Examensarbeit, 2020
58 Seiten, Note: 1,0
1 Aspekte der Mehrsprachigkeitsdidaktik im Spanischunterricht
1.1 Das Konzept der Mehrsprachigkeitsdidaktik und Interkomprehension
1.2 Politische Dimensionen der Mehrsprachigkeitsdidaktik
1.3 Sprachbewusstheit
1.4 Lern(-er)ökonomie
1.5 Vorwissen als Antrieb der Mehrsprachigkeitsdidaktik
1.6 Transferbasen der Iberoromania
1.6.1 Bedeutung der Brückensprache Englisch
1.6.2 Bedeutung der Brückensprache Latein
1.6.3 Bedeutung der Brückensprache Französisch
1.7 Das (mehrsprachige) mentale Lexikon
2 Eine kritische Analyse der modernen Lehrwerkreihe Encuentros hoy
2.1 Vorstellung der Lehrwerkreihe
2.2 Encuentros hoy 1
2.2.1 ¡Hola!
2.2.2 Unidad 1 – ¡Adiós, verano! ¡Hola, amigos!
2.2.3 Unidad 2 – Mi mundo
2.2.4 Unidad 3 – Mi instituto
2.2.5 Unidad 4 – ¡Feliz cumpleaños!
2.2.6 Unidad 5 – ¡Ven a Madrid!
2.2.7 Unidad 6 – ¡Viva México!
2.2.8 Anexo, destrezas y material adicional
2.2.9 Das Vokabelverzeichnis
2.2.10 Das Arbeitsheft
2.2.11 Grammatikheft
2.3 Encuentros hoy 2
2.3.1 ¡Hola!
2.3.2 Unidad 1 – Galicia: Una comunidad diferente
2.3.3 Unidad 2 – Lo que me importa
2.3.4 Unidad 3 – El Cono Sur
2.3.5 Unidad 4 – ¡Descubre las baleares!
2.3.6 Unidad 5 – Y después del instituto, ¿qué?
2.3.7 Anexo, destrezas y material adicional
2.3.8 Das Vokabelverzeichnis
2.3.9 Das Arbeitsheft
2.3.10 Grammatikheft
2.4 Encuentros hoy 3
2.4.1 ¡Hola!
2.4.2 Unidad 1 – Sueños y esperanzas
2.4.3 Unidad 2 – Andalucía hoy
2.4.4 Unidad 3 – ¿El nuevo mundo?
2.4.5 Unidad 4 – Perú, un país diverso
2.4.6 Anexo, destrezas y material adicional
2.4.7 Das Vokabelverzeichnis
2.4.8 Das Arbeitsheft
2.4.9 Grammatikheft
3 Fazit – Encuentros hoy im Sinne der Mehrsprachigkeit?
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Mehrsprachigkeitsdidaktik im tertiären Spanischunterricht und analysiert, inwieweit die Lehrwerkreihe Encuentros hoy dieses Potenzial durch die Einbindung von Vorwissen und interkulturellen Lernprozessen nutzt.
1.1 Das Konzept der Mehrsprachigkeitsdidaktik und Interkomprehension
Die Mehrsprachigkeitsdidaktik, oftmals als Synonym unter dem Terminus Interkomprehensionsdidaktik verwendet, gewinnt einen immer größeren Stellenwert im modernen Fremdsprachenunterricht. Schon frühe Verweise von Mario Wandruszka aus den 1970ern konstatierten die erste didaktische Formel für das Erlernen nahverwandter Sprachen, die in folgenden Jahren unter dem Namen didáctica del plurilingüismo von Didaktiker wie Franz-Joseph Meißner (1995) perfektioniert und mit modernen Termini ausgestattet wurde (vgl. Meißner 2019: 49f).
Mit der Einführung der plurilingualen Didaktik revidierte man den Bruch, den die Didaktik durch die direkte Methode im 19. Jahrhundert erlitt. Direkt, da sie keine ,,Umwege“ über andere Sprachen nahm (vgl. Decke-Cornill & Küster 3 2015: 66) und somit die absolute Einsprachigkeit propagierte (vgl. Reimann 2016: 16). Der vom Gießener Universitätsprofessor für Didaktik der romanischen Sprachen und Literaturen geprägte Ansatz setzte somit eine regelrechte Revolution in Gang, in welcher man von der didaktisch-isolierten, einzelsprachabhängigen Lehrperspektive nun auf einen vernetzten und plurilingualen Betrachtungswinkel umdisponierte und dem Fremdsprachenunterricht völlig neue Möglichkeiten zuwies.
