Bachelorarbeit, 2013
35 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Zum Gegenstand der Arbeit
2. Richard Wagners Das Judentum in der Musik (1850) – Einordnung und inhaltlicher Abriss
2.1 Wagners antisemitische Äußerungen - Seine Vorstellung des „fremden“ Juden
2.2 Wagnerscher „Wahn“ und Erlösungsgedanke
2.3 Folgen des Aufsatzes
3. Neupublikation: Das Judentum in der Musik (1869)
3.1 Radikalisierte Überarbeitung - Vergleich mit der Erstfassung
3.2 Tendenzen und Folgen der Neupublikation
4. Richard Wagners Was ist deutsch? (1878) – Einordnung und inhaltlicher Abriss
4.1 Wagners Verständnis von „deutsch“ und seine damit verbundene Gesellschaftskritik
4.2 Antisemitische Züge des Aufsatzes
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Ausprägung des Antisemitismus in Richard Wagners Schriften. Ziel ist es, seine ideologischen Positionen zwischen 1850 und 1878 philologisch zu erfassen, insbesondere im Kontext seiner Aufsätze Das Judentum in der Musik (in zwei Fassungen) und Was ist deutsch?, um sein antisemitisches Weltbild besser zu verstehen.
1. Einleitung: Zum Gegenstand der Arbeit
„Wagner, das Pumpgenie, der luxusbedürftige Revolutionär, der namenlosen unbescheidene, nur von sich erfüllte, ewig monologisierende, rodomontierende, die Welt über alles belehrende Propagandist und Schauspieler seiner selbst [...]“ schreibt Thomas Mann 1933 über einen der bekanntesten und berühmtesten Komponisten des 19. Jahrhunderts.
Richard Wagner (*22.05.1813, †13.02.1883) gehört zu den wohl umstrittensten Persönlichkeiten seiner Zeit. Mit seinen ausdrucksstarken Musikdramen und seiner Vision der Oper als „Gesamtkunstwerk“ gilt er heute als Erneuerer der europäischen Musik der Spätromantik. Doch Wagner schuf nicht nur musikalische Meisterwerke, sondern er war auch ein kritischer Dichter, Schriftsteller und Essayist seiner Zeit, der mit seinen weitsichtigen Theorien Aufsehen zu erregen wusste. Wenn er Kritik übte, dann nahm er für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund.
Das Leben Richard Wagners ist durchzogen von vielen Standortwechseln. Oft musste er sein geliebtes Heimatland hinter sich lassen, um in der Ferne Glück zu versuchen oder vor Schulden und politischen Verfolgungen zu fliehen. Viele seiner Schriften entstanden im Exil und nicht wenige handeln von deutscher Kunst oder deutschem Nationalbewusstsein - u.a. auch Was ist deutsch?, welches 1878 von Wagner veröffentlicht wurde. Doch neben dem Gefühl deutsch zu sein, gab es gleichzeitig auch immer eine große Ablehnung Wagners gegenüber dem Fremden, welches er in den Juden zu erkennen meinte. Insbesondere in den letzten Lebensjahren schuf Wagner eine Welt, in der Juden alle Schuld für die deutschen Schwächen trugen und von ihm zum Feindbild seiner Kunst deklariert wurden. In seinem Aufsatz Das Judentum in der Musik wird diese Auffassung besonders deutlich. Wagner veröffentlichte diesen Aufsatz erstmalig 1850 unter einem Pseudonym in der Neuen Zeitschrift für Musik. 19 Jahre später brachte er den Aufsatz als erweiterte Broschüre noch einmal unter seinem Namen im Verlag von J.J. Weber heraus.
1. Einleitung: Zum Gegenstand der Arbeit: Einführung in die Person Wagners, seine Relevanz als Künstler und die Zielsetzung der Analyse seiner Schriften zwischen 1850 und 1878.
2. Richard Wagners Das Judentum in der Musik (1850) – Einordnung und inhaltlicher Abriss: Darstellung der historischen Entstehung des ersten Aufsatzes und Untersuchung von Wagners ersten antisemitischen Thesen sowie seinem Konzept des „fremden“ Juden.
