Examensarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
I. Einleitung
II. Quellenlage und Forschungsstand
1. Die Berliner Salons
2. Die Londoner Kaffeehäuser
III. Der historische Vergleich
IV. Die Berliner Salons
1. Das preußische Berlin zwischen 1780 und 1830
2. Geselligkeit – Eine theoretische Betrachtung
3. Vorläufer der Berliner Salons
3.1. Die französischen Salons
3.2. Gesellige Zusammenkünfte in Berlin als Vorformen
3.3. Die Auswirkungen der Berliner Aufklärung
4. Gesellschaftliche Außenseiter
4.1. Die Situation der jüdischen Bevölkerung in Berlin
4.2. Die Rechte und Pflichten der Frauen
4.3. Außenseiter in doppelter Hinsicht – Jüdinnen in Berlin
5. Die Berliner Salons
5.1. Eine begriffliche Annäherung
5.2. Definition und Merkmale
5.3. Das Salonpublikum
5.3.1. Die soziale Zusammensetzung
5.3.2. Die Interessen der Salonbesucher
5.3.3. Die habitués und ihre Funktion
5.4. Die Bildungsfunktion als zentrales Element
5.5. Die gesellschaftliche Akzeptanz der Jüdischen Salonnièren
5.6. Die Salons der Henriette Herz und Rahel Levin Varnhagen
5.6.1. Der Doppelsalon Herz und der Tugendbund
5.6.2. Die Salons von Rahel Levin Varnhagen
5.6.2.1. Rahel Levins Salon bis 1806
5.6.2.2. Zwischen den Salons
5.6.2.3. Der Salon der Rahel Varnhagen
V. Die Londoner Kaffeehäuser
1. London zu Beginn des 18. Jahrhunderts
2. Die Londoner Kaffeehäuser
2.1. Die Entwicklung der Kaffeehauskultur
2.2. Definition und Merkmale
2.3. Frauen im Kaffeehaus
2.4. Literarische Kaffeehäuser
2.4.1. Dryden und sein Zirkel in Will’s Coffeehouse
2.4.2. Addison und Steele im Button’s
2.5. Einfluss und Bedeutung der Kaffeehäuser
2.5.1. Die moralischen Wochenschriften
2.5.2. Bildungsfunktion
2.5.3. Fortschrittliche Konversation
3. Die Herausbildung einer literarischen Öffentlichkeit
4. Exkurs: Der Bluestocking Circle
VI. Der Versuch einer Synthese
VII. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht vergleichend die kulturellen Phänomene der Berliner Salons (1780–1830) und der Londoner Kaffeehäuser (ca. 1680–1729) und erforscht deren Entstehungsbedingungen, soziale Strukturen sowie ihre Rolle in der Entwicklung von Geselligkeit und Öffentlichkeit.
I. Einleitung
„Geselligkeit ist über die gesamte europäische Kulturgeschichte hinweg ein menschliches Grundbedürfnis gewesen.“ Erste Formen der Geselligkeit, in welchen neben Männern auch Frauen eine zentrale Rolle einnahmen, sind bereits im antiken Griechenland zu verzeichnen: Aspasia, eine Ionierin aus Milet, kam um 450 v. Chr. nach Athen. Als Frau des Perikles nahm sie an gelehrten Diskursen der Philosophie, der Dichtung und Kunst in seinem Haus teil. Daneben etablierte sie schon bald ihren eigenen Geselligkeitskreis, welcher sich den Themen der Kunst, Politik und Mode widmete. Ihre geistige Bildung brachte Aspasia innerhalb der attischen Gesellschaft hohes Ansehen und Einfluss ein.
Elemente dieser antiken Geselligkeiten finden sich in den zu untersuchenden Berliner Salons und den Londoner Kaffeehäusern wieder. Doch zunächst wird eine kleine Zeitreise in die Gegenwart unternommen, denn sowohl das Phänomen der geselligen Berliner Salons um 1800 als auch die aufblühende Londoner Kaffeehauskultur um 1700 haben Spuren hinterlassen, welche sich bis in die heutige Zeit verfolgen lassen. Um diese Spuren der Vergangenheit zu stoßen, genügt ein Blick in das Medium Internet. Schnell stellt man fest, dass sich noch heute kulturelle Einrichtungen der Stadt Berlin mit den Attributen der einstigen Institutionen schmücken. So verweist die Internetpräsenz des Grünen Salon in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin explizit auf die Salons zwischen Aufklärung und Romantik, welche „als Dreh- und Angelpunkt eines jeden Zusammentreffens“ galten.