Ziel des mehrsprachigen Ansatzes sei die ,,Förderung von Mehrsprachigkeit […] auf der Grundlage einer vielfachen Vernetzung von lernerseitig bereits vorhandenen mit noch zu erwerbenden lingualen oder sprachlernbezogenen Ressourcen [zu verbinden]“ (Meißner 2019: 47). Dabei greifen plurilinguale und didaktische Transfereffekte zum einen proaktiv auf die neue Zielsprache und gleichzeitig retroaktiv zur Überformung auf das sogenannte ,,mehrsprachige mentale Lexikon“ über (vgl. Meißner 2019: 47) (vgl. Kapitel 1.7). Ebenfalls bildete sich eine sog. Mehrsprachigkeitsforschung heraus, welche ,,die Bedeutung sprachlicher, metasprachlicher und kognitiver Faktoren bei multilingualen Lernerinnen und Lernern [untersucht]“ (Grünewald & Küster 2017: 95) und seitdem eine Schlüsselposition der fachdidaktischen Diskussion romanistischer Prägung einnimmt (vgl. Schöpp 2020: 75).
1 Aspekte der Mehrsprachigkeitsdidaktik im Spanischunterricht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Mehrsprachigkeitsdidaktik, des mentalen Lexikons und die Bedeutung von Transferprozessen beim Lehren von Tertiärsprachen.
2 Eine kritische Analyse der modernen Lehrwerkreihe Encuentros hoy: Dieses Kapitel nimmt eine detaillierte Untersuchung der drei Bände der Lehrwerkreihe vor, um den tatsächlichen Beitrag zur Mehrsprachigkeit in Schulbüchern, Arbeits- und Grammatikheften zu evaluieren.
3 Fazit – Encuentros hoy im Sinne der Mehrsprachigkeit?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Potenzial für eine konsequente Mehrsprachigkeitsdidaktik in den untersuchten Werken nicht voll ausgeschöpft wird.
Mehrsprachigkeitsdidaktik, Interkomprehension, Tertiärsprachenunterricht, Spanischunterricht, Encuentros hoy, Lernökonomie, Transferbasen, Sprachbewusstheit, mentales Lexikon, Fremdsprachendidaktik, kognate Sprachen, Interferenz, Sprachvernetzung, Sprachaneignungsprozess, plurilingualer Ansatz.
Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept der Mehrsprachigkeitsdidaktik und analysiert kritisch, wie dieses in der modernen, im deutschen Schulwesen weit verbreiteten Lehrwerkreihe Encuentros hoy für den Spanischunterricht praktisch umgesetzt wird.
Die Arbeit fokussiert sich auf das mehrsprachige mentale Lexikon, das Konzept der Sprachbewusstheit (Language Awareness), die Rolle von Transferbasen zwischen nahverwandten Sprachen sowie Strategien zur Ökonomisierung von Sprachlernprozessen.
Das Ziel ist es, den Mehrwert und tatsächlichen Einsatz von sprachen-vernetztem Lernen in den Schulbüchern, Arbeitsheften und Grammatikbeilagen von Encuentros hoy zu prüfen und zu bewerten, ob das Potenzial zur Förderung der Mehrsprachigkeit effektiv genutzt wird.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung aktueller fachdidaktischer Diskurse mit einer systematischen Analyse der Lehrwerkreihe Encuentros hoy (Bände 1 bis 3) inklusive deren Begleitmaterialien unter Berücksichtigung der in den Lehrplänen geforderten Kompetenzerweiterungen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Aspekte der Mehrsprachigkeitsdidaktik elaboriert, gefolgt von einer detaillierten, kapitelweisen Untersuchung der drei Lehrwerkbände auf ihr Potenzial hin, Vorkenntnisse (z. B. aus Englisch, Französisch oder Latein) aktiv zur schnelleren und effizienteren Aneignung des Spanischen zu nutzen.
Neben dem Kernbegriff Mehrsprachigkeitsdidaktik sind Interkomprehension, Tertiärsprachenerwerb, Transferprozesse (Inferenz/Interferenz) und die kritische Lehrwerkanalyse die zentralen Schlagworte dieser Untersuchung.
Obwohl die Reihe laut Autor schülerfreundlich konzipiert ist und solide Wissensinhalte vermittelt, bleibt der Einsatz mehrsprachigkeitsdidaktischer Instrumente eher fragmentarisch und nimmt über die Bände hinweg sogar ab, anstatt eine systematische Vernetzung zu fördern.
Der Autor weist explizit auf die Gefahr durch sogenannte falsche Freunde hin, die bei unreflektierter Übertragung aus dem mentalen Lexikon zu Missverständnissen führen können, und fordert daher eine explizite didaktische Begleitung durch den Lehrer.
Ja, der Autor plädiert für eine stärkere Inklusion von Herkunftssprachen, den Einsatz von plurilingualen Tabellen und eine systematische Förderung der Spontangrammatik, um die Lernökonomie im modernen Fremdsprachenunterricht zu steigern.
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