Magisterarbeit, 2007
104 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Hintergründe und rechtliche Grundlagen der Aussiedlerzuwanderung
2.1. Ursachen und Anfänge der Migration in das russische Reich
2.2 Russifizierungsmaßnahmen vor dem ersten Weltkrieg
2.3 Verfolgung der Russlanddeutschen im Ersten Weltkrieg
2.4 Die Zeit von der Oktoberrevolution 1917 bis zum Zweiten Weltkrieg
2.5 Russlanddeutsche während des Zweiten Weltkrieges
2.6 Das Schicksal der Russlanddeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg
2.7 Übersiedlung nach Deutschland in der Nachkriegszeit
2.8 Rechtliche Grundlagen für Integration der Spätaussiedler
3. Staatliche Maßnahmen zur Integration der jungen Spätaussiedler in Deutschland
3.1 Definition und Leitlinien zur Integration
3.2 Eingliederungshilfen
3.2.1 Hilfen nach dem Bundesvertriebenengesetz
3.2.2 Hilfen nach dem Arbeitsförderungsgesetz
3.3 Sprachliche Eingliederung
3.3.1 Sprachkurse in Bayern
3.3.2 Garantiefonds
3.3.3 Europäischer Sozialfonds (ESF)
3.4 Schulische Eingliederung
3.4.1 Förderung an Grund- und Hauptschulen
3.4.2 Förderung an Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen
3.5 Berufliche Eingliederung
3.6 Soziale Integration der jungen Aussiedler
3.6.1 Familie und Erziehung
3.6.2 Freizeitgestaltung und soziale Beziehungen
3.6.3 Nationale Identität und Werteorientierungen
3.6.4 Politische Einstellungen
3.7 Zusammenfassung
4. Aktuelle Situation der jungen Spätaussiedler
4.1 Schulische Probleme
4.2 Das Phänomen der Abschottung
4.3. Alkohol- und Drogenkonsum
4.4 Gewalterfahrungen
4.5 Kriminalität
4.6 Zusammenfassung
5. Beratung und ergänzende Maßnahmen für die junge Spätaussiedler
5.1 Anforderungen an die Beratung und Betreuung
5.1.1 Offene Jugendarbeit: Jugendgemeinschaftswerke
5.1.2 Mobile Jugendarbeit der Streetworker
5.2 Was gemacht wird, was gewünscht ist, was wirklich wünschenswert wäre
5.2.1 Jugendarbeit der Wohlfahrtsverbänden und der Projekten
6. Fazit
Anlagen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation junger Spätaussiedler in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Nahtstelle zwischen Schule und Beruf. Ziel ist es, die bestehenden staatlichen Integrationsangebote zu analysieren, deren Nutzen zu bewerten und ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen dieser Zuwanderungsgruppe zu vermitteln.
3.6.1 Familie und Erziehung
Die Familie nimmt immer noch einen zentralen Platz im Leben der Jugendlichen ein. „Nach der Ausreise stellt die Familie für die jugendlichen Aussiedler den wichtigen emotionalen Bezugspunkt in einer fremden Umwelt dar. Gleichzeitig ist die Familie auch die Gruppe, mit der die Jugendlichen die Erfahrungen des Lebens im Herkunftsland teilen“ (Dietz 1999, S.170). Sie ist das entscheidende Netzwerk und gibt auf emotionaler Ebene Halt und Orientierung. Deswegen ist es sehr wichtig darzustellen, welche Rolle die Familie für die Integration der jungen Spätaussiedler in die deutsche Gesellschaft spielt.
Elterliches Handeln wird durch die Lebensmaxime „Unser Kind soll es einmal besser haben!“ bestimmt. Dadurch wird oft die Ausreise nach Deutschland begründet (vgl. Tulinow 2002, S.111).
Die Aussiedlung und andere Lebensumstände in Deutschland bestimmen das Zusammenleben in den Familien von Spätaussiedlern. Junge Aussiedler versuchen sich an deutschen Normen und Werten zu halten, ihre Eltern dagegen bestehen auf die mitgebrachten Ideale.
„Es kommt durch diesen schnellen Umwertungsprozeß bei den Jugendlichen zu verstärkten Generationskonflikten. Meistens versuchen die Eltern, die Kinder ihren Vorstellungen mit autoritären Mitteln zu unterwerfen; dies gelingt nur bis zu einem gewissen Alter, danach resignieren die Eltern oft und lassen den Dingen freien Lauf“ (Masumbuku 1994, S.85).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zuwachs an jungen Aussiedlern in Deutschland seit den neunziger Jahren und skizziert das Forschungsinteresse sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Hintergründe und rechtliche Grundlagen der Aussiedlerzuwanderung: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die Migration der Russlanddeutschen und erläutert die relevanten rechtlichen Statusbegriffe wie das BVFG.
3. Staatliche Maßnahmen zur Integration der jungen Spätaussiedler in Deutschland: Es werden die verschiedenen Förderinstrumente für die schulische, berufliche und soziale Integration sowie das Phasenmodell der Integration nach Kossolapow detailliert beschrieben.
4. Aktuelle Situation der jungen Spätaussiedler: Der Fokus liegt hier auf den Herausforderungen bei der Integration, insbesondere schulischen Problemen, dem Phänomen der Abschottung sowie Sucht- und Kriminalitätsrisiken.
5. Beratung und ergänzende Maßnahmen für die junge Spätaussiedler: Das Kapitel stellt verschiedene Beratungsansätze vor, wie die Arbeit der Jugendgemeinschaftswerke und Streetworker, sowie spezifische Projekte zur Förderung der Eigeninitiative.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die zentrale Rolle der Bildung und der deutschen Sprache für eine erfolgreiche Integration.
Spätaussiedler, Russlanddeutsche, Integration, Migration, Jugendsozialarbeit, schulische Eingliederung, berufliche Qualifikation, Identitätskonflikt, Generationskonflikt, Jugendkriminalität, Sprachförderung, Garantiefonds, Sozialisation, Lebensziele, Familienstruktur.
Die Arbeit analysiert die Lebenssituation und die Integrationsprozesse von jungen Spätaussiedlern aus den ehemaligen GUS-Staaten in Deutschland.
Neben den historischen Hintergründen sind die schulische, berufliche und soziale Integration sowie die Herausforderungen in der sozialen Jugendarbeit die zentralen Themen.
Ziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit bestehender Integrationsangebote an der Schnittstelle von Schule und Beruf sowie die Identifikation von Hürden für die jungen Zuwanderer.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender soziologischer Studien, Befragungsdaten sowie die Analyse rechtlicher Grundlagen und Förderprogramme.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen, staatlicher Fördermaßnahmen (z.B. Sprachkurse), die Beschreibung der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen und die Evaluation von Beratungsangeboten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Integration, Spätaussiedler, Jugendsozialarbeit, Identitätskonflikt und berufliche Eingliederung charakterisiert.
Die Arbeit beschreibt, wie soziale Isolation in Übergangswohnheimen und der Rückzug in russischsprachige Subkulturen eine Barriere für die gesellschaftliche Teilhabe bilden können.
Die Familie fungiert als wichtige emotionale Stütze, kann aber bei traditionellen Erziehungsvorstellungen auch zu Spannungen und Generationskonflikten mit der neuen Lebensrealität der Jugendlichen führen.
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