2.1 Wagners antisemitische Äußerungen - Seine Vorstellung des „fremden“ Juden: Detaillierte Betrachtung von Wagners angeblicher Auseinandersetzung mit jüdischen Merkmalen und seiner persönlichen Abneigung.
2.2 Wagnerscher „Wahn“ und Erlösungsgedanke: Analyse der obsessiven Projektionen Wagners und seiner zunehmenden Unfähigkeit zu einer sachlichen Beurteilung.
2.3 Folgen des Aufsatzes: Bewertung der zeitgenössischen Reaktionen und der geringen Verbreitung des Textes nach der Erstveröffentlichung 1850.
3. Neupublikation: Das Judentum in der Musik (1869): Untersuchung der Umstände der Zweitveröffentlichung und des veränderten historischen Kontextes.
3.1 Radikalisierte Überarbeitung - Vergleich mit der Erstfassung: Vergleich beider Versionen und Nachweis einer inhaltlichen Radikalisierung in der Broschüre von 1869.
3.2 Tendenzen und Folgen der Neupublikation: Analyse der Wirkung der neuen Fassung auf die Öffentlichkeit und Wagners Umgang mit Kritik.
4. Richard Wagners Was ist deutsch? (1878) – Einordnung und inhaltlicher Abriss: Erläuterung des Entstehungskontextes dieser Schrift im Rahmen der „Regenerationsschriften“.
4.1 Wagners Verständnis von „deutsch“ und seine damit verbundene Gesellschaftskritik: Analyse der ideologischen Definition von „deutsch“ bei Wagner und seiner Abgrenzung gegen äußere Einflüsse.
4.2 Antisemitische Züge des Aufsatzes: Aufzeigen, wie Wagner auch in diesem späten Werk gesellschaftliche Probleme auf jüdischen Einfluss projiziert.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse über die Entwicklung und Transformation des Wagnerschen Antisemitismus.
Richard Wagner, Antisemitismus, Das Judentum in der Musik, Was ist deutsch?, Kunstkritik, Judentum, Rassenideologie, Gesamtkunstwerk, Philologie, deutsche Kultur, Nationalbewusstsein, Radikalisierung, Assimilation, Judenfeindlichkeit, Zeitgeschichte.
Die Arbeit analysiert die antisemitischen Schriften von Richard Wagner, insbesondere seine Aufsätze von 1850, 1869 und 1878, um die ideologischen Wurzeln und die Entwicklung seines Judenhasses zu verstehen.
Im Zentrum stehen die Entwicklung von Wagners Antisemitismus vom sozialen hin zum rassistischen Denken, die Konstruktion eines „deutschen“ Wesens als Abgrenzung zum jüdischen „Fremden“ und die Wirkung dieser Schriften auf die Zeitgenossen.
Ziel ist es, Wagners Judenfeindschaft philologisch zu charakterisieren und in einen Gesamtkontext der Zeitspanne von 1850 bis 1878 zu setzen, wobei die Radikalisierung der Argumentation besonders beleuchtet wird.
Es handelt sich um eine philologische Untersuchung, bei der die Texte Wagners in ihrem historischen Kontext analysiert und durch Belege aus seiner Korrespondenz sowie zeitgenössischen Quellen untermauert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wagners früher Schrift Das Judentum in der Musik (1850), deren radikalisierte Neuauflage (1869) und abschließend den Aufsatz Was ist deutsch? (1878).
Zu den Kernbegriffen gehören Antisemitismus, Rassenideologie, „deutsche Kunst“, philologische Textanalyse, Assimilation und Wagnersche Identitätskonstruktionen.
Die Fassung von 1869 zeigt laut dieser Analyse radikalere, teils rassistische Tendenzen, da Wagner seine Angriffe gezielter gegen das jüdische Wesen an sich und nicht mehr nur gegen einzelne Akteure richtet.
Wagner definiert „deutsch“ als eine exklusive Abstammungsgemeinschaft. Alles, was dem als „nicht-deutsch“ definiert wird, wie das jüdische Element, wird von Wagner als „zersetzend“ oder „fremd“ markiert, um eine theoretische Rechtfertigung für Ausgrenzung zu schaffen.
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