Examensarbeit, 2009
48 Seiten, Note: 2
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
1.1 DIE ANFÄNGE DER KOMMUNISTISCHEN DIKTATUR
1.2 FORSCHUNGSSTAND
1.3 «OPPOSITION», «WIDERSTAND» UND «POLITISCHER WIDERSPRUCH»
1.4 ÜBERLEGUNGEN ZUM «GEWALTBEGRIFF»?
2 POLITISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGSTENDENZEN DER 70ER JAHRE
3 DIE KIRCHE ALS PROTEKTORAT OPPOSITIONELLER TÄTIGKEITEN
3.1 DIE POLITISCHE WIRKUNGSFÄHIGKEIT DER KIRCHE
3.2 AUSGANGSPUNKT KIRCHLICHER OPPOSITION
3.3 INSTITUTIONALISIERUNG DER DDR-OPPOSITION
4 DIE 70ER JAHRE ALS STARTSCHUSS OPPOSITIONELLER GRUPPIERUNGEN
5 DIE DDR IM LETZTEN JAHRZEHNT IHRES BESTEHENS
5.1 80ER JAHRE: OPPOSITION IM UMFELD KIRCHE
5.2 FRIEDEN, DEMOKRATIE UND UMWELT
6 ABSCHLIEßENDE GEDANKEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausbildung und Entwicklung einer DDR-Opposition in den 1970er Jahren und analysiert, inwiefern dieses Jahrzehnt als fundierte Grundlage für die friedliche Revolution im Herbst 1989 betrachtet werden kann, wobei der Fokus insbesondere auf der engen Verflechtung von oppositionellem Engagement und kirchlicher Protektion liegt.
Die politische Wirkungsfähigkeit der Kirche
Mit dem Amtsantritt Erich Honeckers 1971 verstärkte sich der bis dahin bereits immense indoktrinative Druck nicht nur auf die Gesellschaft, sondern ganz explizit auf die Kinder und Jugendlichen innerhalb der DDR. Ein Zitat des 1. Sekretärs des Zentralkomitees der DDR verdeutlicht seine ideologische, äußerst konservative Ausrichtung mehr als deutlich: «Unser Staat ist ein sauberer Staat.» Bereits ab Mai 1945 arbeitete der junge Honecker als Jugendsekretär des Zentralkomitees der KPD daran, bereits die antifaschistischen Jugendausschüsse zu organisieren, aus denen im darauf folgenden Jahr die FDJ, also die Freie Deutsche Jugend, hervorgehen sollte.
Da sich die große Mehrheit der DDR-Jugend gezwungenermaßen solidarisch gegenüber dem Honecker Regime verhielten und dadurch, gewollt oder ungewollt, zu einem regelrechten Stabilitätsfaktor des SED Staates wurde, gab es trotzdem auch immer mehr junge Leute, die bereit waren, sich gegen diese totalitäre Herrschaftspraxis zur Wehr zu setzen. Man bezeichnete sie als die so genannte «Rebellische Jugend». Es waren überwiegend kirchlich gebundene Jugendliche und so genannte «unsozialistische Elemente», die diskriminiert und in ihrer beruflichen und schulischen Entwicklung massiv behindert wurden. Aber gegen Ende der DDR Ära waren es gerade diese Teenager, die sich später dann als Bausoldaten, Ausreiser oder auch als Aktivisten für Frieden, Menschenrechte und den Schutz der Umwelt gerade in der DDR Opposition gänzlich entfalten konnten.
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK: Dieses Kapitel führt in den historischen Kontext der DDR-Diktatur ein, erläutert grundlegende Begriffe wie Opposition und Widerstand und definiert den Gewaltbegriff als analytisches Werkzeug.
2 POLITISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGSTENDENZEN DER 70ER JAHRE: Hier wird der Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker beschrieben und untersucht, wie dieser den Kurs der DDR-Politik sowie den Ausbau des Repressionsapparates prägte.
3 DIE KIRCHE ALS PROTEKTORAT OPPOSITIONELLER TÄTIGKEITEN: Das Kapitel beleuchtet die evangelische Kirche als notwendigen Schutzraum für systemkritische Gruppen und deren politische Entwicklung während der 70er Jahre.
4 DIE 70ER JAHRE ALS STARTSCHUSS OPPOSITIONELLER GRUPPIERUNGEN: Diese Sektion analysiert die Bedeutung der in den 70ern gelegten Grundlagen für die späteren, in den 80ern aktiv werdenden Gruppierungen und die friedliche Revolution.
5 DIE DDR IM LETZTEN JAHRZEHNT IHRES BESTEHENS: Hier wird die Institutionalisierung der Opposition in den 80er Jahren thematisiert, insbesondere in Bezug auf Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen.
6 ABSCHLIEßENDE GEDANKEN: Das Fazit fasst die Rolle der Kirche und der Opposition bei der Herbeiführung des friedlichen Wandels in der DDR zusammen.
DDR, Opposition, Widerstand, SED, evangelische Kirche, Honecker, Friedensbewegung, Umweltbewegung, Menschenrechte, Repression, Stasi, Bausoldaten, Offene Arbeit, KSZE, Friedliche Revolution.
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der oppositionellen Bewegungen in der DDR der 1970er Jahre und deren Verflechtung mit der evangelischen Kirche als Schutzraum.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Widerstand und Opposition, die Rolle der Kirche als Protektorat, die friedens- und umweltpolitische Arbeit sowie der Einfluss staatlicher Unterdrückung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Jahrzehnt der 1970er Jahre als fundamentale Basis für die friedliche Revolution im Herbst 1989 fungierte.
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse, die auf Literatur- und Quellenarbeit (Sekundärliteratur, Dokumentationen, Zeitzeugenaussagen) basiert, um historische Kontinuitäten und Entwicklungsprozesse aufzuzeigen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der politischen Entwicklung unter Honecker, der Rolle der kirchlichen Jugendarbeit, der Bausoldatenbewegung und der zunehmenden Vernetzung von Oppositionsgruppen.
Wichtige Begriffe sind DDR-Opposition, evangelische Kirche, politischer Widerstand, Repression durch die Stasi und der Weg zur friedlichen Revolution 1989.
Die Kirche bot die einzige größere, relativ unabhängige institutionelle Struktur, die es oppositionellen Kräften ermöglichte, sich ungestört zu treffen, zu diskutieren und ihre Arbeit zu koordinieren.
Dies bezeichnet das Phänomen, dass ein Akteur sein gewaltsames Handeln als angemessen rechtfertigt, während das geschädigte Opfer dasselbe Handeln als ungerechtfertigt oder vermeidbar wahrnimmt.
Die Unterzeichnung der KSZE-Akte bot den Oppositionellen eine rechtliche Legitimationsgrundlage, auf die sie sich in ihren Forderungen gegenüber dem SED-Regime beziehen konnten.
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