I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Berliner Salons und Londoner Kaffeehäuser ein, verankert diese kulturgeschichtlich und definiert das Ziel, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Phänomene durch einen historischen Vergleich zu erarbeiten.
II. Quellenlage und Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen kritischen Überblick über die für die Untersuchung verfügbaren Quellen wie Briefe und Memoiren sowie über die einschlägige wissenschaftliche Literatur zur Berliner und Londoner Geschichte.
III. Der historische Vergleich: Hier werden theoretische Grundlagen des historischen Vergleichs nach Hartmut Kaelble dargelegt, um das methodische Vorgehen für die Untersuchung der Berliner und Londoner Einrichtungen zu rechtfertigen.
IV. Die Berliner Salons: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet die preußische Ausgangslage, die theoretischen Aspekte von Geselligkeit, die Rolle der Frau, die schwierige Position jüdischer Salonnièren sowie die spezifische Bedeutung von Henriette Herz und Rahel Levin Varnhagen.
V. Die Londoner Kaffeehäuser: Es folgt eine Untersuchung Londons zu Beginn des 18. Jahrhunderts, der Entwicklung der Kaffeehauskultur, der Rolle der Frauen, literarischer Kaffeehäuser sowie der Bedeutung für die öffentliche Meinung und moralische Wochenschriften.
VI. Der Versuch einer Synthese: Die zentralen Erkenntnisse beider Analysen werden zusammengeführt, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Funktionen, des Publikums und der sozialen Rahmenbedingungen herausgearbeitet werden.
VII. Schlussbetrachtung: Abschließend wird das Ergebnis zusammengefasst und das menschliche Grundbedürfnis nach Geselligkeit als zeitloses und europäisches Phänomen bekräftigt.
Berliner Salons, Londoner Kaffeehäuser, Geselligkeit, Salonnière, Rahel Levin Varnhagen, Henriette Herz, Aufklärung, Öffentlichkeit, Jüdische Emanzipation, historischer Vergleich, literarischer Diskurs, Briefkultur, Tugendbund, Bluestocking Circle, moralische Wochenschriften.
Die Arbeit vergleicht zwei historisch bedeutsame kulturelle Institutionen der Geselligkeit: die Berliner Salons um 1800 und die Londoner Kaffeehäuser um 1700.
Die Themen umfassen die Entstehungsgeschichte, die soziale Zusammensetzung des Publikums, den Einfluss auf die literarische Öffentlichkeit sowie die Rolle der Geschlechter und ethnischer bzw. religiöser Minderheiten.
Das Ziel ist es, durch einen historischen Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Funktion dieser Orte für den geistigen und sozialen Austausch zu identifizieren und zu typisieren.
Die Autorin verwendet die Methode des historischen Vergleichs, gestützt auf die theoretischen Ansätze von Historikern wie Hartmut Kaelble.
Der Hauptteil analysiert die Berliner Salonkultur (insbesondere jüdische Salonnièren wie Rahel Levin Varnhagen) und die Londoner Kaffeehauskultur (inkl. deren Bedeutung für Journalismus und Politik).
Geselligkeit, Salonnière, Öffentlichkeit, Emanzipation und Interkulturalität sind die zentralen Konzepte, die die Arbeit durchziehen.
Während Frauen in Berliner Salons als einflussreiche Salonnièren im Zentrum standen, waren sie in den Londoner Kaffeehäusern meist in untergeordneten Rollen (Bedienung) zu finden oder vom Diskurs weitgehend ausgeschlossen.
Die Arbeit untersucht den "Dachstuben-Mythos" kritisch und stellt fest, dass es sich eher um ein Symbol für geistigen Rückzug und Bildung handelt als um eine rein räumliche Beschreibung ihres Salons.
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