Bachelorarbeit, 2024
42 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Teil 1: Theoretische Grundlagen
1. Das Konzept von Alterität und Alteritätserfahrungen
1.1 Alterität in Abgrenzung zu Differenz und Heterogenität
1.2 Alterität in Abgrenzung zu Alienität (Fremdheit)
1.3 Alteritätserfahrungen, Fremdverstehen und interkulturelles Lernen
1.4 Arbeitsdefinition von Alteritätserfahrungen für die weitere Analyse
2. Literatur im Englischunterricht
2.1 Möglichkeiten beim Einsatz von Literatur im Englischunterricht
2.2 Herausforderungen beim Einsatz von Literatur im Englischunterricht
3. Alteritätserfahrungen durch Literatur
3.1 Alteritätserfahrungen durch Literatur im Fremdsprachenunterricht
3.2 Herausforderungen und Grenzen von Alteritätserfahrungen durch Literatur
4. Die Lebens- bzw. Entwicklungsphase der 14–16-Jährigen
5. Die Untersuchungsgegenstände im Bildungsplan der 9. Klasse
Teil 2 – Beispielhafte Analyse
1. Lois Lowrys „The Giver“
2. Relevanz von „The Giver“ für Schüler*innen der 9. Klasse Realschule
3. Vergleichende Untersuchung von Alteritätserfahrungen durch „The Giver“
3.1 Schlussbetrachtung und Bewertung der Ergebnisse
3.2 Überlegungen für die praktische Umsetzung
3.3 Umgang mit kontroversen Themen des Buches
4. Fazit
Anhang
1. Literatur
3. Hintergrundinformationen der Schüler*innen
4. Rahmenbedingungen der Befragung
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern der Einsatz des dystopischen Romans „The Giver“ von Lois Lowry im Englischunterricht der 9. Klasse (Realschule) dazu beitragen kann, Alteritätserfahrungen bei Jugendlichen zu initiieren und damit gezielt interkulturelle sowie soziale Kompetenzen zu fördern.
1. Das Konzept von Alterität und Alteritätserfahrungen
Der Begriff „Alterität“ wird seit dem 18. Jahrhundert in der Philosophie zur Identitätsforschung (z.B. LÉVINAS) gebraucht und spielt inzwischen in verschiedenen (Forschungs-) Feldern eine zentrale Rolle. Sowohl in Geistes- und Kulturwissenschaften als auch in Geschichts- und Sozialwissenschaften wird Alterität untersucht und kritisch diskutiert (HALLAMA & MOSER, 2016, S. 1; NAGELE & GREINER, 2020, S. 294).
Aber nicht nur Alterität ist in aktuellen politischen, gesellschaftlichen und pädagogischen Diskussionen ein Thema. Auch andere Begriffe, deren Bedeutung auf den ersten Blick sehr ähnlich scheinen, fallen häufig. Differenz (Verschiedenheit/Ungleichheit), Heterogenität (Vielfalt) und Alienität (Fremdheit), sowie Fremdverstehen und interkulturelles Lernen. Trotz häufiger synonymer Verwendungen dieser Termini (BÜKER & KAMMLER, 2003, S. 9; HALLER & MARTIN, 2019; PRANKL, 2018, S. 30; SCHUBERT, 2013, S. 16), wird im Folgenden versucht die spezifischen Bedeutungen im Vergleich zu Alterität bzw. Alteritätserfahrungen herauszufiltern und die Unterschiede zu verdeutlichen.
Im Unterschied zum Heterogenitätsbegriff orientiert sich Alterität an der spezifischen „Andersheit des Anderen jenseits kategorialer Vergleiche“ (NAGELE & GREINER, 2020, S. 293). Hierbei wird die Beobachterperspektive von einer dritten (neutralen) Instanz auf die Perspektive einer zweiten Person, die der ersten Person begegnet verschoben. Heterogenität und Alterität bezeichnen folglich verschiedene Herangehensweisen, um Differenz wahrzunehmen bzw. zu konstruieren (NAGELE & GREINER, 2020, S. 296).
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Alteritätserfahrungen in einer pluralistischen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten und Herausforderungen von literaturgestütztem Englischunterricht in der 9. Klasse.
Teil 1: Theoretische Grundlagen: Dieser Teil erarbeitet die konzeptionellen Abgrenzungen zwischen Alterität, Differenz, Heterogenität und Alienität und erörtert die didaktische Bedeutung von Literatur sowie die Besonderheiten der Adoleszenz im Bildungsplan.
Teil 2 – Beispielhafte Analyse: In diesem praktischen Teil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit „The Giver“, inklusive einer qualitativen Analyse von Alteritätserfahrungen basierend auf einer Schülerbefragung sowie methodischer Überlegungen für den Unterricht.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass „The Giver“ aufgrund seiner dystopischen Struktur besonders geeignet ist, um auf neutraler Ebene soziale und persönliche Reflexionsprozesse bei Jugendlichen anzustoßen.
Alterität, Alteritätserfahrungen, Fremdverstehen, interkulturelles Lernen, Literaturunterricht, Englischunterricht, The Giver, Adoleszenz, Identitätsfindung, Perspektivenwechsel, Heterogenität, Bildungsplan, Euphemismen, Sozialkompetenz, dystopische Literatur.
Die Arbeit untersucht, wie literarische Texte – konkret Lois Lowrys „The Giver“ – im Englischunterricht dazu genutzt werden können, Schülern der 9. Klasse Perspektivenwechsel aufzuzeigen und so die Entwicklung interkultureller Kompetenz zu fördern.
Zu den zentralen Themen gehören das theoretische Verständnis von Alterität im Vergleich zu Differenz und Fremdheit, die didaktische Rolle von Jugendliteratur und die entwicklungspsychologischen Besonderheiten der Altersgruppe der 14- bis 16-Jährigen.
Es soll geklärt werden, ob und inwiefern der Einsatz von Literatur im Sinne von Alteritätserfahrungen in der 9. Realschulklasse machbar ist und welche Chancen sowie Herausforderungen bei der Umsetzung dieses didaktischen Ziels entstehen.
Die Verfasserin nutzt eine theoretische Aufbereitung der Begriffe und eine qualitative, nicht repräsentative Befragung von Schülern, um die praktische Wirkung der Lektüre auf die Wahrnehmung von Alterität zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einbettung der Begriffe, die curriculare Verankerung sowie eine detaillierte Fallanalyse, in der Schülerreaktionen zu Themen wie staatlicher Kontrolle, Euphemismen und Persönlichkeitsrechten ausgewertet werden.
Wichtige Begriffe sind Alterität, Identitätsfindung, Perspektivenwechsel, interkulturelles Lernen und Fremdverstehen, die im Kontext des Englischunterrichts und der Arbeit mit dem Roman „The Giver“ stehen.
Während Alterität auf der Annahme von Gemeinsamkeiten und einer neutralen Einzigartigkeit des Anderen basiert, geht Alienität von einer maximalen Differenz aus, die oft als Bedrohung oder irritierende Fremdheit wahrgenommen wird.
Die Autorin hebt hervor, dass die Konfrontation mit diesen ethisch schwierigen Themen im Roman essenziell ist, um kritisches Denken und Meinungsbildung zu fördern, sofern der Unterricht einen angstfreien Raum zur Reflexion bietet.
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