypen
2.2.2 Externale Faktoren: Sozialisationseinflüsse
2.2.3 Internale Faktoren: Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen
2.3 Zwischenfazit
3 Praxisteil: Eigene Untersuchung
3.1 Fragestellung
3.1.1 Darstellung vorhandener Untersuchungen: Die Studie Jahnke-Kleins
3.1.2 Forschungsfrage und Hypothesen
3.2 Methodisches Vorgehen
3.2.1 Auswahl und Charakterisierung der Stichprobe
3.2.2 Auswahl der Untersuchungsmethode
3.2.3 Fragebogen als Messinstrument
3.2.4 Durchführung der Untersuchung
3.2.5 Beschreibung des Auswertungsverfahrens
3.3 Ergebnisdarstellung
3.3.1 Ergebnisse in Bezug auf die Hypothesen
3.3.2 Weiterführende Untersuchungsergebnisse
3.4 Interpretation und Diskussion
3.4.1 Interpretation der Ergebnisse
3.4.2 Diskussion der Untersuchung
3.5 Zusammenfassung
4 Schlussfolgerungen für den Mathematikunterricht
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit geschlechtsspezifische Präferenzen von Schülern hinsichtlich des Mathematikunterrichts bestehen und ob sich zwei Gruppen von SchülerInnen mit gegensätzlichen Unterrichtskultur-Wünschen identifizieren lassen, basierend auf einer empirischen Untersuchung an Haupt- und Realschulen.
2.2.1 Die Bedeutung von kulturellen Stereotypen
Der MINT-Bereich, insbesondere die Mathematik, gilt in unserer Gesellschaft unverändert als männliche Domäne (vgl. Jahnke-Klein, 2001, S. 14). Die Konnotation des MINT-Bereichs als männlich hat dabei eine lange Tradition und hängt auch mit der Benachteiligung der Teilhabe von Frauen am Schul- und Bildungssystem zusammen. So wurde den Mädchen lange Zeit das Recht auf Bildung, insbesondere auf Mathematikunterricht, vorenthalten, unter anderem mit der Begründung, dass Frauen eine geringere mathematische Begabung haben. Diese Annahme ist auch heute noch weit verbreitet (vgl. ebd., S. 6).
Zur vergangenen Benachteiligung der Mädchen und Frauen seien hier nur einige Anhaltspunkte genannt: Trotz der Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Preußen im Jahr 1717, die für Mädchen und Jungen galt, hatten die Mädchen kaum Zugang zu Schulunterricht, der über die Vermittlung der elementarsten Kenntnisse hinausging. Die höhere Schulbildung war den Jungen vorbehalten (vgl. Srocke, 1989, S. 228, zitiert in Jahnke-Klein, 2001, S. 7). Selbst die unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen seit den 1820er Jahren gegründeten „Höheren Töchterschulen“ boten den Mädchen nur elementaren Rechenunterricht, der die mündliche und schriftliche Addition und Subtraktion einschloss, damit sie ein Haushaltsbuch führen konnten. Diese Einschränkung in Bezug auf den Mathematikunterricht wurde wegen der Vorstellung vollzogen, dass Frauen nicht zu strenger Denkfähigkeit, sondern nur zu gefühlsbetonter Arbeit fähig seien. Aktuell wurde die Diskussion über den Mathematikunterricht für Mädchen, als in den 1880er Jahren die Auseinandersetzungen um den Zugang der Mädchen zur Abiturprüfung begannen. Denn man wollte auch bei den Mädchen nicht auf das Abiturfach Mathematik verzichten. Trotzdem konnte sich der Mathematikunterricht zunächst nur an den Jungenschulen etablieren, während die Mädchen in Deutschland beinahe während des gesamten 19. Jahrhunderts nur den elementaren Rechenunterricht und keinen Mathematikunterricht erhielten (vgl. Kinski, 1993, S. 163 ff.; vgl. Jahnke-Klein, 2001, S. 8 f.).
1 Einleitung: Die Autorin reflektiert persönliche Schulerfahrungen und leitet daraus die Motivation für die Untersuchung von Geschlechterdifferenzen im MINT-Bereich ab.
2 Theorieteil: Mädchen und Jungen im MINT-Bereich: Es wird ein Überblick über Problembereiche der Fächerwahl sowie über Erklärungsansätze, wie Stereotype und Sozialisationseinflüsse, gegeben.
3 Praxisteil: Eigene Untersuchung: Dieser Teil beschreibt das Design, die Durchführung und die Auswertung einer quantitativen Studie an Haupt- und Realschulen zur Präferenz von Unterrichtskulturen.
4 Schlussfolgerungen für den Mathematikunterricht: Auf Basis der Ergebnisse werden didaktische Vorschläge für einen geschlechterbewussten Unterricht diskutiert, unter anderem das Konzept des sinnstiftenden Mathematikunterrichts.
5 Fazit: Die Arbeit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Geschlechterdifferenzen im MINT-Bereich aktiv anzugehen.
6 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen.
Anhang: Dokumentation der Instrumente und detaillierte statistische Auswertungen.
MINT-Bereich, Mathematikunterricht, Geschlechterdifferenzen, Stereotype, Sozialisation, Schulleistung, Berufswahl, Fähigkeitsselbstkonzept, Koedukation, empirische Untersuchung, Fragebogen, Unterrichtskultur, Sinnstiftender Mathematikunterricht, Gender, Bildungsbeteiligung.
Die Arbeit befasst sich mit der Unterrepräsentanz von Mädchen und Frauen in sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und untersucht, inwieweit geschlechtsspezifische Präferenzen im Mathematikunterricht hierfür eine Rolle spielen.
Die zentralen Felder umfassen die Bildungssoziologie, die Geschlechterforschung sowie die Didaktik der Mathematik mit einem Fokus auf Leistungsunterschiede, Einstellungen zum Fach und geschlechterstereotype Rollenbilder.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob SchülerInnen unterschiedlicher Schultypen heute noch geschlechtstypische Präferenzen für bestimmte Mathematik-Unterrichtskulturen haben und ob sich daraus Ansatzpunkte zur Förderung der Teilhabe am MINT-Bereich ableiten lassen.
Die Autorin nutzt eine quantitative Methode, indem sie eine strukturierte schriftliche Befragung mit einem geschlossenen Fragebogen an verschiedenen Haupt- und Realschulen durchführte.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, der Ursachen für Geschlechterdifferenzen beleuchtet, sowie einen Praxisteil, in dem die eigene empirische Studie und deren statistische Auswertung detailliert dokumentiert werden.
Wichtige Begriffe sind MINT-Bereich, Geschlechterrollenstereotype, Fähigkeitsselbstkonzept, Unterrichtskultur, sinnstiftender Mathematikunterricht und Koedukation.
Ja, die Studie zeigt, dass Mädchen ein deutlich stärker ausgeprägtes Bedürfnis nach sogenannten „Haltegriffen“ (Struktur, Sicherheit, Regeln, Anleitung) im Mathematikunterricht haben als Jungen.
Die Hypothesen konnten nicht in der erwarteten Deutlichkeit bestätigt werden, da sich die Gruppen nicht so scharf voneinander abgrenzen ließen, wie in der zugrunde liegenden Studie von Jahnke-Klein postuliert wurde.
Sie dienen dazu, Unsicherheiten abzubauen und dem Wunsch nach gründlichem Verständnis sowie Fehlervermeidung im Mathematikunterricht entgegenzukommen.
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