Masterarbeit, 2006
47 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung und Fragestellung
2. Intermedialität: Begriffserklärung und Rahmenschaffung
2.1 Der Begriff Intermedialität
3. Film und Fotografie: Eine Analyse
3.1 Wie das Foto zum Film kam
3.2 Die evolutionäre Beziehung
4. Filmanalysen
4.1 Die filmanalytischen Fragestellungen
4.2 Blow-Up – Michelangelo Antonioni – GB 1966
4.3 A Zed and two Noughts - Peter Greenaway - GB 1985
4.4 Memento – Christopher Nolan - USA 2000
5. Vergleichende Analyse der Filmbeispiele
5.1 Einführung
5.2 Vergleichsanalysen
6. Fragen- bzw. Thesenbearbeitung
6.1 Reflektion und Diskurs
7. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Intermedialität, insbesondere die narrative und visuelle Integration von Fotografie in das zeitgenössische Erzählkino. Dabei wird analysiert, wie das Medium Film durch die Einbindung fotografischer Elemente sein gestalterisches Potenzial erweitert und welche funktionale Rolle die Fotografie innerhalb der Handlung und der filmischen Struktur einnimmt.
3.2 Die evolutionäre Beziehung
In diesem Unterkapitel geht es darum, den Aspekt der medienbezogenen Evolution von Foto zu Film nicht nur historisch, sondern auch medientheoretisch zu festigen.
Joachim Paech verweist in seiner Abhandlung über dieses Thema auf McLuhans „Die magischen Kanäle“ von 1968. Hier spricht McLuhan davon, dass im „neueren Medium Film, das ältere Medium Fotografie enthalten ist“ und „dass der Inhalt jedes Mediums immer ein anderes Medium ist“4. Einem bestehenden bzw. einem neu entstandenen Medium muss immer ein vorangegangenes Medium zu Grunde liegen. Dies ist vergleichbar mit dem evolutionären Charakter von Mensch und Tier. Das Eine stammt vom Anderen ab und entwickelt sich weiter.
Wie ein roter Faden finden sich die Eigenschaften des vorangegangenen Mediums in den Nachfolgenden wieder. Der festgehaltene Moment eines gemalten Bildes als Spiegel der Zeit ist, genauso wie der Vorgang des Fotografierens, um einen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Der Moment des Pinselstriches auf der Leinwand entspricht dem Belichten des Fotofilms. Diese Elemente zeigen sich auch im Medium Film, mit dem Unterschied, dass nun Zeit überbrückt und dargestellt werden kann.
Wir sehen, dass durch die Entwicklung der beiden Medien Gemeinsamkeiten bestehen. Aber es gibt auch grundlegende Unterschiede. Der Wesentlichste ist, Bewegung und somit Zeit festhalten und dokumentieren zu können. Der Film kann einen ganzen Handlungsablauf aufnehmen. Die Fotografie ist hier technisch eingeschränkt. Sie lässt nur die Dokumentation eines Moments zu. Diese Eigenschaft der Fotografie, wie schon McLuhan schrieb, […]einen einzelnen Moment in der Zeit zu isolieren, […]ist das entscheidende Charakteristikum der Fotografie5. Die Form des Mediums Fotografie, das entwickelte Bild, ermöglicht dem Rezipienten eine „geistige Zeitreise“ zu machen und den Moment, den er auf dem Bild sieht, in seinem Geiste mit der Erinnerung zu vervollständigen.
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema Intermedialität ein und definiert die Zielsetzung, anhand von drei Filmbeispielen die funktionale Rolle der Fotografie innerhalb des Films zu untersuchen.
2. Intermedialität: Begriffserklärung und Rahmenschaffung: Hier wird der medientheoretische Hintergrund der Intermedialität erörtert und vom Begriff des Multimedialen abgegrenzt.
3. Film und Fotografie: Eine Analyse: Dieser Teil beleuchtet die historische und evolutionäre Genese des Films aus der Fotografie und stellt die mediale Verwandtschaft dar.
4. Filmanalysen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Filme „Blow-Up“, „A Zed and two Noughts“ und „Memento“ hinsichtlich ihrer spezifischen Nutzung fotografischer Techniken und narrativer Strategien.
5. Vergleichende Analyse der Filmbeispiele: Die Ergebnisse der Einzelanalysen werden gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der filmischen Umsetzung und dem Einfluss der Produktionsbedingungen aufzuzeigen.
6. Fragen- bzw. Thesenbearbeitung: In diesem Kapitel werden die in der Einleitung formulierten Forschungsfragen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse detailliert beantwortet.
7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der Intermedialität für das zeitgenössische Kino und das Potenzial neuer narrativer Formen.
Intermedialität, Film, Fotografie, Medienvermischung, Blow-Up, A Zed and two Noughts, Memento, Medienevolution, Zeitraffer, Narrativ, visuelle Ästhetik, Kameratechnik, Bild-im-Bild, Erinnerung, Beweisführung
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Intermedialität im Kino, speziell der Wechselwirkung zwischen den Medien Film und Fotografie.
Zentrale Themen sind die Medienevolution, die narrative Funktion fotografischer Bilder im Film sowie die ästhetischen und technischen Überschneidungen beider Medien.
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Bedeutung und Rolle die Fotografie hat, wenn sie innerhalb eines Films als tragendes Element für die Handlung und Visualisierung eingesetzt wird.
Es wird eine systematische Filmanalyse von drei ausgewählten Fallbeispielen durchgeführt, ergänzt durch einen medientheoretischen Vergleich der Ergebnisse.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Filme „Blow-Up“ (Antonioni), „A Zed and two Noughts“ (Greenaway) und „Memento“ (Nolan).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Intermedialität, Medienevolution, narrative Integration und formale Bildgestaltung.
In „Blow-Up“ dient die Fotografie vorrangig als Beweismittel für einen vermeintlichen Mord und als Voyeur-Instrument, während sie in „Memento“ als externe Gedächtnisprothese zur Bewältigung eines Kurzzeitgedächtnisverlusts fungiert.
McLuhans Konzept der „Extensions of man“ dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, wie Filme existierende Medien nutzen, um ihr eigenes gestalterisches Potenzial zu erweitern.
Die Wahl begründet sich durch die unterschiedliche zeitliche Einordnung, den verschiedenen Genres und der diversen Art und Weise, wie Fotografie in Narration und visueller Ebene der Filme integriert ist.
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